Selten war die Bundeshauptstadt mit politischen Plakaten so zugepflastert wie in diesen Wochen. Omnipräsent im Wiener Wahlkampf ist auch Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, der mit einer eigenen Liste den Einzug in den Landtag schaffen will. Mit fünf Prozent ist die Hürde außerordentlich hoch, laut Umfragen hat der einstige Vizekanzler keine Chancen. Wer den Wahlkampf finanziert, darüber schweigt sich Strache im Detail aus. Angeblich stecken keine Banken (Kredit), sondern eine Privatperson in Form eines Darlehens dahinter. Spenden über 2500 Euro müssen unverzüglich dem Rechnungshof gemeldet und veröffentlicht werden.

ABD0052_20250130 - WIEN - ÖSTERREICH: Heinz-Christian Strache am Donnerstag, 30. Jänner 2025, anl. der PK des Teams HC Strache
Strache im Wahlkampf in Wien © APA / Helmut Fohringer

Knapp zwei Wochen vor der Wahl wird Strache von seiner Vergangenheit eingeholt. Der „Spiegel“ wartet mit süffisanten Details aus der Spesenaffäre auf. So sollen Zigaretten und Süßigkeiten im Wert von 3.225,48 Euro oder auch Urlaube im Ausmaß von 90.225,64 Euro der Partei verrechnet worden sein. Aus Unterlagen von Ermittlern, die mit Oktober 2024 datiert seien, gehe außerdem hervor, dass die Observierung von Straches erster Ehefrau 9.564 Euro gekostet habe. Auch der Umbau einer Wohnung, das Salär eines Kindermädchens, private Feiern, Ausgaben für die Familie sowie Strafmandate wurden verrechnet, so der Spiegel.

„Politisch motivierter Abschussbericht“

Strache weist auf Twitter die Vorwürfe zurück, spricht von einer Schmutzkübelkampagne und wittert einen „politisch motivierten Abschussbericht.“ Seit Ibiza seien 12 Verfahren gegen ihn eingestellt worden, zweimal wurde er rechtskräftig freigesprochen, zwei Verfahren seien noch offen.