In der ÖVP werden am Freitag die personalpolitischen Weichen gestellt. Dann tritt der Bundesparteivorstand zusammen, um die sechsköpfige Ministerliste sowie die drei Staatssekretäre abzusegnen.
Bis zuletzt schien es so zu sein, dass sich in der ÖVP die Niederösterreicher und die Oberösterreicher die Posten untereinander ausmachen. So kommen der künftige Bundeskanzler Christian Stocker, Innenminister Gerhard Karner, Verteidigungsministerin Klaudia Tanner sowie der künftige Staatssekretär im Kanzleramt, Alexander Pröll, aus der mächtigsten Landesorganisation der Volkspartei. Wolfgang Hattmannsdorfer, der als Wirtschaftsminister so gut wie gesetzt ist, Claudia Plakom, die zur Kanzleramtsministerin aufsteigen soll, aber auch Klubobmann August Wöginger sind Oberösterreicher. Einzige Ausnahme in der sechsköpfigen Ministerriege ist der Osttiroler Norbert Totschnig.
Schlechtere Karten
In den letzten Tagen war immer wieder darüber spekuliert worden, ob nicht die steirische Finanz- und Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl nach Wien übersiedeln würde. Lange wurde sie als Alternativkandidatin für das Wirtschaftsressort gehandelt, doch Hattmannsdorfer, der als Zukunftshoffnung in der Bundespartei gilt, hat die besseren Karten. Vor allem hat die steirische ÖVP mit der Wahlschlappe im Herbst auf Bundesebene an Einfluss eingebüßt.
Barbara Eibinger-Miedl im Kurzinterview
Staatssekretärin im Finanzministerium
Nach Informationen der Kleinen Zeitung tut sich allerdings jetzt die Option auf, dass sie als Staatssekretärin im Finanzministerium andocken könnte. Zuvor war darüber spekuliert worden, dass sie ins Wirtschaftsministerium wechselt. Im Finanzministerin wäre sie quasi die türkise Aufpasserin des am linken Flügel angesiedelten Finanzministers Markus Marterbauer. Das letzte Wort hat der Bundesparteivorstand, der Freitag früh zusammentritt.