Die Neos stehen bei der Erstellung der Ministerliste vor einem Dilemma. An sich war der Wiener Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr als pinker Bildungsminister gesetzt, am Wochenende wurde der gebürtige Salzburger beim Parteitag mit 90 Prozent der Stimmen zum Spitzenkandidaten für die Wien-Wahl gekürt. Die rot-pinke Stadtregierung hatte in der Annahme, Österreich würde künftig von einem Kanzler Herbert Kickl regiert werden, die Wien-Wahl vorgezogen.

Doch das wirft neue Probleme auf. Zieht Wiederkehr in die Bundesregierung ein, müsste er nicht nur sein Amt als Stadtrat zurückgeben, auch die auf Wiederkehr aufgebaute Wahlkampagne müsste abgeblasen werden. Die Idee, dass Wiederkehr sein Amt abgibt, allerdings Spitzenkandidat für die Wien-Wahl bleibt, um dann im Bund zu bleiben, ist schwer vermittelbar.

Nach Informationen der Kleinen Zeitung gibt es in einflussreichen pinken Kreisen durchaus die Überlegung, Neos-Parteigründer Matthias Strolz zum Bildungsminister zu machen. Gegenüber der Kleinen Zeitung wollte sich Strolz zu solchen Spekulationen nicht äußern, allerdings meinte er: „Ich bleibe den Neos ewig verbunden. Ich brenne für die Bildung. Meine Bereitschaft ist aufrecht.“ Die Entscheidung treffe allerdings die Parteichefin.