Die Rückkehr war fulminant. Mit einem Ergebnis von 42 Prozent bei der Landtagswahl 1999 bestieg Jörg Haider zum zweiten Mal den Landeshauptmann-Sessel in Kärnten. Seine erste Regentschaft (1989 bis 1991) hatte abrupt geendet, mit der Abwahl nach seinem Sager von der „ordentlichen Beschäftigungspolitik im Dritten Reich“. Die politische Wiederauferstehung gelang Haider mit biblischer Anleihe. „Sieben mageren Jahren“ – unter Christof Zernatto (ÖVP) und Michael Ausserwinkler (SPÖ) – würden „sieben fette Jahre“ folgen, versprach er. Dem Erfolg in Kärnten setzte er im Herbst 1999 einen bei der Nationalratswahl drauf, indem die FPÖ die ÖVP überholte und zweitstärkste Partei wurde. Haider erkannte, dass er in der Europäischen Union ein „Unberührbarer“ bleiben würde und ließ deshalb Wolfgang Schüssel den Vortritt als Bundeskanzler und Susanne Riess als FPÖ-Chefin. Er zog sich als Landesfürst in das südlichste Bundesland zurück, das er zum „Musterland“ machen wollte.
Erster blauer Landeshauptmann
Brot und Spiele am Wörthersee: Jörg Haiders „Lieblingsfeindin“ erinnert sich, wie das damals so war
Er war der erste blaue Landeshauptmann. Und er wollte Kärnten zur Wunderkammer
machen. Antonia Gössinger über die bewegten Jahre mit Jörg Haider und sein zwiespältiges Erbe.
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