Gerade noch im BundestagLinken-Spitze sieht "letzte Chance" für Partei

Vorsitzende Hennig-Wellsow macht sich und ihrer schwer angezählten Partei klar: Die Linke muss sich "neu erfinden".

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Linken-Chefin Susanne Hennig-Wellsow
Linken-Chefin Susanne Hennig-Wellsow © (c) AFP (JOHN MACDOUGALL)
 

Nach dem nur hauchdünnen Einzug der Linken in den Bundestag hat die Parteispitze eine bedingungslose Analyse der Wahlschlappe und eine Neuaufstellung der Partei angekündigt. Diese "schwere Niederlage" verstehe sie als "letzte Chance", die Partei nach vorne zu entwickeln, sagte Linken-Chefin Susanne Hennig-Wellsow am Montag in Berlin. Die Linke müsse sich aus ihrer Sicht "neu erfinden".

Auch das Spitzenkandidatenduo Janine Wissler und Dietmar Bartsch forderte Konsequenzen aus dem Wahlergebnis. Dieses sei ein "schwerer Schlag" für die Linke, sagte Wissler. Es müsse jetzt darum gehen, "die kommenden vier Jahre zu nutzen und die Partei neu aufzustellen". Die Linke müsse deutlich machen, dass sie die Partei der sozialen Gerechtigkeit sei.

Bartsch zeigte sich überzeugt, dass die Ursache für die Niederlage nicht im Wahlkampf liege, sondern "grundsätzlicher Natur" sei. Ein Faktor sei auch gewesen, dass die Partei in den vergangenen Jahren vielfach ein "Bild der Zerrissenheit" abgegeben habe. Bartsch forderte im ARD-"Morgenmagazin", es müsse "tabulos" über inhaltliche, strategische und auch personelle Fragen gesprochen werden.

Die Linke war bei der Bundestagswahl am Sonntag auf 4,9 Prozent der Stimmen gekommen - sie verfehlte damit die Fünf-Prozent-Hürde. Da sie aber drei Wahlkreise direkt gewann, greift die sogenannte Grundmandatsklausel. Das bedeutet, dass die Linke mit der vollen Zahl von 39 Abgeordneten in den Bundestag einzieht, die ihr laut dem Zweitstimmenergebnis zusteht.

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