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Gottfried Helnwein"Der Military Industrial Complex hat bei der US-Wahl gesiegt"

Eine pointierte Gegenstimme im Chor positiver Kommentare aus dem Kulturbereich zum US-Wahlsieg von Joe Biden kommt von Künstler Gottfried Helnwein. Autor Michael Köhlmeier hingeen ist zufrieden mit dem Wahlausgang.

Gottfried Helnwein: "Joe Biden ist eine Mogelpackung" © APA
 

Die APA erreichte den gebürtigen Wiener Gottfried Helnwein (72), der jeweils mindestens ein halbes Jahr in den USA lebt, an seinem Wohnsitz in Irland. "Ich stehe auf keiner Seite, ich versuche nur einen objektiven, klaren Blick zu haben und mir meine eigene Meinung zu bilden - auch, wenn das sehr einsam macht. Aber wie sagt Mark Twain: 'Wann immer du dich an der Seite der Mehrheit befindest, ist es Zeit, eine Pause einzulegen und zu reflektieren'", betont der bildende Künstler, der sich in seinem Werk intensiv mit der von den USA geprägten Popkultur auseinandergesetzt hat und ein Atelier in Los Angeles besitzt.

Helnwein findet bei Trump auch Positives im Vergleich zu dessen Vorgänger Barack Obama: "Trump war ein Außenseiter, ein Störenfried. Er hat nicht zum politischen Establishment gehört. Für seine Wähler, die Verlierer des Systems, wirkte er authentisch und hat es so geschafft, als Milliardär zum Working-Class-Hero aufzusteigen. Objektiverweise muss man feststellen, dass er der erste US-Präsident seit langem war, der keinen neuen Krieg begonnen hat. Friedensnobelpreisträger Barack Obama hat eigentlich nur die Politik von George W. Bush konsequent fortgeführt, ein Drohnenprogramm gestartet, das tausende zivile Opfer gekostet hat, und Libyen hat er in die Steinzeit zurückgebombt."

Den bei der Wahl erfolgreichen demokratischen Bewerber sieht Helnwein durchaus kritisch: "Biden ist eine Mogelpackung. Er wird immer als der Gütige und Nette dargestellt, doch er hat in seinen 40 Jahren als Politiker jeden Krieg der USA uneingeschränkt unterstützt. Man kann also davon ausgehen, dass der Military Industrial Complex dort fortsetzen wird, wo Bush und Obama aufgehört haben, und Syrien, Iran und schließlich Russland stehen ganz oben auf der Liste der Targets."

Auch der Gesundheitszustand des kommenden Präsidenten, der bei seinem Amtsantritt 78 Jahre alt sein wird, sei bedenklich: "Dazu kommt, dass Biden unter fortgeschrittener Demenz leidet. Teile seiner Reden, in denen er völlig verwirrt dahinstammelt, werden von der Mainstream-Presse ignoriert und aus dem Internet entfernt. Ronald Reagan hat am Ende seiner Amtszeit bereits eindeutig unter Demenz gelitten, aber Biden befindet sich in diesem Zustand bevor er sein Amt überhaupt angetreten hat", so der Künstler.

"Nach dieser Wahl wird das Land so gespalten sein wie noch nie", ist sich Helnwein sicher. Und die verheerenden sozialen Missstände in den USA würden so oder so nicht beseitigt werden, glaubt er: "Es ist nicht anzunehmen, dass sich daran etwas ändern wird. Es ist seit langem das System eines unfassbaren Raubkapitalismus. Daran hat Trump nichts geändert, und daran wird auch Biden nichts ändern."

APA
Michael Köhlmeier: "Joe Biden scheint charakterlich das Gegenteil seines Vorgängers zu sein" © APA

Ganz anders lautet die Einschätzung von Michael Köhlmeier (71): "Joe Biden scheint charakterlich das Gegenteil seines Vorgängers zu sein. Einer, der einstecken kann, wird im Boxsport 'ein Mann mit Herz' genannt. Das Gute ist zäh. Bidens bisherige Karriere zeigt, dass er Kompromisse aushandeln und Kompromisse ertragen kann", kommentierte der österreichische Autor in einem kurzen Statement gegenüber der APA die Wahl Joe Bidens zum nächsten US-Präsidenten.

"Das Beste seines Vorgängers, nämlich dass er keinen Krieg begonnen hat, wird er hoffentlich fortsetzen. Mein ewiger Wunsch an jede Politik: Sie möge nicht in Versuchung geraten, mit möglichst viel Un-Langweiligkeit Stimmen zu gewinnen", so der Schriftsteller, der seine große Affinität zur amerikanischen Kultur u.a. in seinen Roman "Abendland" (2007) einfließen ließ. "Ich freue mich über den Sieg von Joe Biden."

Kommentare (8)
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heike.roth
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Helnwein? Echt jetzt?

Das wichtigste über Helnwein: Er gehört der immens gefährlichen US Sekte Scientology an. Donald Trump und sein Umfeld stehen Scientology sichtlich freundlich gegenüber. Joe Biden wird das nicht sein und das ist auch gut so: Scientology ist so gefährlich, dass man nicht einmal mit einem Scientologist sprechen sollte: Sie wollen Dein Geld, Deine Kinder, Deine Gratis Arbeitskraft un 100% Unterwerfung unter die Science-Fiction Geschichte ihre Gründers. Der NXIVM Sektenführer Keith Raniere wurde kürzlich in den USA zu 120 Jahren Haft verurteilt und viele Scientology Opfer wünschen sich das gleiche Schicksal für den aktuellen Scientology Sekten-Kapo David Miscavige.

Horstreinhard
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Wen interessiert die Meinung Helnweins?

Hat er nach den körperlichen und geistigen Reinigungsprozessen durch Scientology überhaupt noch eine eigene?

shaba88
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Kommentar

Wer spricht hier, der Scientologe??

schadstoffarm
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Schwache Meinung helnweins

Ein Kondensat aus den Foren schlechter bis Mittlerer Zeitungen, der Künstler nimmt seine Umwelt nur mehr mittelbar war.

soge
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Schade

Vieler seiner Kommentare, da eben anders als der Mainstream, haben mir sehr gefallen, diesen, weil eben von Helnwein, verstehe ich nicht. Haette er sich sparen koennen.

PS. Dass Trump keinen Krieg begonnen hat, sehe ich nicht so. Immerhin hat er die verbuendeten Kurden ausgeliefert, die dadurch in einen Krieg entlassen wurden.

shaba88
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Kommentar

Die KLZ hätte sich die publikation sparen können

jg4186
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Gegenstimme

Ja, Helnwein ist eine Gegenstimme. Das ist zu akzeptieren.
Aber was er sagt, hätte er sich sparen können. Er sollte doch eher bei seiner Kunst bleiben, Politik ist nicht sein Thema.
"Raubkapitalismus": Er lebt offensichtlich gut davon.

gerr
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Was meint er mit Amerikanischer Kultur?

Was meint Köhlmeier mit Amerikanischer Kultur? Pluralismus würde ich annehmen, weil ich auch "nur" das beste bei Köhlmeier annehmen. Und Naivität. Das hat auch was Gutes, da ist man immer so positiv gegenüber allem eingestellt.