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Präsidentenwahl Der Wahl-Krieg in Polen

Im tief gespaltenen Polen kochen vor der Präsidentschaftswahl am kommenden Sonntag die Emotionen hoch. Verschiebung wegen Corona-Pandemie schwächt Amtsinhaber Duda. Stippvisite bei Trump soll helfen. Liberaler Warschauer Oberbürgermeister Trzaskowski will PiS-Vorherrschaft brechen.

Duda beim Treffen mit Trump im Vorjahr © AFP
 

Andrzej Duda kämpft. Beherzt. Mitunter aggressiv. Gelegentlich schießt er sogar scharf, wenn auch nur verbal. In der Kreisstadt Bytow zum Beispiel, in der nordpolnischen Provinz.  „Marionette“, ruft dort ein Mann dem Präsidenten zu, der auf Wahlkampftour ist. „Sie unterschreiben doch alles, was der Vorsitzende will.“ Gemeint ist Jaroslaw Kaczynski, der mächtige Chef der rechtsnationalen Regierungspartei PiS, als deren Kandidat Duda vor fünf Jahren in den Präsidentenpalast einzog. Nun will er sich im Amt bestätigen lassen. Am letzten Juni-Sonntag wird gewählt. Also geht er auf den Störenfried zu, der ihm vorwirft, die PiS zerstöre die Unabhängigkeit der Justiz. Duda jedoch will von unpolitischen Richtern nichts wissen: „Meinen Sie etwa diese Kommunisten? Die haben uns doch während des Kriegsrechts in den 80er Jahren verurteilt. Machen Sie keine Witze.“

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