Am Rande der UNO-Generalversammlung in New York sorgte US-Präsident Donald Trump mit überraschenden Aussagen zum Ukraine-Krieg für Aufsehen. Die Ukraine ist nach Trumps Ansicht in der Lage, mithilfe westlicher Verbündeter ihr Staatsgebiet vom russischen Aggressor zurückzuerobern. Mit Zeit, Geduld und finanzieller Unterstützung insbesondere der NATO seien die ursprünglichen Grenzen zum Zeitpunkt, als der Krieg begonnen hatte, eine „Option“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Beobachter sehen darin einen möglichen Kurswechsel Washingtons gegenüber Moskau.
Der Militäranalyst Oberst Markus Reisner vom österreichischen Bundesheer betont, dass Worte allein nicht ausreichen – erst konkrete Taten würden zeigen, ob es sich tatsächlich um eine Wende handelt. Gründe für Trumps neue Rhetorik könnten sowohl die militärischen Rückschläge Russlands als auch zunehmender wirtschaftlicher Druck auf Russland sein.
Militärisch habe die russische Sommeroffensive zwar Geländegewinne gebracht, aber keinen entscheidenden Durchbruch. Gleichzeitig setze die Ukraine mit westlicher Unterstützung neue Nadelstiche. Diese Dynamik könne erklären, warum Trump nun stärker auf die Wiederherstellung der Vorkriegsgrenzen verweist.
Auch an den Grenzen Europas spitze sich die Lage zu – etwa durch russische Luftraumverletzungen. Trump hatte NATO-Staaten gar empfohlen, eindringende Flugzeuge abzuschießen. Laut Reisner wäre dies zwar theoretisch möglich, aktuell sei die Allianz jedoch um Deeskalation bemüht.