Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu im Zusammenhang mit dem Gazakrieg mit Adolf Hitler verglichen. „Sie haben schlecht über Hitler geredet“, sagte Erdoğan am Mittwoch bei einer Veranstaltung in der türkischen Hauptstadt Ankara. „Aber was ist der Unterschied zu Hitler? Sie bringen uns dazu, Hitler zu vermissen. Ist das, was dieser Netanjahu tut, weniger als das, was Hitler tat? Das ist es nicht.“

Außerdem sei Hitler nicht so reich wie Netanjahu gewesen. „Er ist reicher als Hitler, er erhält Unterstützung aus dem Westen.“ Aus den USA komme alle mögliche Hilfe. „Und was haben sie mit der ganzen Unterstützung gemacht? Sie haben mehr als 20.000 Menschen im Gazastreifen getötet.“

Erdoğan sagte, der Gazakonflikt sei eine Prüfung, an der die westlichen Staaten, Institutionen, Journalisten und Medien, der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen und die EU alle gescheitert seien. „Genauso wie es vor 80 Jahren in Nazideutschland war, werden die Wissenschaftler unterdrückt und bedroht, die heute den Mut haben, die Grausamkeit in Gaza als solche zu benennen.“ Deutschland dagegen zahle weiterhin den Preis für Hitler. „Deswegen ist Deutschland schweigsam, deswegen ist sein Kopf gebeugt.“ Erdoğan hat in der Vergangenheit wiederholt mit Hitler-Vergleichen für Aufsehen gesorgt.

Tote bei Angriffen in Gaza

Unterdessen soll es am Mittwoch bei einem mutmaßlichen israelischen Angriff auf ein Gebäude in der Nähe eines Krankenhauses in Khan Younis im südlichen Gazastreifen viele Tote gegeben haben. Ein Sprecher der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde sprach von 20 Toten und Dutzenden Verletzten. Auch der palästinensische Rettungsdienst Roter Halbmond schrieb auf der Plattform „X“, bei einem Angriff auf ein Wohngebäude nahe des Al-Amal-Krankenhauses habe es Dutzende Tote und Verletzte gegeben. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Ein israelischer Armeesprecher sagte, man gehe den Berichten nach.