Bundeskanzler Sebastian Kurz sieht keinen Grund, als Regierungschef zurückzutreten. Auf die Frage, ob er im Amt bleibe, meinte er in der ZiB 2 auf die Frage von Martin Thür: „Ja, selbstverständlich.“ Er sehe den Verfahren „gelassen entgegen.“

Kurz zog sich in dem Interview auf die Position zurück, er habe mit all dem nichts zu tun gehabt. Kurz war 2016 Außenminister, der Deal wurde im Finanzministerium eingefädelt. „Ich schließe aus, dass ich Scheinrechnungen erstellt habe.“ Er distanzierte sich von den handelnden Personen, auch wenn sie heute in seinem Team arbeiten würden. Damals seien diese im Finanzministerium tätig gewesen, er Außenminister. 

In dem fast 20 Minuten langem Gespräch wiederholte Kurz mehrfach die Phrase "bei allem Respekt", suchte den Vergleich mit Ermittlungen gegen Werner Faymann als Bundeskanzler oder Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser. Beide wurden übrigens eingestellt.  

Den Vorwurf, die Umfragen seien getürkt oder manipuliert gewesen, wies Kurz zurück, es habe in den Jahren rund 30 Umfragen mit ähnlichen Ergebnissen gegeben.

Am Nachmittag nahm der Kanzler am Rande des Westbalkan-Gipfels in Slowenien bereits zu den Vorwürfen Stellung: „Das Vorgehen ist für mich leider nicht überraschend. Es sind immer wieder Vorwürfe erhoben worden, die sich allerdings als haltlos und falsch erwiesen haben.“

Auch diesmal bediene man sich wieder „derselben Systematik“. „Es werden einige SMS-Fetzen aus dem Zusammenhang gerissen und in einen anderen Kontext gestellt.“ Dann werde „drumherum ein strafrechtlicher Vorwurf konstruiert“. Und: „Ich bin überzeugt, dass auch diese Vorwürfe sich bald als falsch herausstellen.“