Die Polizei ermittelt zu einem möglichen Impfbetrug in Zusammenhang mit der Coronapandemie in einer Wiener Arztpraxis. Der Sprecher des Bundeskriminalamts (BK), Paul Eidenberger, bestätigte der APA am Freitag einen Bericht des Blogs "Stadtpolitik", dass es einen derartigen Fall gibt. Unter Verweis auf laufende Ermittlungen gab der BK-Sprecher aber keine Details dazu bekannt. Es seien zu dem Fall rund 600 Ermittlungsaufträge erteilt worden.

Dem Blog zufolge geht es um mehrere Hundert Menschen, die in der betreffenden Praxis Schutzimpfungen gegen Covid-19 nachtragen lassen haben sollen. Die Impfung sollen sie allerdings tatsächlich nie erhalten haben. "Stadtpolitik" berief sich dabei auf ein internes Schreiben des BK. Das LKA Niederösterreich führt auf Ebene der Landeskriminalämter die Ermittlungen.

Gefälschte Impfpässe zum Preis von rund 400 Euro seien auf Demos und in sozialen Netzwerken beworben worden. Die Übergabe sei auf der Straße oder in einer Wohnung in Simmering über die Bühne gegangen. Die Käufer sollen danach in die Wiener Ordination zum Nachtrag ins elektronische Impfregister geschickt worden sein. Dabei hätten sie auch nicht persönlich in die Praxis kommen müssen. Es habe gereicht, wenn ein Vertreter mit den Impfpässen und den zugehörigen E-Cards erschienen sei.