BewährungsstrafeVersuchte Bestechung: Lehrling legte Prüfung 600 Euro bei

Sechs Monate bedingt fasste ein 42-Jähriger aus. Er legte 600 Euro für eine positive Note in den Prüfungsbogen.

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Sujetfotos Landesgericht Klagenfurt Dezember 2019
© Symbol/KLZ Markus Traussnig
 

Ein 42-jähriger Salzburger, der zwei Prüfer mit Geld bestechen wollte, damit er die Lehrabschlussprüfung zum Reinigungstechniker besteht, ist am Montag am Landesgericht Salzburg zu einer Bewährungsstrafe von sechs Monaten verurteilt worden. Der bisher unbescholtene Mann war reumütig geständig. Er ist bereits ein Mal durchgefallen. Bei der Wiederholungsprüfung im Oktober 2021 legte er dem abgegebenen Prüfungsbogen 600 Euro für die Kommissäre bei.

Statt der erhofften positiven Note sah sich der Salzburger mit einem Strafverfahren konfrontiert. Die beiden Prüfer hatten das Bestechungsgeld in dem Prüfungsbogen abfotografiert und Anzeige erstattet. Der Angeklagte erklärte vor Gericht, er habe zu wenig gelernt, aber die Prüfung, die er im zweiten Bildungsweg absolvierte, unbedingt bestehen wollen, weil er arbeitslos gewesen sei und einen Job haben wollte.

Das Urteil wegen Bestechung und versuchter Anstiftung zum Amtsmissbrauch ist laut Gerichtssprecher Andreas Wiesauer rechtskräftig. Die bedingte Freiheitsstrafe wurde unter Bestimmung einer Probezeit von drei Jahren ausgesprochen.

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Danke für Ihr Verständnis.

deCamps
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Wie sollte man diese Verhaltensweise nennen?

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Einerseits: Lehrabschlussprüfung zum Reinigungstechniker?, er ist bereits ein Mal durchgefallen. Wie ist das bei diesem Beruf möglich?
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Andererseits: wie kann man einen Beamten unter diesen Voraussetzungen bestechen. Allerdings eine sehr harte Strafe. Aber hier gehts halt um die "Staatsräson". Wie u.a. Widerstand gegen die Staatsgewalt.
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1:1 wiedergegeben. Aber nicht nur die österreichische Realität. Liegt schon einige Zeit zurück. Einreichung um eine Gemeindewohnung eingereicht die Formulare beim zuständigen Beamten im Kuvert 5x 1.000 beigelegt "für die Kaffeekasse" und Abgang. Trotzdem einige Monate vorher eine angeblich unabhängige Kommission zur Vermeidung von derartigen früheren Beschwerden eingerichtet wurde.
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Ich muss noch immer über diese Möglichkeiten lachen. Daher hat der Gesetzgeber vor Jahren ein Gesetz beschlossen. Indem bis 400 Euro an "Trinkgeld" für gewisse Tätigkeiten straffrei gegeben werden können.
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In einem ehemaligen Oststaat, kurz nach der Öffnung, war ich mit einem Musterkoffer (Carnet) über Referenzen wegen einer Geschäftsanbahnung.

deCamps
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Der muss doch einen Betrieb haben, in dem man auf einen Gesellenabschluss eines Lehrlings darauf achtet.

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Ich habe in meinen beiden Unternehmen durch die Jahrzehnte eine Vielzahl von Lehrlingen ausgebildet, die alle am Ende ihrer Lehrzeit im obersten Lernerfolg lagen und einige haben dann durch meine Hilfe die Meisterprüfung und sich selbstständig gemacht. Bis auf einen sind alle bis dato noch immer selbstständig. Das mich heute noch immer mit Stolz erfüllt.

Leberknoedel
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Tja, da war eindeutig zu wenig dabei

Frag Shorty, der weiß wie sowas richtig gemacht wird