Neuer RekordÖsterreich wurde heuer von 1600 Erdbeben gebeutelt

Vier Beben hatten im Jahr 2021 eine Magnitude von 4,0 oder größer. Das war seit 1970 noch nie der Fall. Außerdem wurden elf Erdbeben aus Nachbarländern in Österreich wahrgenommen, darunter gleich fünf aus Kroatien.

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Mit insgesamt 106 Ereignissen gab es 2021 in Österreich einen Rekord an verspürten Erdbeben. Der Durchschnitt liegt bei 51 verspürten Beben pro Jahr (im Zeitraum 2000 bis 2021). Besonders häufig bebte es im Jahr 2021 in den Bundesländern Niederösterreich, Steiermark und Kärnten. Ein kräftiges Erdbeben im Raum Admont (Steiermark) und zwei Beben bei Neunkirchen (NÖ) waren die stärksten Erdbeben des Jahres und verursachten viele leichte Schäden an Gebäuden. Auch mäßige Schäden, wie Mauerrisse, wurden gemeldet.

Vier Beben hatten im Jahr 2021 eine Magnitude von 4,0 oder größer. Das war seit 1970 noch nie der Fall. Drei Beben pro Jahr mit einer Magnitude von mindestens 4,0 kommt hingegen immer wieder vor, zuletzt im Jahr 2013, und davor in den Jahren 1972, 1973, 1984, 1989, 1996. Statistisch gesehen tritt in Österreich etwa ein Mal pro Jahr eine Magnitude 4 oder größer auf.

Die stärksten Beben in Österreich 2021

Ardning (Stmk), 20. Jänner 2021:
Magnitude 4,5
leichte Schäden an vielen Gebäuden

Trofaiach (Stmk), 27. Jänner 2021:
Magnitude 3,3
Gegenstände fielen um, leichte Risse im Verputz

Breitenau am Steinfeld (NÖ), 30. März und 20. April 2021:
Magnitude 4,6 und 4,4
stärkstes Beben seit 20 Jahren in Ö
Menschen flüchteten aus Häusern
mäßige Schäden an Gebäuden

Gloggnitz - Ternitz (NÖ), 20. und 23. April 2021:
Magnitude 3,5 und 3,8
leichte Gebäudeschäden, Risse an Wänden

Wiener Neustadt (NÖ), 24. April 2021:
Magnitude 3,2
Gläser klirrten, Gegenstände fielen herunter

Wildschönau (Tirol), 16. August 2021:
Magnitude 4,0
Menschen flüchten aus Häusern
leichte Gebäudeschäden

Rekord, aber kein neuer Trend

Die Rekordzahl bedeutet aber keinen Trend zu mehr Erdbeben in Österreich. „Die tektonische Aktivität unterliegt natürlichen Schwankungen. Perioden mit höherem Erdbebenaufkommen wechseln sich mit ruhigeren Zeiträumen ab“, sagt Helmut Hausmann, Seismologe an der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). „Im vergangenen Jahr ereigneten sich einige stärkere Erdbeben, die durch die veränderten Spannungsverhältnisse im Untergrund zahlreiche Nachbeben verursachten. Etwa ein Drittel der in Österreich spürbaren Erdbeben waren Nachbeben von starken Ereignissen wie zum Beispiel bei Neunkirchen und Gloggnitz (NÖ), im Raum Admont (STMK) sowie aus Kroatien. “Im Jahr 2021 nimmt Niederösterreich mit 35 gefühlten Beben den ersten Platz unter den Bundesländern ein. Ebenfalls deutlich über dem Durchschnitt lag die seismische Aktivität in der Steiermark mit 23 und in Kärnten mit 15 fühlbaren Erdbeben. Auch in Tirol ereigneten sich 15 spürbare Beben, in Oberösterreich drei, in Vorarlberg zwei und in Salzburg und im Burgenland je eines. Aus dem Ausland wurden im Jahr 2021 elf Beben in Österreich wahrgenommen. Davon waren fünf aus Kroatien, jeweils zwei aus Ungarn und Italien und je eines aus Deutschland und Slowenien.

Über 34.000 Wahrnehmungsberichte 

Aufgrund mehrerer kräftiger Ereignisse und der insgesamt hohen Zahl an fühlbaren Erdbeben erreichte auch die Anzahl der Erdbebenmeldungen aus der Bevölkerung einen neuen Rekordwert. Über das Online-Wahrnehmungsformular der ZAMG auf der Website und über die App „QuakeWatch Austria“ langten 2021 mehr als 34.000 Wahrnehmungsberichte beim Erdbebendienst der ZAMG ein. Etwa 23.000 Meldungen konnten zwei stark verspürten Beben bei Neunkirchen zugeordnet werden.

 

 

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