WienAnklage gegen mordverdächtigen Bierwirt liegt vor

Die Staatsanwaltschaft Wien hat gegen einen mordverdächtigen Bierwirt Anklage erhoben, der am 29. April 2021 in Wien-Brigittenau mit einer Faustfeuerwaffe seine Ex-Freundin erschossen haben soll. Ein Termin für den Prozess steht allerdings noch nicht fest.

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Der Tatverdächtige bei seinem letzten Prozess © APA/HERBERT NEUBAUER
 

Die erschossene Frau - eine Krankenschwester - soll wenige Tage vor den tödlichen Schüssen ihre 15-jährige Beziehung zu dem 43-Jährigen endgültig beendet gehabt haben. Darauf soll er bewaffnet in ihrer Wohnung aufgetaucht und in Gegenwart eines Nachbarn in Tötungsabsicht zwei Mal auf sie gefeuert haben.

Die Beziehung lief nicht immer harmonisch, immer wieder kam es zu kurzen Trennungsphasen. Der Verdächtige brachte es zu einiger unrühmlicher Berühmtheit, indem er einen Rechtsstreit mit der Grünen Klubobfrau Sigrid Maurer anzettelte. Seit dieser Zeit soll auch sein Alkohol- und Drogenkonsum zugenommen haben, was in der Beziehung mit seiner Freundin zu massiven Problemen führte.

Etwa eine Woche vor den tödlichen Schüssen - die Frau erlag in einem Spital ihren Verletzungen - war es bereits zu einem gefährlichen Zwischenfall in der Wohnung der 35-Jährigen gekommen. Der Bierwirt verhielt sich der Familie der Frau derart ungehörig, dass der Vater der 35-Jährigen den Mann aus den Räumlichkeiten warf. Dabei nahm der 43-Jährige eine Waffe, repetierte und richtete sie auf den Schwiegervater.

Nach dem Vorfall wurde keine Anzeige erstattet, jedoch beendete die 35-Jährige nun endgültig die Beziehung zu dem Gastronomen. Am 29. April kam der Verdächtige erneut zur Wohnung zur nunmehrigen Ex-Freundin. Obwohl Nachbarn auf Besuch waren, zog er eine Waffe und schoss der Frau laut Anklage gezielt auf den Oberschenkel und in den Kopf.

Danach setzte er sich in den Innenhof der Wohnhausanlage und trank eine Flasche Rum sowie eine Flasche Vodka fast zur Gänze aus, bis ihn die Polizei festnahm.

Kein Einspruch der Verteidigung

"Es tut ihm furchtbar leid", meinte nun sein Verteidiger Manfred Arbacher-Stöger im Gespräch mit der APA. Er habe die Tat "im Zustand voller Berauschung" begangen und sei deshalb nicht schuldfähig, sagte Arbacher-Stöger. Neben Mord legt die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten auch schwere Nötigung und unerlaubten Waffenbesitz zur Last. Arbacher-Stöger will gegen die Mordanklage keinen Einspruch erheben.

Ein von der Staatsanwaltschaft in Auftrag gegebenes psychiatrisches Gutachten ergab, dass von dem Beschuldigten eine hohe Gefährlichkeit ausgeht, weshalb zusätzlich die Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher nach Paragraf 21/2 Strafgesetzbuch (StGB) beantragt wurde.

Kommentare (2)
Gelernter Ösi
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Das wäre zu einfach.

Sich mit Hochprozentigem Volllaufen zu lassen und sich auf den Alkohol auszureden - noch dazu hat er den (meisten) Alk anscheinend nach der Tat getrunken.

Heike N.
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Das hat Walter Moers schon vor Jahren gewusst

aus Schöner Leben mit dem kleinen Arschloch - Drogen

Alkohol

Alkoholiker sind die Handwerker unter den Drogenabhängigen. Der Alkoholrausch ist der einzige Rausch, den man schichtweise hochziehen kann wie eine Backsteinmauer. Einmal errichtet, bildet er einen soliden Schutzwall gegen das Elend der Welt, gegen Schmerz, Not und Frauenblusen mit Männernamen.

Alkohol beseitigt außerdem nicht nur unnötige Hemmungen und moralische Bedenken, er schränkt auch noch die Schuldfähigkeit ein: Schlachten Sie ruhig Ihre Familie mit dem Schlagbohrer ab, häuten Sie einen Polizisten mit einem Käsehobel oder zünden Sie ein Asylantenheim an - aber genehmigen sie sich vorher um Gottes Willen eine Flasche Reisschnaps, dann kommen Sie mit ein paar Monaten auf Bewährung davon