Tragödie in ZagrebGetötete Kinder: Ermittler vermuten Ersticken und Medikamentengabe

Jener Wiener, der seine drei kleinen Kinder in seiner Wahlheimat Zagreb getötet haben soll, liegt weiter im Krankenhaus. Laut Ermittlern wurden an den Kindern Würgemale gefunden, jedoch nicht bei allen dreien. Unterdessen distanzieren sich die Freimaurer von ihm.

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Kroatien Zagreb drei Kinder getötet Vater
Im obersten Stock dieses Wohnhauses wohnte der geschiedene Vater. Seine Kinder waren übers Wochenende bei ihm. © AFP
 

Im Fall der drei in Zagreb von ihrem österreichischen Vater getöteten Kinder wurde noch kein Obduktionsergebnis veröffentlicht. Die Kinder, Zwillinge (ein Bub und ein Mädchen, 7) und ihr kleiner Bruder (4) waren ja in der Nacht auf Samstag in Zagreb tot in der Wohnung ihres Vaters aufgefunden worden. Gegen den Vater, einen 56-jährigen Wiener, wird wegen des Verdachts des schweren Mordes ermittelt.

Kroatische Medien berichten über furchtbare Details: Laut Ermittlern seien Würgemale am Hals der Kinder gefunden worden, jedoch nicht bei allen drei Kindern. Die Ermittler vermuten, dass entweder Ersticken oder eine Vergiftung mit Medikamenten zum Tod der Kinder geführt habe. Toxikologische Untersuchungen laufen.

Der Vater der Kinder liegt weiterhin in Zagreb im Krankenhaus. Er dürfte vergeblich versucht haben, sich das Leben zu nehmen. Wann er einvernommen werden kann, ist noch nicht klar. Davor Vagić, der ärztliche Leiter im Spital Vinogradska, sagte gestern gegenüber kroatischen Medien, dass Ermittlungen laufen, um festzustellen, ob der Mann unter dem Einfluss von Psychopharmaka stand und welche Auswirkung diese auf seine mentalen Prozesse hatten. Der Vater könnte bereits am Montag aus dem Spital entlassen und dem Untersuchungsrichter vorgeführt werden.

Öffentliches Abschiedsposting auf Facebook

In einer Art Abschiedsbrief hatte der von der Mutter der Kinder geschiedene Mann auf Facebook und Instagram Vorwürfe sowohl gegen Teile seines Umfeldes als auch seine "Brüder" bei den Freimaurern erhoben und über Geldsorgen geklagt. Außerdem beklagte er die Trennung seiner Ex-Freundin. Ob seine Kinder da bereits tot waren, ist nicht geklärt. Die drei Kinder erwähnt er in dem Posting nicht. Das Posting auf Facebook wurde inzwischen entfernt, von wem, ist nicht klar.

Die Großloge der Freimaurer in Österreich hat am Sonntag dementiert, dass der Wiener ein Mitglied einer Loge war, weder in Österreich noch in Kroatien.  Der Verdächtige hatte im Abschiedsbrief behauptet, dass ihm bei seinen finanziellen Problemen "nicht einmal meine Freimaurerbrüder" geholfen hätten und dabei auch Personen namentlich genannt. "Wenn überhaupt, dann kann er nur in einer von der internationalen Freimaurerei nicht anerkannten Loge sein", so der Sprecher.

Die Polizei hatte zunächst erklärt, die Familie sei bisher unauffällig gewesen. Doch kroatische Medien berichten, es habe sehr wohl Vermerke wegen häuslicher Gewalt gegeben. Das Elternpaar ist seit Jahren geschieden.

Seinen Profilen auf sozialen Medien zufolge dürfte der Wiener diverse Probleme gehabt haben, er beschreibt einen noch nicht allzu lange zurückliegenden längeren Krankenhausaufenthalt nach einem Aortariss. Zudem dürfte sein Geschäftsleben nicht mehr gut gelaufen sein: Der Mann war mehrere Jahre in namhaften Unternehmen tätig und hatte dann eine Finanzberatungsfirma gegründet. Deren Webseite ist jedoch nicht mehr aufrufbar. In seinem Abschiedsposting klagte er darüber, kein Geld mehr zu haben.

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