KroatienVater soll drei Kinder getötet haben: Ermittlungen wegen schweren Mordes

Tragödie in Kroatien: Wiener soll seine Kinder erstickt haben. Sie waren vier und sieben Jahre (Zwillinge) alt. Eine Obduktion ist für heute angeordnet. Der Vater dürfte versucht haben, sich das Leben zu nehmen.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Zagreb: Težak zločin na Mlinovima, policija obavlja očevid
Drei Kinder in Kroatien getötet: Die Polizei sichert die Zufahrt zur Wohnanlage in Zagreb, in der der Vater der Kinder lebt © (c) PIXSELL (Marko Prpic/PIXSELL)
 

Entsetzliche Familientragödie: Ein österreichischer Staatsbürger (56) mit fester kroatischer Adresse soll seine drei kleinen Kinder (4 Jahre und Zwillinge, 7) in Zagreb ermordet haben. Das berichtet die kroatische Zeitung 24sata.

Demnach wurden die Kinder, ein vierjähriger Bub sowie ein Bub und ein Mädchen (beide 7) leblos in der Wohnung des Vaters gefunden. Die Polizei ermittelt wegen schweren Mordes. Die Kinder seien erstickt oder erwürgt worden, wie das Portal jutarnji.hr unter Berufung auf die Polizei berichtete. Heute soll die Obduktion in der Gerichtsmedizin stattfinden.

Wiener soll drei Kinder in Kroatien getötet haben

Der Vater, ein Wiener, soll versucht haben, sich das Leben zu nehmen. Die Polizei fand ihn demnach benommen in der Wohnung und brachte ihn ins Krankenhaus. Er befindet sich im stabilen Zustand auf der Intensivstation im Zagreber Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern, ist laut Medienberichten außer Lebensgefahr und wird von der Polizei bewacht. Die Staatsanwaltschaft teilte mit, dass sie wegen schweren Mordes ermittelt. Für die Straftat ist in Kroatien eine Haftstrafe von mindestens zehn Jahren vorgesehen.

Die Mutter der Kinder - die Eltern sind geschieden - war zum Tatzeitpunkt nicht in Zagreb - die Kinder verbrachten das Wochenende bei ihrem Vater. Der Mann, der in Zagreb lebt und arbeitet, betrieb in Kroatien ein Unternehmen, das laut der Tageszeitung "Jutarnji List" im Juli 2020 gegründet worden war. Er schien auch in weiteren, aber nicht mehr aktiven kroatische Unternehmen auf, und war demnach seit 2007 in dem Land beruflich tätig, betrieb aber auch eine Firma in Wien.

Abschiedsbrief

Die Zagreber Polizei bestätigte Medienberichte, wonach sie alarmiert wurde, nachdem der Mann auf sozialen Netzwerken Selbstmord angekündigt hatte. In dem Abschiedsbrief klagt er über sein persönliches Umfeld sowie "Brüder" aus den Reihen der "Freimaurer" und schreibt über Geldsorgen. Daraufhin wurde die Polizei alarmiert. Diese fand in der Wohnung in einem Mehrfamilienhaus gegen 2 Uhr den 56-Jährigen in benommen und schlechtem Gesundheitszustand sowie drei leblose Kinder. Der Rettungsdienst bestätigte den gewaltsamen Tod der Kinder. Der Mann sei in ein Krankenhaus gebracht worden, hieß es vonseiten Polizei. Laut Medienberichten wurde der jüngere Bub im Schlafzimmer im Bett gefunden worden, die Zwillinge waren im Wohnzimmer.

Kroatische Medien haben auf ihren Internetseiten weitere Details veröffentlicht, darunter auch den Abschiedsbrief. "Auf Wiedersehen, alle zusammen. Ich werde gehen, weil ich nicht mehr kann", schrieb er auf Englisch und erwähnte finanzielle Probleme sowie eine kürzlich beendete Beziehung. "Alles was ich in den letzten eineinhalb Jahren versucht habe, hat mich nicht zurück zur Arbeit gebracht", betonte er weiter und schrieb, dass nicht einmal seine "Freimaurer-Brüder" ihm helfen wollten.

Familie bisher unauffällig

Die Mutter soll Samstagmorgen im Krankenhaus in Dubrovnik die Nothilfe aufgesucht haben. Laut Polizeiangaben habe es eine zurückliegende Intervention wegen Gewalt in der Familie gegeben. Das zuständige Kinderamt hatte mit der Familie lediglich im Jahr 2018 während der Scheidung zu tun. Damals seien die Eltern gemeinsam zu einer Beratung erschienen, wo sie eine Vereinbarung über gemeinsames Sorgerecht abgegeben hatten. Danach waren den Behörden keine Vorfälle mehr bekannt geworden, sagte die Staatssekretärin im Familienministerium, Margareta Madjeric, laut Medienberichten.

Eine Sprecherin des Außenministeriums bestätigte der APA am Nachmittag "den Tod dreier minderjähriger österreichischer Staatsbürger in Zagreb". Die Botschaft versucht, mit den Angehörigen Kontakt aufzunehmen.

Hilfsangebote

Kreisen Ihre Gedanken darum, sich das Leben zu nehmen? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Hier finden Sie - auch anonyme - Hilfsangebote in vermeintlich ausweglosen Lebenslagen. Per Telefon, Chat, E-Mail oder im persönlichen Gespräch.

Wir bitten um Ihr Verständnis, dass zu diesem Artikel keine Kommentare erstellt werden können.

Forenregeln lesen