Jetzt wird es teuer"Raserpaket" tritt mit 1. September in Kraft

Führerscheinentzugsdauer und Strafhöchstmaß werden verdoppelt. Die Beschlagnahme von Fahrzeugen ist im ersten Paket noch nicht dabei.

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Am 1. September 2021 tritt die Gesetzesnovelle zum "Raserpaket" in Kraft. Die Änderungen in der Straßenverkehrsordnung und im Führerscheingesetz beziehen sich vor allem auf die massive Überschreitung der gesetzlichen Tempolimits im Ortsgebiet und auf Freilandstraßen und den damit verbundenen Strafen und Führerscheinmaßnahmen. Damit soll auch gegen die immer häufiger vorkommenden illegalen Straßenrennen vorgegangen werden.

Wer künftig die vorgeschriebenen Geschwindigkeitslimits im Ortsgebiet oder Freiland massiv überschreitet, muss ab September mit einem deutlich längeren Führerscheinentzug rechnen. Der ÖAMTC-Chefjurist Martin Hoffer nennt Beispiele: "Drohte bisher bei erstmaliger Übertretung um 41 bis 60 km/h im Ortsgebiet ein Führerscheinentzug von zwei Wochen, so ist es jetzt ein Monat. Wiederholt sich das Vergehen, drohen drei Monate. Mit jeder weiteren Überschreitung sind es, je nach Schwere, drei bis sechs Monate."

Wurde eine Übertretung begangen, läuft der Vermerk im Führerscheinregister erst nach vier Jahren ab. Danach gilt eine gleichartige Übertretung wieder als "erstmalig". Zusätzlich wurden die Strafen bei schweren Übertretungen teilweise mehr als verdoppelt, etwa das Höchstmaß von 2.180 auf 5.000 Euro. Die im Zuge des "Raserpakets" ebenfalls diskutierte Beschlagnahmung von Fahrzeugen dürfte in den nächsten Monaten konkretisiert werden.

Kontrollen sind entscheidend

"Für eine abschreckende Wirkung der Strafen bei extremer Raserei ist es wichtig, dass diese Maßnahmen ausreichend kommuniziert werden, das war mit ein Grund für diese Novelle. Generell begrüßen wir, dass nun mehr gegen rücksichtslose Rowdys unternommen werden kann. Entscheidend sind aber die Dichte und Qualität der Überwachung durch die Exekutive, denn nur die Strafdrohungen allein schrecken echte Raser nicht ab", meint Hoffer. Um bei so schwerwiegenden Strafmaßnahmen Rechtssicherheit zu gewährleisten, plädiert der Mobilitätsclub dafür, dass bei Lasermessungen eine entsprechende Fotodokumentation der Geschwindigkeit und des Kennzeichens stattfindet, um Ablesefehler zu vermeiden.

Unfälle meist im Ortsgebiet

63 Prozent aller Verkehrsunfälle, bei denen im Vorjahr Menschen verletzt wurden, ereigneten sich im Ortsgebiet. Darauf machte der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) in einer Aussendung aufmerksam. Insgesamt gab es dabei 22.812 Verletzte und 89 Todesopfer in Ortsgebieten, geht aus Zahlen der Statistik Austria hervor. 40 Prozent der Todesopfer waren Fußgängerinnen und Fußgänger, sechs von zehn waren älter als 70 Jahre. Der VCÖ fordert, dass in Ortsgebieten Tempo 30 die Regel und höheres Tempo die Ausnahme werden soll. Eine solche Regelung gelte in Paris seit dem (heutigen) Montag, in Spanien seit Mai und in Brüssel seit Jahresanfang.

Kommentare (11)
leonlele
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Ich seh das noch immer viel zu harmlos

Wenn jemand im Ortsgebiet 40 km/ h zu schnell fährt gehört ihm der Führerschein ohne wenn und aber für sechs Monate entzogen und zwar gleich beim 1. Mal

scionescio
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Liebe KLZ Redaktion, warum ist der Kommentar gelöscht worden …

… wo ich angemerkt habe, dass der VCÖ von der ÖBB mit bezahlten Studien beauftragt wird und die beiden zusammen dem Mobilltätspreis ausrichten- von einer Objektivität für alle Arten von Mobilität kann da wohl kaum mehr eine Rede bei diesem Lobbyistenverein sein.
Auch die Behauptungen, dass ein Großteil der angestellten VCÖler Fundraising Experten und keine Mobilitätsexperten sind, lässt sich mit einem Blick auf die Webseite leicht verifizieren.

Warum dürfen das die Leser der KLZ nicht wissen?

Stony8762
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Die Strafen für diese (zumindest) fahrlässigen Gefährder können nicht hoch genug sein!

scionescio
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„Der VCÖ fordert …

… dass in Ortsgebieten Tempo 30 die Regel und höheres Tempo die Ausnahme werden soll“

Und ich fordere, dass dieser unnötige Lobbyistenverein nicht als eine maßgebliche Institution gesehen und zitiert wird.

heku49
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Lobbyistenverein....und maßgeblich beim neuen Strafausmaß....

.....lieber schweigen, als solch unwahren Kommentar...

....die Statistik über Tote und Verletzte aufgrund überhöhter Geschwindigkeit
stimmt leider!

scionescio
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@Heku: und was genau ist daran unwahr?

Wenn ich mich richtig erinnere, gab es zu diesem Thema sogar parlamentarische Anfragen.
30km/h flächendeckend ist gleichbedeutend mit einem Verkehrskollaps zu Stoßzeiten.

Wenn es besser ausgebaute Straße/Autobahnen geben würde, wäre die Todesstatistik auch gleich viel besser (dort passieren am wenigsten Unfälle und niemand müsste unnötig durch die Städte und Dörfer fahren - aber das passt ja nicht ins Verteufelungskonzept!)

Der Verkehr soll ja minimiert werden, indem er erschwert wird - ganz egal, ob es überhaupt sinnvolle Alternativen dazu gibt!

Wenn zuviel Sauerstoff verbraucht wird, erschwere ich das Atmen, indem ich den Mund verklebe - wer dann erstickt, hat halt Pech gehabt… als ob alle Menschen nur zum Spaß durch die Gegend fahren würden!

Don Papa
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VCÖ

Sonderbarer Verein mit seltsamen Forderungen

glashaus
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VCÖ

dann sollte dieser Verein auch mal eine Mindestgeschwindigkeit auf Freilandstraßen fordern. Denn auch diese permanenten Schleicher stellen eine erhebliche Gefahr dar.

seierberger
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Völlig richtig

Und bitte auch die permanenten Rechtsfahrer auf der Autobahn. Da ist nämlich ein Raser kaum mehr gefährdend.

Kager-Stocker Rosa
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Links/ rechts

Mich stören auf der Autobahn die Mittelspurfahrer bzw. Linksfahrer mehr als die Rechtsfahrer 😉

seierberger
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Linksfahrer

Hab ich gemeint 🤗🙉