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Corona als AnstoßVCÖ-Studie: Fußgänger und Radler brauchen mehr Platz

Die Corona-Pandemie hat in Österreich zu einem Boom bei Radfahrern und Fußgängern geführt. Studie des VCÖ sieht Trend durch viele Hürden gebremst und fordert unter anderem breitere Geh- und Radwege, andere Ampelschaltungen und Tempo 30 im Ortsgebiet.

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Der Radverkehr soll nicht länger durch unnötige Hürden gebremst werden, fordert der VCÖ © APA/GEORG HOCHMUTH
 

Seit dem Ausbruch der Coronakrise gehen die Österreicher deutlich mehr zu Fuß oder fahren mit dem Rad. Das ergab eine Umfrage des Instituts TQS im Auftrag des Verkehrsclub Österreich (VCÖ). Demnach gaben 43 Prozent der insgesamt 1000 Befragten an, seit der Pandemie mehr als Fußgänger unterwegs zu sein, 26 Prozent nutzen auch das Fahrrad häufiger. Jeder Zweite teilte die Einschätzung, dass der Anteil der Fußgänger und Radler auch nach Ende der Coronakrise größer bleiben werde als davor. Diesem an sich erfreulichen Trend stehe in Österreich allerdings eine Reihe an Hindernissen entgegen, kritisiert der VCÖ in einer aktuellen Studie und fordert mehr Platz für aktive Mobilität sowie Anpassungen in der Straßenverkehrsordnung (StVO).

Mehr als 700.000 Autofahrten pro Tag sind in Österreich laut der Studie kürzer als einen Kilometer, mehr als vier Millionen Fahrten enden bereits nach weniger als fünf Kilometern. Ein guter Teil davon ließe sich problemlos durch sanfte Mobilität ersetzen, sagt VCÖ-Experte Michael Schwendinger. "Das Problem ist aber, dass es für den Fußgänger- und Radverkehr zu wenig Platz gibt." Fehlende oder viel zu schmale Gehsteige, die durch Verkehrsschilder oder Verteilerkästen zusätzlich beschnitten werden, bremsen die Fußgänger ebenso aus wie Ampeln mit langen Rot- und kurzen Grünphasen. Dabei sollten laut den offiziellen Planungsrichtlinien Gehsteige und Radwege mindestens zwei Meter breit sein, Radwege mit Gegenverkehr sogar drei Meter. "Die Realität sieht auf vielen Straßen anders aus, selbst abgestellten Autos wird meist mehr Platz gegeben als den Bürgerinnen und Bürgern", kritisiert Schwendinger. In Wien etwa seien 38 Prozent aller Gehsteige schmäler als zwei Meter.

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Erst kommt das Auto, dann der Mensch: Derart gestaltete Gehsteige sind in Österreich keine Seltenheit © VCÖ

Neben einer Infrastrukturoffensive und fußgänger- und radlerfreundlicheren Ampelphasen fordert der VCÖ auch rechtliche Anpassungen. So seien in der StVO nach wie vor zahlreiche Bestimmungen verankert, die das Gehen und Radfahren erschweren. Schwendinger nennt als Beispiel den Sondernachrang für Radfahrer, die einen Radweg verlassen, und tritt stattdessen für ein Reißverschlusssystem ein. "Die StVO ist nach wie vor auf den Autoverkehr fokussiert, andere Gruppen werden benachteiligt." Das führe laut VCÖ dazu, dass sich Radler und Fußgänger oft gefährdet fühlen und deshalb erst recht ins Auto steigen, was das Problem weiter verschärfe.

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So viel Platz beanspruchen die unterschiedlichen Fortbewegungsmittel rechnerisch © VCÖ

Für die Ortsgebiete fordert der VCÖ deshalb generell Tempo 30. Nur wo es die Verkehrssicherheit explizit zulasse, sollen weiter 50 km/h erlaubt sein. Derzeit befindet sich die StVO in einem Novellierungsprozess. Tempo 30 in Ortsgebieten soll dabei aber kein Thema sein, wie zu hören ist.

Kommentare (4)
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argus13
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VCÖ

ist ein Verein, der welche Mitglieder hat und vom wem finanziert wird. Warum sagen sie nicht gleich, alle Autos gehören weg, jeder soll mit Öffis, Rad fahren oder zu Fuß gehen. Dann sollten auch keine LKW mehr zustellen, weil die mehr Abgase verursachen als PKWs.! Und dann sind alle Weltfremden glücklich und zufrieden. Aber dann auch gleich den Saharastaub verbieten! VCÖ Nein danke

PucherGerhard
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Anti-Verkehrsclub passt besser

Es ist ja ganz offiziell eine Umweltorganisation, die von der öbb finanziert wird. Ich finde es nur schlimm, dass diese Herrschaften von den Medien immer wieder zitiert werden.

Pelikan22
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VCÖ - der größte Schwindelverein den ich kenne!

Ein Verkehrs- bzw. Mobilitätsverhinderer wie er im Buch steht! Vielleicht für die Großstadt geeignet. Ein Flop bei uns am Land!

kritik53
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Sehr richtig

Es gibt keinen Verein, der ähnlich parteipolitisch gesteuert ist. Die Vertreter dieses Vereines schlagen ständig auf Autofahrer und Verkehr hin, weil man sich in der Bundeshauptstadt ja am Nabel des bestens ausgestatteten öffentlichen Verkehrs befindet. Knoflacher und Co würden sich am liebsten eine eigene Eisenbahn für jeden Haushalt wünschen