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Experten zu B.1.1.7 Popper: "Mutation wird im Februar und März Oberhand gewinnen"

Simulationsforscher Popper: Infektiösere Varianten werden aber "im Februar, spätestens im März die Oberhand gewinnen" - Das werde laut Anschober "die schwierigste Phase der Pandemie".

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CORONA: PK SOZIALMINISTERIUM 'B.1.1.7 - SEQUENZIERUNGEN, MODELLIERUNGEN UND MASSNAHMEN'
Simulationsforscher Nikki Popper © APA/GEORG HOCHMUTH
 

Die infektiöseren Mutationen des Coronavirus sind in Österreich noch nicht flächendeckend vorhanden. Das erläuterten Experten bei einer Pressekonferenz am Donnerstag im Gesundheitsministerium. Gesundheitsminister Rudi Anschober sagte, in Österreich zeigt sich, dass die  zweite Welle in Österreich deutlich dramatischer darstellt, als die erste. Der Trend gehe mittlerweile in die richtige Richtung, die Maßnahmen würden wirken. Die derzeitige Sieben-Tage-Inzidenz beträgt derzeit 115, das Ziel sei aber 50. Seit Jahresbeginn sei man wieder unter dem EU-Durchschnitt. "Es gehe in eine gute Richtung, jedoch es sei der falsche Weg nun in Zufriedenheit zu verfallen. Aus meiner Sicht werden der Februar und März die schwierigsten Phasen der Pandemie. Der Grund: B.1.1.7", betont Anschober.

Diese Maßnahmen werden gesetzt

Deswegen werde man nun schrittweise alle positiven Ergebnisse auf die Variante getestet. Auch die Testungen der Kläranlagen werden ausgebaut. Es soll bis zu 400 Sequenzierungen in der Woche geben.

Zudem werde die neue Verordnung mit der Lockdownverlängerung, höherem Mindestabstand und FFP2-Maskenpflicht in Öffis planmäßig ab Montag 0 Uhr gelten.

So funktionieren Sequenzierungen

Genomforscher Gustav Bock erklärt wie Sequenzierung funktioniert. Der leitende Forscher am CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin, führt die Genom-Sequenzierung und Analyse für Genom Austria durch. Sequenzierungen dauern lange Zeit, weil sie sehr komplex sind. Die Vollgenomsequenzierung könne auch minimale Abweichungen bei Testungen feststellen und sei daher die genaueste Variante. Man könne dadurch die komplette DNA-Sequenz des Virus rekonstruieren. Man wisse dann auf genetischer Ebene alles was es über das Virus zu wissen gibt. Man könne also jede Variante und Veränderung feststellen.  Wie oft die Mutationen vorkommen, dafür sind die Vollsequenzierungen "nicht das Mittel der Wahl".

Zuerst muss die RNA isoliert werden und vervielfältigt. Erst dann ist nach Vorbereitungen eine Sequenzierung möglich. Die Sequenzen kommen in vielen Teilen heraus, die am Computer sozusagen wieder "zusammengesetzt" werden müssen, erklärt der Experte. Jeder Schritt dauere einen Tag.

Bei Kläranlangenanalysen sehe man, dass die britische Variante noch nicht großflächig angekommen ist. Es gibt derzeit nur einzelne Cluster. In zwei Wochen könne man mit den Kläranlagenproben über 50 Prozent der österreichischen Bevölkerung abdecken.

Lage in Salzburg

Nun ist Infektiologe Richard Greil vom Uniklinikum in Salzburg am Wort. Gerade in Salzburg wurden in Kläranlagen die neue Mutation bereits nachgewiesen. Es gab eine große Zunahme der Fälle gegen Anfang des Jahres. Darum gab es die Vermutung, dass die britische Mutation in Salzburg angekommen sei. Daten aus der Kläranlagenanlysen bestätigten dies.

Das sind die Konsequenzen: Nun gibt es 14 Teststationen im Bundesland, dazu mobile Testteams. Sinnvoll wäre es, mehr Sequenzierungen durchzuführen. Es seien jedoch gute Simulationen möglich - man brauche aber noch weitere Studien zu der Mutation. "Wir müssen auch Reinfektionen genau beobachten", so der Experte.

Große Gefahr sieht Greil darin, den Zeitraum zwischen erster und zweiter Impfdosis zu strecken.

Was heißt das nun für Österreich?

Simulationsforscher Nikki Popper soll aus diesen Daten nun eine Voraussicht für Zukunft zu errechnen. Er beschreibt seine Aufgabe so: Daten zusammenbringen, Dynamik verstehen, Zukunftssimulationen erstellen. Popper geht von sinkenden Fallzahlen aus. "Aktuell würden die Maßnahmen wirken, wenn auch nicht so stark",  so der Forscher. Die schlechte Nachricht sei jedoch: "Die Mutation ist hier, jedoch noch nicht großflächig."

Studien beweisen eine 50-70 Prozent höhere Infektiösität bei B.1.1.7. Man wisse, dass die Mutation ansteckender sei, als die ursprüngliche Variante. Auch Popper geht davon aus, dass die Mutation im Februar und März die Oberhand gewinnen wird. "Wir werden das nicht verhindern können, sie wird sich ausbreiten", sagt Popper zur Mutation. Was die Maßnahmen im Moment bewirken sei vor allem ein Zeitgewinn.
Als besonders wichtige Maßnahmen beschreibt Popper testen, tracen und isolieren.

Das bedeute nun aber nicht, "dass die Welt untergeht". Die gute Nachricht sei, dass auch in Großbritannien und Irland die Zahlen wieder nach unten gehen. "Offensichtlich wirken die Maßnahmen", sagte Popper. Bis die Hospitalisierungszahlen sinken, dauert es aber mindestens drei bis vier Wochen. Insgesamt gebe es bei SARS-CoV-2 eine "enorme Dynamik". "Wir alle sind dem ausgeliefert und müssen damit umgehen", sagte Popper und betonte, dass mehr Distanz und eine strengere Maskenpflicht wirken. Denn damit "gewinnen wir Zeit", die Ausbreitung könne aber "nicht verhindert werden". "Es wird weitere Mutationen geben", sagte der Forscher.

Er prognostizierte für die kommende Woche eine Reduktion der täglichen Fallzahlen Richtung unter 1.000. Die Situation sei stabil, "ich erwarte im Moment keinen Anstieg". Die Maßnahmen - der harte Lockdown wurde ja verlängert, ab Montag wird nochmals nachgeschärft - wirkt, "aber nicht so stark, wie wir uns das oft wünschen würden", sagte der Experte.

In Österreich stehe man bei 150.000 Impfungen. Ab 200.000 würden wir erste Unterschiede bei den Sterberaten und der Belegung der Intensivstationen merken. Markante Reduzierungen seien dann ab 2,5 Millionen Geimpften zu erwarten.

Werden die Ansteckungen pro Tag durch B.1.1.7 höher sein als im Peak im November? Popper erwartet momentan keinen Anstieg bei den Infektionszahlen. Was passieren könne sei, dass sie wieder ansteigen, wenn die Maßnahmen gelockert werden.

Fragen der Journalisten

Zu den FFP2-Masken, die für Bedürftige kostenlos sein sollten: Bis Ende nächster Woche sollten alle Gratis-Masken für Menschen über 65 Jahren zugestellt sein. Anschober bestätigte noch einmal den Bericht der Kleinen Zeitung, welche Ausnahmen es dazu gebe.

Anschober geht von einer Zulassung von AstraZeneca aus, jedoch sei nicht klar, ob auch für über 65-Jährige. Daher würde man sich auf beide Varianten vorbereiten. Deswegen wurden die Biontech-Impfstoffe noch einmal aufgestockt.

 

 

Kommentare (64)
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hermannsteinacher
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Mutationsbefürchtungen

sind keine rechtliche Begründung für Lockdown etc.

Bobby_01
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Kontrolle wäre

erforderlich.
Leider erfolgt dies nicht.
Bei uns in Rosental findet nahezu täglich eine Garagenparty statt und niemanden kümmert das.

Stony8762
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Es gibt nur 2, die sich über die 'Hilfe' so vieler 'Denkunbelasteter' freuen! Rechtsextreme und Corona!

hermannsteinacher
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Corona

ist keine Person.

voit60
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Für den Oberrechner der Nation

Heute ist der 21. Tag, im 21. Jahr vom 21 Jahrhundert. Bemerkenswerter Tag.

Bobby_01
16
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mit diesen

halbherzigen Lockdown kommen wir nicht weiter.
Heute sind die Neuinfektionen wieder deutlich gestiegen.
Sofortiges shutdown komplett ist erforderlich. Dies für zumindest 3 Wochen, alles nicht systemrelevante zu, Grenzen zu. Totale Ausgangssperre!
Dann sind wir mit den Zahlen unten und man kann langsam lockern, Grenzen sollen zu bleiben.

hermannsteinacher
1
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Wieder einer der schlampigen Vielen,

welche ein Testergebnis und eine Infektion nicht zu unterscheiden imstande sind!

Urbanz10
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Corona

ist hr, popper eigentlich virologe ? mutationen sind was ganz normales. muss nicht der impfstoff gegen grippe deshalb jedes jahr neu angepasst werden ?. die wollen nur nicht dass wir ein normales leben führen. es ist nur mehr traurig. außerdem hat uns hr. kurz angelogen, in südtitol gibt es keinen lockdown. wer einmal lügt......

Flogerl
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Ich hab ja schon....

.... viel Blödsinn gelesen, aber das übertrifft vieles. Wer sollte bitte ein Interesse daran haben, uns ein sog. normales Leben zu verbieten ??? Und vor allem, wer hat den leistesten Vorteil dadurch ? Und der Hr. Kurz (also ein Politiker) hat gelogen ? Na servas, hoffentlich überleben wir das alles ?

GanzObjektivGesehen
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Herr Popper ist Simulationsforscher. Steht in der Überschrift.

Er beschäftigt sich mit der räumlichen und zeitlichen Verbreitung des Virus. Das ist eine mathematische Frage, keine medizinische.

leben123
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Maskenpflicht überall? Nur FPÖ-Fraktion im Parlament NICHT?? Konsumation im Interspar-Restaurant Villach

Dieses Thema wurde sicher bereits einige Male angesprochen, aber es ist nicht einzusehen, warum die FPÖ-Fraktion im Parlament seelenruhig OHNE Mundnasenschutz oder Maske herumspazieren darf!!! Wenn ich in ein Amt oder NUR EINKAUFEN gehe muss ich auch geschützt sein, sonst werde ich dort streng genommen "rausgeschmissen". Gilt denn für diese primitiven FPÖ-ler tatsächlich gar nichts mehr, normalerweise müssten diese ja aus dem Parlament verjagt werden!!
Dann noch ein Thema: Speisenkonsumation trotz Verbot im Restaurant - heute mittags selbst beim vorbeigehen beobachtet, wie sehr viele Personen im Interspar-Restaurant im Atrio in Villach ihre Speisen am Tablett an die Tische gebracht und dort konsumiert haben - also wie geht denn sowas, müsste ja die Restaurantleitung tätig werden oder????

scionescio
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Wenn das der bevorzugte Hofsimulant der Message Control sagt, bin ich einigermaßen beruhigt ...

.... bisher ist ja noch nie eingetreten, was er vorhergesagt hat ...

PoetschSt
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Sie sollten beunruhigt sein!

Hr. Popper prognostiziert ein Sinken (!) der Zahlen!

Stony8762
1
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Poetsch

Glaubst, er findet dann nichts anderes zum hetzen?

Fzr1000
13
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Phase

Na sowas es gibt wieder eine schwierige Phase

MG1977
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Impfstoff

Wenn das Virus so gefährlich ist, warum stellen dann nicht alle Pharmaunternehmen weltweit den Impfstoff her? Das muß doch machbar sein, daß die Rezeptur für den Impfstoff an alle Produzenten gegeben wird.

wirklichnicht
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Leider nein, mRNA Impfstoff ist äußerst komplex

Das ist ja keine Produktion von Hustensaft. Der Prozess für MRNA-Impfstoff braucht jahrelange Expertise und eine entsprechende bauliche und technologische Ausstattung. Nach Einschätzung von Pharmaexperten würde es mindestens ein Dreiviertel Jahr dauern, nur um die nötigen Geräte zu beschaffen und die Impfstoffproduktion vorzubereiten.
Einfacher wäre es für einen Generika-Hersteller, einen klassischen Impfstoff wie den von der chinesischen Sinopharm in Lizenz zu produzieren.

hermannsteinacher
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Grazer Hustensaft

von der Opernapotheke wirkt eh viel besser!

ezigoal
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mal ehrlich

...ist es nicht komisch, dass kurz bevor man das Ganze einigermaßen in den Griff bekommen könnte, eine neue Mutation auftaucht?` Und nicht nur das, sondern plötzlich fast jedes einzelne Land eine eigene Mutation hat? Also quasi hat der Virus einen eigenen Reisepass...
...und natürlich plötzlich jetzt wo es mit den Impfungen losgeht entstehen überall die Muationen

Also bitte.....

Stony8762
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ezi

Mal ehrlich! Ist es nicht komisch, dass ihr nur schimpfen und hetzen könnt? Kann es sein, dass ihr gar nicht wollt, dass Corona vorbeigeht?

silentbob79
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@ezigoal

Nein, das ist überhaupt nicht komisch, sondern erwartbar. Viren mutieren laufend -- deswegen braucht man auch bspw. jedes Jahr eine neue Grippeimpfung. Von vielen dieser Mutationen wird man in der Zeitung nie was lesen, weil die Veränderung dazu geführt hat, dass sich diese Mutation eben nicht gut verbreiten kann.

Aber wenn eine dieser zufälligen Mutationen dann halt Eigenschaften hat, die ihr helfen sich besser zu verbreiten, dann wird genau das passieren: Diese Mutation wird sich durchsetzen.

Ragnar Lodbrok
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Wisst ihr was ein Covidiot ist?

das jemand, der gegen den Lockdown protestiert - ohne dessen undiszipliniertes Verhalten ein Lockdown gar nicht notwendig wäre...

GanzObjektivGesehen
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Könnte man bei Wikipedia eintragen.

UHBP
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@rag...

Meinst, so wie ein Lohnabhängiger, der die ÖVP wählt ;-)

Stony8762
4
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UH

Oder wie einer, der sich von den Rechtsradikalen wie am Nasenring spazierenziehen lässt und sich noch g'scheit dabei vorkommt!

Ragnar Lodbrok
45
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Grenzen dicht und wirklich ALLES zusperren -

(Lebensmittelhandel, Apotheken und Ärzte ausgenommen . Feuerwehr, Polizei natürlich auch nicht).
Hunderttausende fahren jeden Tag ins Büro, Hunderttausende benützen Öffis ... ganz klar - das Virus freut sich ob der Undiszipliniertheit der Leute....
Die Straßen sind voll - Staus - als ob es keinen Lockdown gäbe - was soll das?

 
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