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Im ZentrumAnschober will Pendler verstärkt testen und Landeverbote ausdehnen

Sonntagabend analysierte eine Experten-Runde die Bedrohung durch die Coronavirus-Mutation. Einigkeit herrschte über die Notwendigkeit einer Lockdown-Verlängerung. Landeverbote sollen ausgedehnt werden.

Gesundheitsminister Anschober
Gesundheitsminister Anschober © APA/GEORG HOCHMUTH
 

Mit der Frage "Ausnahmezustand bis Ostern?" ging die ORF-Sendung "Im Zentrum" am Sonntag der Lockdown-Verlängerung an den Start. Eine Antwort lieferte Genetiker Andreas Bergthaler: Es spreche viel dafür, dass die Corona-Zahlen ab Ostern wieder sinken. Doch im Herbst brauche es wohl erneut Anstrengung, eine Situation wie 2020 zu verhindern. Mit dem Unterschied der durch Impfung vor Covid-19 geschützten vulnerablen Gruppen. Ein Fragezeichen bleiben jedoch die Mutationen.

"Bis Dezember haben wir von dem 'Virus' gesprochen", merkte Bergthaler dazu an, dementsprechend seien nun einige Maßnahmen anders - ebenso könnten Maßnahmen in diesem Frühjahr vielleicht nicht mehr so wirken wie im Frühjahr 2020. FFP2-Masken in Handel und Öffis gehören gemeinsam mit der auf zwei Meter ausgedehnten Abstandsregel ab 25. Jänner zu den neuen Maßnahmen angesichts der Bedrohung durch die Mutationen, von denen es noch weitere geben werde.

Im Zentrum: Viruslast und Dauerfrust - Ausnahmezustand bis Ostern?

Wie wirkt sich Mutation auf Wirksamkeit der Vakzine aus?

In der Expertenrunde mit Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) als einzigen Vertreter der Politik ging es nicht nur um die Zukunft, eher kreiste man in der Analyse des bisherigen österreichischen Wegs bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie und den gegenwärtigen neuen Herausforderungen durch das Auftauchen der Virusvariante B.1.1.7. samt ihren 17 Mutationen - und die Auswirkung auf die Wirksamkeit der Vakzine.

Zumindest werde die englische Variante die Wirksamkeit nicht hemmen, sagte Vakzinologin Ursula Wiedermann-Schmidt von der MedUni Wien unter Berufung auf Angaben des deutschen Robert Koch-Instituts (RKI). Was die beiden anderen Mutationen betrifft, gelte es noch abzuwarten - so der Wissenstand bezüglich der südafrikanischen und brasilianisch-japanischen Variante des vor rund einem Jahr aufgetauchten Rhinovirus.

Arbeitspendler verstärkt testen

Der Gesundheitsminister kündigte indes als Reaktion auf die neuen Varianten des Coronavirus an, Landeverbote auszudehnen und Arbeitspendler verstärkt zu testen. Zudem plane er in Österreich 2021 die wissenschaftlichen Kräfte in einer Institution zusammenzufassen, ein wenig nach dem Vorbild des genannten RKI.

Außerdem vermeldete Anschober, dass seit der den ersten Impfungen von Menschen in Österreich am 27. Dezember 2020 nun bereits 100.000 die erste Teilimpfung erhalten haben. Ausständig waren hingegen noch 900.000 der 1,7 Millionen FFP2-Masken, die laut Regierungsbeschluss Ende 2020 an Personen im Alter von über 65 Jahren gehen sollten. "Bis allerspätestens Ende des Monats", soll laut Anschober die eigentlich für die dritte Jännerwoche angekündigte Auslieferung abgeschlossen sein.

Testen und Tracen weiterhin essentiell

Was nach der Lockdown-Verlängerung bis mindestens 7. Februar nicht abgeschlossen sein dürfe, sei der effektive Einsatz der Kombination aus Testen und Tracen (Nachverfolgung der Kontakte im Falle einer Infektion, Anmerkung), sagte Simulationsexperte Niki Popper (TU Wien). Denn zwar könne er das anvisierte Ziel, das Erreichen der Sieben-Tages-Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern bis 7. Februar mangels Wissen über die Eigenschaften der Mutation noch nicht errechnen: Aber man wisse, dass man die Neuansteckungen genau mit diesen Methoden niedrig halten könne - und diesen Zusammenhang müsse man den Menschen mitteilen. Ebenso müsse der Bevölkerung die Angst genommen werden, dass ihr Arbeitsplatz in Gefahr sei im Falle einer Quarantäne. "Testen und Isolieren würden bei einem stärkeren Virus ebenso stärkere Wirkung zeigen", nimmt Popper an.

Lockdown unbedingt notwendig

Einigkeit herrschte über die Notwendigkeit des Lockdowns und seiner Verlängerung. Eva Schernhammer, Leiterin der Abteilung für Epidemiologie der MedUni Wien, sprach von mehr als angebrachten Maßnahmen ohne Alternative. Abstandhalten und Masken seien "Stellvertreter-Maßnahmen" bis zur Impfung. In die Zukunft blickte indes Medizinethiker Ulrich Körtner und erinnerte daran, dass da noch andere Viren warten - jetzt brauche die Bevölkerung aber kohärente Ziele für das jetzige Geschehen. Körtners Kritik an der Kommunikation vonseiten der Regierung wurde vom Gesundheitsminister zum Teil angenommen: zu viel "Kanon" statt Einstimmigkeit habe es da zuletzt gegeben.

Kommentare (8)
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MM1995
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Strafen drastisch erhöhen!!!

Ich fordere drastisch höhere Strafen bei Verfehlungen!!!

Soeben im deutschen Fernsehen Mittagsmagazin gesehen:

In Berlin wurde eine türkische Mega-Hochzeit (mehrere 100 Menschen!!!) von der Polizei ebenso aufgelöst, wie eine türkische Geburtstagsfeier.

Bei diesem Post will ich hier jedoch nicht polarisieren sondern vielmehr hinterfragen, warum es Ausländern bzw. Menschen mit Migrationshintergrund so schwer fällt, sich an das Maskentragen, die Abstandsregeln und die Personenbeschränkungen zu halten. Warum sind es so oft die Shisha-Bars, die nach wie vor geräumt werden müssen.

Bitte bitte bitte: Lässt uns das Thema Civic doch gemeinsam Ernst nehmen. Es kann einfach nicht sein, dass die meisten von uns das Thema Ernst nehmen und die wenigen Ignoranten uns oft sogar auslachen oder dumm anböbeln. Bitte die Strafen ausnahmslos verzehnfachen. Ich habe die Schnauze wirklich voll! Genug ist jetzt genug!!!

Ragnar Lodbrok
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Grenzen dicht und ALLES - bis auf Ärzte, Lebensmittelhandel

und Apotheken schließen!
Wirklich Alles! Inkl Ausgangssperre - nur eine Person darf einmal in der Woche das Haus verlassen für Einkauf.
Zur Zeit schaut es ja so aus - zehntausende gehen jeden Tag Schifahren, hunderttausende gehen arbeiten - so wird man das Problem nicht in den Griff bekommen.
Von den protestierenden Covidioten red ma erst gar net.

Heidrun42
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Tierfuttebedarf

auch schließen...oder wie...
Bzw. sollen die Menschen die noch zur Arbeit gehen auch daheim bleiben....dann semma Pleite....

RonaldMessics
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sie haben...

...zwar rein auf eine Nation bezogen und epidemiologisch recht, aber mit dieser Naßnahme würden sie das reinste Chaos verursachen.
Grenzen dicht heißt auch kein Warenverkehr, kein Pendeln, und an die Grenzen einen riesen Personaleinsatz. Vermutlich wollen sie Panzer an der Grenze sehen. Macht dann auch das Nachbarland. Tolle Entwicklung, die sie dann in ihrer Denke zu verantworten hätten.

Patriot
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Grenzen dicht und Testpflicht!

Dann hätten wir es hinter uns. Aber warum einfach, wenn's kompliziert nicht funktioniert?

UHBP
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@pat...

Sie einfach ist die Welt nicht, wie sich das manche vorstellen.

dieRealität2019
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die Frage die ich mir schon seit Monaten stelle,

warum machen wir nicht einfach die Grenzen dicht?, die Resourcen stehen zur Verfügung, und kontrollieren und testen jede Person. Wer positiv ist, ab in die Quarantäne oder zurück. Aus meiner Sicht, ich verstehe schon die jetzigen Maßnahmen, war das halbherzig. Denn täglich bei tausenden von Pendler befinden sich unzählige, ich befürchte Hundertschaften von Angesteckten aus ihrem Heimatland.
.
Mir ist schon bewusst, dass die Regierung, was ja auch sichtbar war und noch immer ist, dass versucht wird die Maßnahmen für die Bevölkerung schonend zu gestalten. Wenn man die letzten Monate betrachtet, kommt man zur Einsicht, dass es große Anteile von einzelnen Personen bis Gruppen gibt, die sich vorsätzlich rücksichtslos und gefährdend gegenüber ihren Mitbürger verhalten.

skydiver09
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?

Solange man unter dem Deckmantel der sportlichen Betätigung durch das ganze Land
gondeln kann, finde ich die Lockdownverlängerung und deren Maßnahmen doch eher halbherzig.