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Massaker in WildgehegeRotwildabschuss: Mehrere Tiere litten an offener TBC

Methoden nicht mehr "zeitgemäß und abzulehnen".

Das Land Tirol will Gatterabschüsse künftig verbieten
Das Land Tirol will Gatterabschüsse künftig verbieten © dpa
 

Nachdem am Sonntag in Kaisers (Bezirk Reutte) 33 Stück Rotwild zur TBC-Bekämpfung in einem Wildgatter erschossen worden sind, will das Land Tirol zukünftig Gatterabschüsse verbieten. Die angewandten Methoden sind laut Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler (ÖVP) "nicht mehr zeitgemäß und abzulehnen", hieß es in einer Aussendung.

Allerdings werde auch weiterhin bei "solchen TBC-Vorfällen keine andere Wahl als eine Regulierung" bestehen, weil "einige der entnommenen Tiere vom Sonntag an einer offenen TBC-Erkrankung litten". Damit waren sie für Menschen und Tiere ansteckend, so Geisler.

Fünf der 33 am Sonntag in Kaisers in Tirol (Bezirk Reutte) geschossenen Stück Rotwild sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit TBC infiziert gewesen. Zwei waren hochansteckend, teilte das Land am Dienstag in einer Aussendung mit. Damit liege die TBC-Infektionsrate in Kaisers bei 15 Prozent.

In anderen Revieren, in denen der Rotwildbestand reguliert wird, liege die Infektionsrate unter drei Prozent. "Die vorliegenden Zahlen bestätigen, dass die Regulierung des Rotwildbestandes und die konsequente Bekämpfung von TBC beim Rotwild absolut notwendig sind", erklärte Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler (ÖVP).

TBC könne vom Rotwild auf Rinder, die auf Almen weiden, übertragen werden. In den vergangenen Jahren mussten in Tirol rund 300 Rinder auf 119 Bauernhöfen aufgrund des von Rotwild übertragenen TBC-Erregers Mycobacterium caprae getötet werden, 115 davon allein im Außerfern, hieß es. TBC zähle aber auch zu jenen Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen durch direkten Kontakt oder indirekt über Lebensmittel übertragen werden könne, erklärte Franz Katzgraber von der Landessanitätsdirektion. Vor allem für Landwirte bestehe ein Risiko.

Kritik

Am Montag wurde, nachdem die Veterinärbehörde des Landes über den Abschuss informiert hat, Kritik von Bürgermeistern und des Tiroler Jägerverbandes laut. Der Kaiserer Bürgermeister Norbert Lorenz sprach etwa von "tierquälerischen Maßnahmen unter dem Deckmantel der Seuchenbekämpfung". Landesjägermeister Anton Larcher sagte, dass "derartige Massen-Keulungen mit weidgerechter Jagd und tierschutzrechtlichen Grundsätzen" nichts gemein hätten. Der Jägerverband distanzierte sich "vorbehaltlos von solchen Maßnahmen".

Der Abschuss der Tiere war wegen eines Urteils des Landesverwaltungsgerichts notwendig geworden, argumentierte das Land. Die Abschussquote, die zur Eindämmung der vom Tier auf Menschen übertragbaren Seuche TBC notwendig sei, wurde damit erfüllt, hieß es. Zudem übte man Kritik am "Jagdausübungsberechtigten" in der Außerferner Gemeinde. Den Abschussanordnungen sei in der Vergangenheit nicht Folge geleistet worden. Die TBC-Infektionsrate liege in Kaisers nämlich deutlich über dem Durchschnitt. Diese Maßnahme anhand eines Regulierungsgatters umzusetzen, wurde zuvor noch als "jagdfachlich anerkannte Methode" bezeichnet.

Kommentare (13)

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mapem
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Selbst amtlich ist begrifflich die Bezeichnung “Reduktionsgatter” ausgewiesen. Es ist zwar niedlich ausgedrückt, aber dies bedeutet auch, dass in diesem Gatter die Tiere nicht gestreichelt werden, sondern “reduziert” – und das bedeutet nun mal getötet.

Das Verhältnis von 33 Tieren zu 2 Jägern war sichtlich schlecht - und wenn man sich dann eine in Panik geratene recht große Hirschherde dazu vorstellt, erklärt das auch die Länge dieser Prozedur und die Verletzungen, die sich die Tiere bei ihren Fluchtversuchen zufügten.

Der Verdacht auf TBC hat sich bestätigt – diese Intervention war also ein notwendiger Eingriff. Allerdings sollte man bei solchen Aktionen vermeiden, dass hier dann Leute Zutritt haben, die dann sofort mit ihren Handys alles dokumentieren und online stellen, keinen Tau von der Materie haben, und nur mehr eine emotional gesteuerte Diskussion damit auslösen.
Die treibt dann – wie man sieht – recht dekadente Blüten … und wenn man dann hier sogar die Herausgabe der Personalien der beiden Jäger fordert, um dann ?was? mit ihnen anzustellen, dann stell ich mir schon die Frage, was mit den Leuten los ist.

Und den allzu radikalen Vegetarier- und Veganer-Kreuzzüglern sei auch in ihre Kampffibel geschrieben, dass sie sich auch mal ein paar Gedanken darüber machen sollten, woher all die Grundstoffe für die Produktion ihrer Substituts-Lebensmittel kommen – wie viel Energie dafür aufgewendet werden muss – und wie groß damit der energetische Footprint ist, den sie damit verursachen.

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minerva
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komisches blattl die KLEINE...

der zensurist muß a JAGA sein

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Estarte
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"MIT AN SICHERHEIT GRENZENDE WAHRSCHEINLICHKEIT"

Zuerst hat man nur auf Grund eines Verdachtes ein Massaker veranstaltet, jetzt nachdem er passiert ist, will man sich mit der Notwendigkeit rechtfertigen, dass ein paar Tiere an der offenen TBC gelitten hätten.
Wer hat denn das plötzlich so genau untersucht ?
Lagen eindeutige Untersuchungsergebnisse, vor dem Massaker vor, oder warum war es nur ein Verdacht, und erst nach der grausamen Tötung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit TBC.
Man rechnete nicht mit der Aufruhr, und so wird aus dem Verdacht einfach eine mit an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit, um die Tierschützer zu beruhigen......
ES GING KEINE SEKUNDE UM TBC , SONDERN UM EINE NEUVERPACHTUNG.

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mapem
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Nein – es geht um das …

WIE man Wild, das in einem Gehege gehalten wird, einigermaßen VERNUNFTgesteuert tötet. Alles andere geht mich nichts an – und dich nichts an … es gehört uns nicht.

Laut Veterinäramt war es rechtens – und wer einigermaßen klar im Kopf ist, der weiß, dass man – auch wenn es offenbar nicht ganz reibungslos ablief – es so und nicht anders machen kann und muss.

Aber vielleicht hast du eine Idee, wie es besser funktionieren könnte – dann schreib sie hier rein … die, die´s irgendwann tun müssen, werden´s dir danken ...

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mapem
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“Land verbietet Gatterabschüsse” !! Haha – unglaublich! … Die Herrschaften vom Dorf, deren Seele jetzt offenbar so unglaublich aufkocht, dass sie am liebsten die Beteiligten teeren und federn - und noch sonstwas – möchten, sollten sich mal vorstellen, was sich da abspielt, wenn man halbverwilderte Hirsche konventionell töten/schlachten wollen würde. Zusammentreiben – verladen – Transport zum Schlachthof (falls es dort +überhaupt geht) – dort ausladen – und dann noch die Tiere dort hineinzubekommen, wo´s dann passiert! …

STUNDENLANG im Ausnahmezustand in unvorstellbarer Panik. Die Veterinäre gestatten ja nicht grundlos den Abschuss im Gatter – alles andere wäre dann ja wirklich die absolute Quälerei.

Im ersten Artikel zum Thema forderte sogar jemand die Bekanntgabe der Namen und Adressen der Schützen … ein Hexentreiben wie im tiefsten Mittelalter – sprachlos! Und noch sprachloser macht mich das sofortige Gatter-Abschussverbot durch die Tiroler Landesregierung – die Schildbürger treiben offenbar die Politiker vor sich her wie die Schafe (gibt´s da bald Wahlen – oder was?) … sagenhaft!

Würde den Heißläufern dringend empfehlen, sich mal die Dokus anzusehen, wo die lieben Kuhlan, Kälber und auch Schafe (auch aus Tiroler Ställen) in Kroatien auf mehretägige Schiffe verladen werden, um dann eine fast zweiwöchige Tortur anzutreten, die man eigentlich kaum mehr beschreiben kann. Und dort (Libanon, Ägypten …) werden sie unter noch unvorstellbareren Bedingungen in improvisierten “Schlachthöfen” von Leuten sprichwörtlich geschächtet bzw. massakriert. Der “Resi”, die vor 14 Tagen noch irgendwo im Zillertal ein halbwegs schönes Leben hatte, wird dann – wenn sie die “Kreuzfahrt” irgendwie überleben konnte - irgendwo in Beirut oder Kairo so niedergemetzelt, dass man es sich eigentlich gar nicht mehr vorstellen kann.

DAS wär mal was, wo die Volksseele hochkochen könnte – gell Manda!

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sonniboy
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Bisch a Tiroler, bisch a Mensch.

Oder etwa doch nicht?

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Reipsi
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Da werden aber

die Jaga ka freid hom.

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MoritzderKater
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Ich will doch nicht hoffen,.......

dass es in der Kleinen Zeitung Zensur gibt.
Meine beiden Kommentare zu diesem Thema, sind
nicht erschienen.
Vermutlich weil ich die ORF Website von heute zitiert habe.

Danke

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MoritzderKater
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Der Artikel der Kleinen Zeitung hier......

....... ist ja die "Softversion" zu den Meldungen in Tirol. Die Tiere wurden panisch in eine Ecke zusammengetrieben und haben sich vor ihrem Ende unsäglich verletzt.
Der Mensch ist eine Bestie (leider) und nicht einmal imstande, das Wild weidgerecht zu töten.
Bitte lest den Artikel vom ORF
https://tirol.orf.at/stories/3034112/

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untermBaum
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Wäre Interessant

was für Psychopaten da am Werk waren?! Wie viele Schüsse wurden abgefeuert? Wie lange hat es wirklich gedauert? Wer hat Interesse an so einem Vorgehen wenn die Jägerschaft angeblich dagegen war? Das die Bundesforste keine Rotwildfreunde sind ist ja hinlänglich bekannt

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Buero
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Ja

Psychopaten möchte ich noch einmal wiederholen. Ein standesgemäßer Jäger wird ja an so was nicht teilgenommen Oder?

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schulzebaue
2
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Ja

Was wollen die Behörden denn jetzt?

Klingt zunehmend nach Schildbürger.

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lieschenmueller
3
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Verstehe ich das richtig?

Das ging von der Veterinärbehörde aus und Kritik an der Jägerschaft wäre in diesem Fall das Unangebrachteste?

Nunja, Hauptsache erstere hat als große Sorge, dass einem Hund nicht ein Härchen zu viel gekürzt wird. Meine erschienen mir in fast 30 Jahren Besitz immer glücklich und fit und wussten nichts von ihrem Pech.

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