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Auf IsolierstationZwei weitere Verdachtsfälle aus Salzburg gemeldet

Salzburgerin kehrte mit Ehemann aus China zurück und klagte über Kreislauf- und Durchfallprobleme. Am Nachmittag meldete sich noch zwei weitere Kranke nach einem Heimaturlaub in Shanghai.

CORONAVIRUS - ERSTER VERDACHTSFALL IN SALZBURG: UNIKLINIKUM
© APA/VERA REITER
 

In Salzburg gibt es einen ersten Coronavirus-Verdachtsfall. Eine Salzburgerin, die mit ihrem Mann von einer Schiffsreise Ende Jänner aus China zurückgekehrt war, klagte über Kreislaufprobleme und Durchfall und suchte deshalb am Donnerstagabend das Uniklinikum Salzburg auf. Dort werden sie und auch ihr Mann auf der Isolierstation betreut. Der Verdachtsfall ist noch nicht bestätigt.

Am späteren Freitagnachmittag vermeldeten die Salzburger Landeskliniken zwei weitere Coronavirus-Verdachtsfälle. Es handelt sich ein Paar im Alter von 30 und 31 Jahren. Sie ist Chinesin, er Österreicher. Die beiden waren in Shanghai auf Heimaturlaub, sagte Kliniken-Sprecher Wolfgang Fürweger zur APA. Beide sind mit leichten Atembeschwerden bei der internen Notaufnahme erschienen.

Aus Sicherheitsgründen wurde das Paar ebenfalls auf die Isolierstation gebracht, nachdem es Beamte der Gesundheitsbehörde befragt hatte, mit wem sie in Kontakt waren. Die Proben wurden ebenfalls in die Virologie nach Wien geschickt. "Mit einem Ergebnis aller Proben aus Salzburg rechnen wir nicht vor morgen Mittag, möglicherweise auch erst am Sonntag", sagte Fürweger. Weiterhin gab es kein Ergebnis in einem dritten Verdachtsfall in Salzburg

Beim ersten Paar handelt es sich um zwei "Kreuzfahrer". Bevor die Mitte-50-jährige Frau mit ihrem Begleiter die Schiffsreise antrat, hielten sich die beiden einen Tag in Peking auf. Auf der Schiffsreise seien dann Symptome eines grippalen Infekts aufgetreten, mit Husten und leichtem Fieber, schilderte Richard Greil, Leiter der 3. Medizin des Uniklinikums Salzburg, in der auch die Isolierstation untergebracht ist.

Bei der Rückkehr litt die Frau an akutem Durchfall und Kreislaufproblemen aufgrund des Flüssigkeitsverlusts. In Salzburg verständigte die Frau die Rettung. "Sie erklärte, dass sie in China gewesen ist." Seitens der Rettung sei dann die Meldung erfolgt, dass es sich um einen Coronavirus-Verdachtsfall handeln könnte, erklärte der Primar am Freitag bei einem Mediengespräch in der Klinik.

Primar Greil, Klinik Salzburg Foto © APA/VERA REITER

Das Paar wurde vorsorglich stationär aufgenommen und in die Isolierstation gebracht. Eine Blut- und Harnprobe wurde nach Wien geschickt. Greil rechnet damit, dass das Ergebnis in der Nacht auf Samstag oder am Samstag im Laufe des Nachmittages vorliegen wird. Eine Influenza-Infektion wurde bei der Patientin jedenfalls nicht festgestellt. "Sie ist im Moment beschwerdefrei", sagte der Onkologe. Gestern hatte sie noch eine Körpertemperatur von "leicht über 37 Grad" und Durchfall.

Partner noch beschwerdefrei

Der Partner der Salzburgerin hat bisher keine Anzeichen einer Krankheit gezeigt. Falls die Testergebnisse negativ sind, dürfen die beiden das Krankenhaus verlassen, ansonsten müssen sie vorerst noch in der Klinik bleiben. Die maximale Inkubationszeit bei tatsächlich Erkrankten betrage 14 Tage, sagte Greil. Bei Beschwerdefreiheit spreche aber grundsätzlich nichts dagegen, wenn sich Patienten in Quarantäne nach Hause begeben. Auf der Isolierstation - die einzige im Bundesland Salzburg - gebe es vier Betten. Grundsätzlich könnten Patienten mit ansteckenden Erkrankungen auch in Standardzimmer untergebracht werden, solange diese eine Schleuse vorweisen.

Angedacht ist, dass Tests zum Nachweis des Coronavirus auch in Salzburg durchgeführt werden können, "um ressourcen- und zeitschonend vorzugehen", erklärte der Primar. Je niedriger die Definitionsschwelle eines Verdachtsfalles sei, umso mehr Nachfragen gebe es. Im Laufe der nächsten Woche werde man sich um Testsysteme im niedergelassenen Ärztebereich bemühen. Eine entsprechende Zahl von Ärzten sollte dafür geschult werden.

Ganz China Risikogebiet

Angesichts der Tatsache, dass nun ganz China als Risikogebiet gelte, werden auch in Europa mehr Verdachtsfälle und auch mehr bestätigte Fälle erwartet, meinte Greil. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) habe am Donnerstagabend den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen, gab er zu bedenken. Die Definition der Symptomatik eines Coronavirus habe sich mittlerweile geändert und sei niederschwelliger geworden. Zunächst musste der Patient aus Wuhan kommen und Anzeichen einer Lungenentzündung mit trockenem Husten und Fieber aufweisen. Im Laufe der Zeit habe sich herausgestellt, dass die Erkrankten auch an oberen Atemwegsinfektionen und in seltenen Fällen an Durchfällen litten. Das sei auch ein Argument dafür gewesen, die beiden Salzburger in die Klinik aufzunehmen

Entwarnung in Wien

In Wien hat es indes auch beim siebenten Coronavirus-Verdachtsfall Entwarnung gegeben. Ein chinesischer Tourist aus Shanghai hat die klassische Influenza, hieß es am Freitag aus dem Wiener Krankenanstaltenverbund gegenüber der APA. Der Mann war am Donnerstag kurz vor Mittag ins Wiener AKH gekommen und hat über Halsschmerzen und Fieber geklagt.

Er wurde unter Einhaltung der Hygienebestimmungen mit der Rettung ins Kaiser-Franz-Josef-Spital (KFJ) gebracht, wo er getestet wurde. Der Mann war am 26. Jänner aus China kommend nach Budapest gereist. Am Mittwoch war er nach Wien weitergefahren. Auch die anderen sechs Verdachtsfälle bisher in der Bundeshauptstadt waren allesamt negativ.

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