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WelsBrutaler Raubüberfall: Mutmaßlicher Drahtzieher vor Gericht

Opfer des Coups waren ein Krypto-Trader und seine Lebensgefährtin samt ihrer neun Monate alten Tochter.

© (c) APA/VERENA LEISS (VERENA LEISS)
 

Der mutmaßliche Drahtzieher einer brutalen Home-Invasion in Wels hat sich am Dienstag in Linz vor einem Geschworenengericht verantworten müssen. Opfer des Coups waren ein Krypto-Trader und seine Lebensgefährtin samt ihrer neun Monate alten Tochter. Erbeutet wurden damals Wertgegenstände um rund 7.500 Euro und ca. 133.000 Euro an Kryptogeld.

Ein Urteil ist erst im Dezember zu erwarten.

Am 19. Juni 2018 läuteten die Täter bei der Familie, gaben sich als Paketzusteller aus und verschafften sich so Zutritt zur Wohnung. Der Mann und die Frau wurden gefesselt und immer wieder bedroht - unter anderem damit, dass man ihnen und der kleinen Tochter, die ebenfalls in der Wohnung war, etwas antun werde. Die Räuber verlangten Wertgegenstände und die Zugangscodes zu diversen Online-Börsen. Erst nach mehr als einer Stunde zogen sie ab und ließen das Paar gefesselt zurück. Die fünf Ausführenden wurden bereits rechtskräftig schuldig gesprochen und zu teilweise langen Haftstrafen verurteilt.

Die Staatsanwaltschaft legt dem nun angeklagten 26-Jährigen zur Last, den Hauptausführenden mit der Tat beauftragt und sie mit ihm geplant zu haben. Er soll ihn auch mit jenem Komplizen, der am Tatort für den Transfer der Kryptowährung zuständig war, in Kontakt gebracht haben. Als der Bitcoin-Experte, den der Angeklagte als langjährigen engen Freund bezeichnete, abzuspringen drohte, soll er ihn mit der Drohung, dass er sonst Probleme mit seinen vorbestraften Mittätern bekommen würde, zum Weitermachen "überredet" haben. Auch der Laptop, mit dem die Täter das Krypto-Geld von den Konten des Opfers wegtransferierten, soll von dem 26-Jährigen stammen.

Hintergrund ist, dass der Angeklagte und sein für den Transfer des Kryptogeldes zuständiger Freund Verluste mit Krypto-Investments gemacht haben sollen. Der Angeklagte habe laut Staatsanwaltschaft um 3.500 Euro, der andere um 20.000 bis 30.000 Euro gebangt. Erbeutet wurden allerdings Bitcoins im Wert von damals 133.000 Euro. Die Täter hatten in ihrem Prozess immer davon gesprochen, dass man nur Schulden habe eintreiben wollen, weil man das Opfer für die Verluste verantwortlich gemacht habe.

Schulden-Eintreiben

Der Staatsanwalt glaubt das allerdings nicht: "Die Geschichte mit dem Schulden-Eintreiben ist nur vorgeschoben", sagte er. Der Trader habe mit den Verlusten des 26-Jährigen nichts zu tun gehabt. Die Anklage geht vielmehr davon aus, dass dem Opfer sein Instagram-Profil "zum Verhängnis wurde", wo sich der Mann als erfolgreicher Kryptotrader, der es zu Reichtum gebracht hat, darstellte.

Der Angeklagte, der aus gut situiertem Haus stammt und im Familienunternehmen ganz gut verdiente, bekannte sich teilweise schuldig. Seine Verteidigerin sagte, dass ihr Mandant nicht gewollt habe, dass die Sache so ablaufe, wie sie abgelaufen sei. "Er wollte eine Nötigung" zum Schuldeneintreiben und habe maximal damit gerechnet, "dass dort die Fäuste fliegen". Aber "er hat sich nicht im Traum vorstellen können, was passiert ist", so die Anwältin.

Dem Angeklagten drohen im Fall einer Verurteilung als Bestimmungstäter zehn bis 20 Jahre Haft wegen erpresserischer Entführung, schwerer Erpressung und schweren Raubes.

 

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Helmut67
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Lesenswert?

Gutes Haus?

Gut verdient? Muss was schief gelaufen sein. Nahe der höchst Strafe hat er schon verdient.

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