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Lehrerbewertungs-App offlineBildungsministerin beauftragte Rechtsgutachten

Kaum war sie online, ist sie auch schon wieder offline: Die viel umstrittene Lehrerbewertungs-App wurde vom Netz genommen. Auf Erfinder Benjamin Hadrigan hatte es Hassnachrichten gehagelt.

© APA/GEORG HOCHMUTH
 

Mit der Fairness nahmen es die Poster wohl nicht ganz so ernst: Die am Freitag gelaunchte Lehrerbewertungs-App "Lernsieg" wurde am Montag wieder vom Netz genommen. Der Grund: Der Erfinder der App, Benjamin Hadrigan (17), hatte am Wochenende Hassnachrichten erhalten. "Benjamin Hadrigan war mit einer Flut an Hass-E-Mails konfrontiert, die einem Schüler weder in Menge noch Inhalt zumutbar sind", gaben die Initiatoren bekannt. Hadrigan und sein Team hätten sich deshalb entschlossen, die App vorübergehend aus dem Netz zu nehmen, um eine Strategie für solche Angriffe zu entwickeln. Mit dem vorläufigen Rückzug der App wolle man den 18-Jährigen schützen, hieß es. Das App-Team arbeite nun an einer Strategie, um die Mails künftig "anders zu kanalisieren". Ein Zeitplan für die neuerliche Freischaltung der App würde derzeit entwickelt.

Ministerium wurde aktiv

Bildungsministerin Iris Rauskala sowie die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) haben den Datenschutzrechtsexperten Nikolaus Forgo von der Universität Wien mit einem Gutachten zur umstrittenen Lehrerbewertungs-App "Lernsieg" beauftragt. Er soll u.a. klären, ob bei der Datenverarbeitung die Rechte aller Betroffenen gewahrt bleiben.

Neben einer ausreichenden Datenschutzfolgeabschätzung soll auch geprüft werden, ob die Weitergabe der Schülerdaten (Telefonnummer samt von ihnen besuchte Schule) an Dritte wie die App-Investorengruppe verhindert wird und ob die Löschung ungerechtfertigt schlechter Beurteilungen sichergestellt ist. Rauskala betonte, das Ministerium komme damit seiner Fürsorgepflicht für die Pädagogen nach. Sie wolle "kein willkürliches Sternchenvergeben, sondern echte Feedbackkultur".

Zahlreiche Downloads

Mehr als 70.000 Downloads wurden davor bereits gemacht. Bis Montag 13 Uhr gab es für Schulen insgesamt 16.513 Bewertungen, für Lehrerinnen und Lehrer 127.220

Schüler konnten in der Anwendung ihre Pädagogen ab der AHS-Unterstufe bzw. Neuen Mittelschule (NMS) in Kategorien wie Unterricht, Fairness oder Pünktlichkeit mit einem ("Nicht genügend") bis fünf Sternen ("Sehr gut") bewerten. Kaum ging die App online, gab es auch schon die ersten vernichtenden  Kommentare. Im Fokus stand unter anderem auch die Tatsache, dass die Beurteilung anonym vonstatten ging. Man müsse also gar nicht Schüler eines Lehrers sein, um diesen bewerten zu können. Teils war gar die Rede von "Cybermobbing-App". Auch die Verletzung der Persönlichkeitsrechte und des Datenschutzes wurden immer wieder als Kritikpunkte genannt. Derzeit werden rechtliche Schritte geprüft.

Die Bewertungen waren laut Initiator im Schnitt recht positiv ausgefallen, heißt es in einer Aussendung. Schulen erhielten durchschnittlich 3,88 Sterne, Lehrer 3,96 Sterne, was im Schulnotensystem einem „gut“ entspricht.

 

Kommentare (13)

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tenke
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Wenn man davon ausgeht, dass Schüler nicht gegen die App sind,

haben die gehässigen und nicht zumutbaren Kommentare anscheinend auf Seiten der Lehrer ihren Ursprung. IRONIE.

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Trieblhe
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Der gelernte Österreicher

kann wiedermal sehen, man kann ja vieles anstreben und junge Menschen sollen einfach alles Probieren nur - bitte keinesfalls - lege dich mit Beamten - und schon gar nicht mit der Lehrergewerkschaft - an. 🤪🙈. Man sieht wo das hinführt. Da sind schon viele Reformen gescheitert und weit mächtigere Politiker mussten auf Granit beißen. Ein positiver Fakt ist geblieben - mittlerweile ist mir über dieses Forum einiges klar geworden - ein Teil davon sind wohl amtierende Lehrer - der andere Teil noch Arbeitssuchend mit pädagogischer Ausbildung. 😂

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Reipsi
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Hassnachrichten

von Lehrern , ui ui ui, aber die KZ wird es wieder nicht bringen .

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scionescio
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Die ist eine leicht getarnte Datenkrake und verhält sich ähnlich einem Trojaner ...

... wozu braucht eine Bewertungsapp vollen Zugriff auf alle Kontakte, Fotos, Speicher, ... und natürlich auch vollen Zugriff aufs Internet, um nach Hause telefonieren zu können und so die gefundenen Daten übertragen zu können- damit ist klar, was mit der späteren Monetarisierung gemeint war!
Wer’s nicht glaubt, überprüft einfach die Rechteeinstellung der App auf seinem Handy!

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gerbur
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Das wars!

Hoffentlich "überlebt" der forsche Jungspund das ohne große "Judikatschuld"! Zivilrechtlich dürften die Folgen für ihn existenzbedrohend sein.

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scionescio
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@gerbur: er hat doch Investoren im Hintergrund ...

Krüger, Ploner & Co. werden ihn jetzt doch wohl nicht im Stich lassen ... die Blauen sind doch bekannt dafür, dass sie gerne Verantwortung übernehmen;-)

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scionescio
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Wer's glaubt, wird selig ...

Ob nicht eher der Grund dafür war, dass Lehrer gemäß DSGV Auskunft und Löschung ihrer Daten beantragt haben - da es für die Beantwortung Fristen gibt und die Löschung nachgewiesen werden muss, geht der dafür notwendige Aufwand bei vielen Anfragen schnell ins Geld ... allein aus meinem Bekanntenkreis haben das gestern 6 Lehrkräfte gemacht (und auch ihre Kollegen dazu animiert)

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Amadeus005
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Eh logisch

Aber da waren seine Berater ziemlich schwach.

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blackpanther
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FPÖ Dunstkreis

was hat er sich von seinem Umfeld denn erwartet? Dass sie ihn rechtlich beraten? Der Bub war im Interview auch sehr präpotent. Frage des Interviewers: können Lehrer ihre Nsmen löschen lassen? Patzige Antwort: nein! Hochmut kommt vor dem Fall.

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scionescio
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Mit genug Geld findet sich immer jemand für ein passendes Gutachten...

... oft ist Wunsch der Vater des Gedanken;-)

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brosinor
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Bruahahahaha

....und wieder wurde davon ausgegangen der Mensch sei gut und korrekt und niiiiiiiiemals würde diese App missbraucht!
Bahahahaha

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Geerdeter Steirer
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Ja, ja ........... im Online - Netz bist schneller als jeder glaubt die Zielscheibe......

solchen Handlungen, war von vornherein vorauszusehen !!

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lieschenmueller
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vorauszusehen

Jetzt lernt dieser in der Theorie sicher hochintelligente junge Mann auch für die Praxis. Nennt sich Leben.

Auch seine Aussage, es sei rechtlich nichts möglich, fand ich in Anbetracht seines Lebenslaufs befremdend. Dann wieder verständlich, weil er 17 ist.

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