AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Rauchverbot Nachtgastronomie beklagt Umsatzrückgang

Seit 1. November darf in heimischen Lokalen nicht mehr geraucht werden - eine erste Bilanz nach dem ersten rauchfreien Wochenende.

Sujetbild © APA/HELMUT FOHRINGER
 

Nach dem ersten rauchfreien Wochenende beklagt die heimische Nachtgastronomie einen Umsatzrückgang zwischen zehn und 20 Prozent. Dies berichtete Mario Pulker, Obmann des Fachverbandes Gastronomie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), der APA aufgrund einer WhatsApp-Gruppe, in der sich 220 entsprechende Betriebe austauschen.

"Im Großen und Ganzen haben sich alle an das Gesetz gehalten", betonte Pulker. In Wien habe es kaum Beanstandungen durch das Marktamt gegeben. Drei falsche Pickerln wären kritisiert worden und auch bei dem einen Betrieb, in dem noch geraucht wurde, hoffe man, dass bei der Strafe "nicht ins Volle gegriffen" werde.

Der Lärm auf der Straße vor den Lokalen habe schon zugenommen, doch habe es nicht mehr Anzeigen als sonst auch gegeben, meinte der Gastro-Obmann. Dies liege vor allem daran, dass man bereits im Vorfeld den Kontakt zu den Anrainern gesucht habe. Allerdings habe eine Disco in Oberösterreich nach 47 Jahren zugesperrt, da der Lärmpegel zu hoch wäre.

Von Regierungsseite wünschen sich die Gastronomen eine Klarstellung, was auf den Freiflächen vor den Lokalen erlaubt ist und was nicht. "Bei den Beamten auf Landesebene oder bei den Bezirkshauptmannschaften sieht das jeder anders, ob man etwa ein Zelt aufstellen darf oder nicht", beklagte Pulker. Bereits im Juli 2017 sei man deshalb bei der damaligen Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) vorstellig geworden, um eine Präzisierung zu bekommen. Diese sei immer noch ausständig und man könne den Betrieben deshalb bis heute keine Rechtsauskunft geben.

Kaum Zwischenfälle

Das erste rauchfreie Wochenende ist in Innsbruck ohne gröbere Zwischenfälle über die Bühne gegangen. Insgesamt habe die städtischen Mobile Überwachungsgruppe (MÜG), die in der Tiroler Landeshauptstadt für die Kontrollen zuständig ist, rund 70 bis 80 Betriebe kontrolliert, sagte Elmar Rizzoli, Leiter des städtischen Amts für Allgemeine Sicherheit, zur APA.

Dabei habe es drei Betriebe gegeben, bei denen Übertretungen festgestellt wurden. Bei einem sei es auch um eine unbefugte Gewerbsausübung gegangen, hier soll ein Verfahren eingeleitet werden. Ein weiterer Gastronom habe zwar das Zigarettenrauchen verboten, Wasserpfeifen aber weiterhin erlaubt. "Nach einer Aufklärung durch die MÜG-Mitarbeiter zeigte er sich aber einsichtig und versprach, in Zukunft auch Wasserpfeifen zu verbieten", so Rizzoli. Ein Wirt habe erzählt, dass er in der Halloween-Nacht durchaus Probleme damit hatte, seiner Kundschaft zu erklären, dass ab sofort das Rauchen verboten sei, zu gröberen Zwischenfällen sei es aber nirgends gekommen, fügte Rizzoli hinzu.

Im Strafamt der Stadt Salzburg sind am ersten Wochenende des Rauchverbots noch keine Anzeigen eingegangen, teilte ein Sprecher der Stadt auf APA-Anfrage mit. Auch über Beschwerden lägen noch keine Informationen vor.

In Oberösterreich hatten die zuständigen Bezirkshauptmannschaften und Magistrate bereits im Vorfeld angekündigt, keine Schwerpunktkontrollen zum Start des Rauchverbots zu machen, man wartet auf Anzeigen bzw. kontrolliert bei anderen Prüfungen mit. In Linz hieß es am Montag auf Anfrage, dass bisher noch keine Anzeige eingegangen sei. Bei der Polizei waren keinerlei Zwischenfälle in oder vor Lokalen im Zusammenhang mit dem Rauchverbot bekannt.

Drei Verstöße in Wien

In Wien ist das erste rauchfreie Wochenende in der Gastronomie so gut wie ohne Verstöße über die Bühne gegangen. Bisher wurden 726 Lokale kontrolliert, in nur drei Fällen erstatteten die Behörden Anzeige wegen unerlaubten Rauchens, teilte Marktamtssprecher Alexander Hengl am Montag der APA mit.

Zusätzlich gab es fünf Anzeigen wegen fehlender Kennzeichnung des Rauchverbots. Zu Konflikten oder Beschimpfungen im Zuge der Überprüfungen sei es bisher nicht gekommen, versicherte Hengl. Am Wochenende war ein Streit in Sachen Rauchverbot in der Bundeshauptstadt eskaliert. Zwei Brüder hatten sich im Gürtellokal Chelsea eine Zigarette angesteckt und ließen sich auch von der Security nicht vom Pofeln abhalten. Weil sie Polizisten verletzten, wurden sie festgenommen.

Bis Jahresende will das Wiener Marktamt rund 5.000 Kontrollen durchgeführt haben. Die Anzeigen bei Verstößen landen bei den Magistratischen Bezirksämtern, die gegebenenfalls Pönalen verhängen.

In der Steiermark hat es nach Auskunft der Polizei keine Probleme bei der Umsetzung des Rauchverbotes in der Gastronomie am vergangenen Wochenende gegeben. Es sei ruhig gewesen und nichts gemeldet worden, sagte ein Polizeisprecher am Montag zur APA. Allerdings sei man ja auch nicht in erster Linie zuständig für die Kontrollen. Man schreite lediglich ein, wenn sich strafrechtliche Aspekte wie etwa Schlägereien ergeben würden.

Keine Anzeigen in Niederösterreich

In Niederösterreich hat es bis Montagvormittag keine Anzeigen zum Rauchverbot gegeben. Bisher wurden in Summe drei Beschwerden - konkret in St. Pölten und Krems - dokumentiert, denen nun nachgegangen wird, sagte St. Pöltens Bezirkshauptmann Josef Kronister zur APA.

Es habe keine extra Kontrollen im Bundesland gegeben, die Einhaltung wird im Rahmen der Lebensmittelkontrollen bzw. bei sonstigen Kontrollen mitgeprüft. In St. Pölten sei das erste rauchfreie Wochenende in der Gastronomie im Großen und Ganzen"sehr ruhig" verlaufen, "die Bevölkerung scheint die jetzige Regelung zu akzeptieren", teilte der Magistrat der niederösterreichischen Landeshauptstadt am Montag auf APA-Anfrage mit.

Im Burgenland ist in der Landeshauptstadt Eisenstadt bisher noch keine Anzeige wegen eines Verstoßes gegen das Rauchverbot in der Gastronomie eingelangt, hieß es auf APA-Anfrage aus dem Rathaus. Aktive Kontrollen seien nicht geplant, sollte es Anzeigen geben, werde man sich das anschauen. Auch bei der Bezirkshauptmannschaft Oberwart lag vorerst noch keine Anzeige vor. Spezielle Kontrollorgane, um die Umsetzung des Rauchverbots zu überwachen, gibt es laut Auskunft seitens der Behörde nicht. Jedoch sollen zum Beispiel Lebensmittelinspektoren, die viel in Betrieben unterwegs seien, ein Auge auf die Situation werfen.

In Vorarlberg sind seit dem Inkrafttreten des Rauchverbots in der Gastronomie zumindest zwei Anzeigen wegen unerlaubten Rauchens bei den Behörden eingelangt, diese betrafen die Bezirkshauptmannschaft Bludenz. Einen Überblick zu geben war den Behörden am Montag aber noch nicht möglich, dazu werde man noch zwei, drei Tage benötigen. Die Zuständigen waren seit Montag früh mit dem Sichten des analogen und digitalen Posteinlaufs seit 1. November beschäftigt.

Ruhig war die Lage in den ersten Tagen des Rauchverbotes in Klagenfurt. Wie die Stadtpresse auf APA-Anfrage mitteilte, hatte es weder Beschwerden noch Anzeigen gegeben. Man habe aber schon in den Tagen vor dem Inkrafttreten Präventionsarbeit geleistet, wie etwa in Shishabars oder in Discos - dort habe man Jugendliche über die Rechtslage ab 1. November aufgeklärt und auch vermittelt, welche Strafen bei Verstößen fällig werden.

 

 

Kommentare (54)

Kommentieren
Mein Graz
0
12
Lesenswert?

Jammern auf hohem Niveau

Ganz wurscht was kommt, manche finden immer einen Grund zu jammern.
Ein verlängertes Wochenende mit Allerheiligen (!), am Donnerstag davor Halloween und schlechtes Wetter fallen zusammen.
Na klar, da muss dann das neue Rauchverbot her um "Umsatzeinbußen" rausposaunen zu können. Die Vertreter der Gastronomie hat ja schon angekündigt, dass sie für die Unternehmer "Entschädigungen" haben wollen, weil sie in der Vergangenheit ja investiert haben - was selbstverständlich schon längst steuerliche Berücksichtigung fand.

Naja, probieren wird man wohl noch dürfen...

Antworten
crawler
1
10
Lesenswert?

Naja, es liegt

dem Gastgewerbe in den Genen zu jammern. Natürlich sind Raucher verärgert. Aber erfahrungsgemäß gibt es nur verschwindend wenige die auf längere Zeit keine Bar oder kein Gasthaus mehr besuchen. In solche Lokalitäten geht man in erster Linie ja um zu kommunizieren und um Leute kennen zu lernen. Nach einem Monat wird sich alles wieder einpendeln. Irgend welche Ausnahmen zu machen wäre kontraproduktiv.

Antworten
hansi01
0
4
Lesenswert?

Wenn eine Disco nach 47 Jahren zusperrt

Und das nach dem 1. Wochenende des absoluten Rauchverbot ist garantiert nicht selbiges Schuld.

Antworten
hansi01
0
0
Lesenswert?

Wenn eine Disco nach 47 Jahren zusperrt

Und das nach dem 1. Wochenende des absoluten Rauchverbot ist garantiert nicht selbiges Schuld.

Antworten
VH7F
0
12
Lesenswert?

Ich blieb am Wochenende zu Hause

weil ich keine Zeit hatte. Darum die Einbußen 😉

Antworten
tomtitan
1
0
Lesenswert?

Hahaha - sensationeller Kommentar!

Antworten
CIAO
2
18
Lesenswert?

es ist schon lange her, dass in Italien, quasi über Nacht das Rauchverbot in ALLEN kalen und Ämtern und....und. ... eingeführt wurde.

Lokalen und Ämtern und.....und.. eingeführt wurde. Ich lebe einige Monate im Jahr in einem kleinem Borgo (Dorf)(Toscana).
In diesem Dorf gingen in Kürze bis auf in Lokal alle ein. Heute, eine schon schöne Zeit danach, gibt es fast 10x soviel wie früher. Und Italiener sind ja keine Gastgartensitzer... e nur die Touristen. Wenns so bleibt, redet in 1-2 Jahren keiner mehr drüber.

Antworten
PiJo
2
40
Lesenswert?

Wirts App

Die Wirtschaftskammer Österreich ist zu Hellsehern geworden wenn sie nach 4 Tagen schon solche Erkenntnisse hat, sind sicher alle Wirte per Wirts App befragt worden. Die Unterstützung kleiner Unternehmer war noch nie die Stärke dieser
Zwangsmitgliedbeiträge Kassierer.

Antworten
vonnixkummtnix
1
11
Lesenswert?

Vor allem nach einem verlängerten Wochenende,

wo sich tendenziell mehr Leute schon am letzten Oktobertag (Halloween) als an den darauffolgenden Tagen verausgabt haben. Und dazu noch kühles regnerisches Wetter.

Antworten
UHBP
48
2
Lesenswert?

Es sei ruhig gewesen und nichts gemeldet worden, sagte ein Polizeisprecher am Montag zur APA. Allerdings sei man ja auch nicht in erster Linie zuständig für die Kontrollen.

Und wie ist das mit Alkohol am Steuer? Warum kontrolliert da die Polizei, wenn sie doch nicht für die Kontrollen zuständig sind?
Oder gibt es da ein stilles Abkommen des Schwarzen Netzerkes im BMI mit der Wirtschaftskammer, die Lokale - sind ja alles ÖVPler - nicht zu kontrollieren?

Antworten
ARadkohl
0
19
Lesenswert?

Wie bitte ist dieses Kommentar zu verstehen?

So ein Kuddelmuddel 🙈

Antworten
Windstille
8
11
Lesenswert?

So einen Schwachsinn ...

... kann nur ein Roter schreiben. Ich kenne genug "rote" Wirte . von all den anderen absurden Behauptungen ganz zu schweigen. Aber lieber UHBP, Sie können ja gerne jene Polizisten, die Sie das nächste Mal blasen lassen fragen, warum die Beamten das machen, obwohl sie laut ihrer Meinung für keine Kontrollen zuständig sind ... Diese Antwort würde sicher nicht nur mich interessieren ...

Antworten
3738064Gas
1
15
Lesenswert?

Informieren...

.... bitte.
Für die Vollziehung verkehrsechtlicher Bestimmung gibt es eine klare Mitwirkung der Polizei. Deshalb die Kontrollen.
Beim TNRSG ist das nixhtzder Fall.

Bei echtem Interesse einfach googeln - RIS... TNRSG.... STVO.... usw

Antworten
11schobe
0
24
Lesenswert?

Das ist vermutlich ein Scherzkommentar?

Aber zur Klarstellung, die Polizei ist nicht für die Kontrolle der Gastronomie im Bezug auf das Rauchverbot (und vieles anderes mehr) zuständig, sondern das Marktamt (gewerberechtliche Aufsichtsbehörde). Das sagt nicht, dass sie nicht für Verkehrskontrollen oder Personenkontrollen etc.etc. zuständig wären. Aber -wie gesagt- ich nehme an das war klar und sollte lustig sein. Wars nicht.

Antworten
zyni
8
42
Lesenswert?

Muss schlimm sein für Wirte zu erfahren,

dass manche Gäste nur gekommen sind um rauchen zu können.
Es wird zu einer Strukturbereinigung kommen. Schwache Wirte müssen zusperren, andere, gute Wirte werden besser und erfolgreicher.

Antworten
Hazel15
3
24
Lesenswert?

Muss schlimm sein für Wirte...

Wie war. Gewinner sind die Lokale, die schon vorher rauchfrei waren, und so nebebei auch von Rauchern besucht wurden. Daher werde ich als Nichtraucher jetzt auch nicht in ein Lokal gehen, nur weil es jetzt rauchfrei ist. Ja, und viele gingen in das Lokal nur, weil man hier rauchen konnte und nicht weil es etwas geboten hat.

Antworten
Hieronymus01
4
23
Lesenswert?

Wo viel Schatten ist, muss auch viel Sonne sein.

Man kann es auch positiv als Wirtschaftstreibender sehen.

Jetzt ersparen sich die Raucher jede menge Geld und werden es bei anderen Dingen ausgeben.

Es heißt doch immer von Seiter der Wirtschaft das diese immer flexiblen und sich dem Markt anpassen soll.

Was ist da so schlecht?

Antworten
fitness2000
2
23
Lesenswert?

WKO LUSTIGA VEREIN

Die WKO ist ein lustiger verein, nach 4 Tagen dass schon sagen...kannst gleich deine Kündigung einreichen wäre besser.

Antworten
UHBP
15
15
Lesenswert?

Die Wirte jammer,

Damit nach der Regierungsbildung die ÖVP den Wirten eine Entschädigung für den Ausfall zahlt.

Antworten
3738064Gas
3
20
Lesenswert?

Gejammert..

... wird von der Gastronomie immer.
Vermute auch, dass man sich irgendwelche Vergünstigungen herausholen will von der neuen Regierung unter ÖVP - Führung.
Das Rauchverbot kommt scheinbar gerade recht, um das allgemeine seit Jahren zu beobachtende Gastbaussterben jetzt dieser Regelung in die Schuhe schieben zu können.

Antworten
helmutmayr
5
35
Lesenswert?

Die WKO

ein seriöser Haufen. Allerheiligen als relevante Umsatzaussage.
Man lacht und ärgert sich über die Zwangsmitgliedschaft.

Antworten
dude
9
39
Lesenswert?

Klar doch!

Nach genau 4 Tagen und dem Allerheiligenwochenende kann man natürlich schon einen genauen, repräsentativen Trend ablesen....
Die WKO will diese mehr als vernünftige Regelung einfach madig reden!

Antworten
baldasar
1
8
Lesenswert?

Bravoo

Hut ab vor diesen sog wk-Experten finanziert durch Zwangsgebühren. Es wird sich alles einpendeln schließlich hätte das Rauchverbot schon voriges Jahr eingeführt werden sollen.

Antworten
jaenner61
12
41
Lesenswert?

echt komisch

ein wirtshaus nach dem anderen hat in den letzten jahren hat zugesperrt, obwohl die leute noch rauchen durften. wenn jetz die verbleibenden noch jammern, wirds kaum am rauchen liegen, sondern am unvermögen der wirte 🤔

Antworten
tigeranddragon
2
6
Lesenswert?

Registrierkassenpflicht

kam und ratze fatze sperrten das Lokal und das Lokal und....

Antworten
ctsch
5
23
Lesenswert?

Da ist der Wurm schon drinn

da ist das Nicht Rauchen Dürfen wohl das geringste Problem.

Antworten
 
Kommentare 1-26 von 54