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GusenKZ unter der Erde vermutet: Komitee fordert Erforschung

Eine Dokumentation hat die Diskussion um das KZ unter Tage neu entfacht. Einige Experten sind skeptisch.

© APA
 

In der durch eine ZDF-Doku neu entfachte Diskussion um geheime Nazi-Stollen in St. Georgen an der Gusen (Bezirk Perg) in Oberösterreich hat sich das Gedenkdienstkomitee Gusen mit der Forderung nach neuerlicher Erforschung zu Wort gemeldet. Es beruft sich in einer Presseaussendung am Dienstag auf neu aufgetauchte Indizien und Quellen.

Laut dem Sonntagabend ausgestrahlten Film könnte es in Gusen ein bisher unbekanntes unterirdisches Konzentrationslager gegeben haben. In bisher unbekannten, gesprengten Stollen in Ebenen unterhalb der bekannten könnten mehrere Zehntausend "fehlende" tote Häftlinge liegen. Aus der Sicht der zuständigen KZ-Gedenkstätte Mauthausen liegen dafür aber keine bekannten Belege oder Fakten vor.

Das Gedenkdienstkomitee Gusen verweist auf den Historiker Stefan Karner, der neuerlich intensive Nachforschungen fordert. 2015 war in einer Doku des selben Filmemachers die Vermutung angestellt worden, in Gusen könnten die Nationalsozialisten nicht nur eine unterirdische Flugzeugproduktion, sondern auch eine Atom- und Raketenforschung betrieben haben. Eine Kommission aus Experten etlicher Fachrichtungen stellte jedoch nach einer Prüfung der Fakten fest, alle in dem Film angeführten Beweise für die Vermutungen hätten einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht standgehalten.

Die neuerliche Forderung einer intensiven Nachforschung wird damit begründet, dass der aktuelle Film Indizien und Quellen enthalte, die zum Zeitpunkt der Diskussion der Expertenrunde 2015 noch gar nicht zur Verfügung gestanden seien. "Die dargestellte Indizienkette ist sehr schlüssig und ergibt eine Reihe von Anhaltspunkten, die nahe legen, die Geschichte des Lagerkomplexes Gusen neu zu schreiben", argumentiert Karner.

In drei Konzentrationslagern in Gusen - als Nebenlager des KZ Mauthausen - hielten die Nazis mindestens 71.000 Menschen aus 27 Nationen gefangen, mehr als die Hälfte kam zu Tode. Der Bau der acht Kilometer langen Anlage des NS-Rüstungsprojektes "Bergkristall" zur unterirdischen Flugzeugproduktion kostete mehr als 8.600 KZ-Häftlingen das Leben. Ein Großteil der Gänge wurde später zerstört oder aus Sicherheitsgründen verfüllt. Das Gedenkdienstkomitee Gusen sieht sich als Vertreter der Interessen ehemaliger Häftlinge und deren Familien.

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Danke für Ihr Verständnis.

fortus01
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ich glaube,

mit den heutigen technischen Möglichkeiten ist es relativ schnell zu klären, ob hier weitere Maßnahmen, sprich Grabungsarbeiten in größerem Umfang erforderlich sind.
Sollte an den Theorien was dran sein, dann ist man es jedem einzelnen Opfer schuldig, die schreckliche Wahrheit im wahrsten Sinn des Wortes "ans Tageslicht" zu bringen!

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georgXV
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???

hoffentlich gibt es irgendwo auf der Welt noch den ein oder anderen Holocaust-Überlebenden, den man zum KZ Gusen befragen könnte ...
Aber hierzu ist Tempo angesagt !!!

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calcit
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Das bedeutet aber nicht, dass einer dieser Zeugen von den hier behaupteten "Fakten"...

...Bescheid gewusst hat , wenn er z.B. gar nicht in diesen mutmaßlichen Bereichen eingesetzt war. Im übrigen sind diese Komplexe dermaßen gut erforscht und bekannt, dass eigentlich nicht viel neues zu erwarten ist.

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