Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Feldkirch rund um einen Ex-Funktionär des SCR Altach, der in Umkleiden Spielerinnen heimlich gefilmt haben soll, sind bereits seit Dezember 2025 abgeschlossen. Dies gab der Verein damals an. Jetzt, berichtet „The Guardian“, wurde der mutmaßliche Täter aber auch schuldig gesprochen - und zu einer siebenmonatigen Bewährungsstrafe sowie einer Geldstrafe von 1.200 Euro verurteilt. Außerdem soll er den Opfern je 625 Euro Entschädigung zahlen.
Das Urteil wurde vom Landgericht Feldkirch in Österreich gefällt. Dabei erklärte der Richter, dass es einen großen Unterschied mache, „ob man Bilder betrachtet oder sie selbst erstellt“. Der Mann hatte ohne ihr Wissen Videos und Fotos aus der Umkleidekabine, dem Fitnessraum und den Duschen der Frauenfußballmannschaft von Altach aufgenommen. Gegen die Gerichtsentscheidung könnte die Staatsanwaltschaft noch Berufung einlegen, er hat sie allerdings akzeptiert, berichtet „The Guardian“.
Spielerin zeigt sich über Urteil empört
Eleni Rittmann, die jetzt für Evian in Frankreich spielt, zuvor aber für Altach aktiv war, zeigte sich über das Urteil empört. „Das macht mich sprachlos“, schrieb sie in einem Instagram-Post. „Der Täter war nicht nur ein hochrangiger Schiedsrichter in der Schweiz, sondern auch Funktionär bei Altach. Und genau dort hat er Spielerinnen, darunter auch Minderjährige, gefilmt. Da frage ich mich: Ist das eine angemessene Strafe?“
Sie führte aus: „Ich frage mich auch, ob eine solche Strafe eine abschreckende Wirkung auf andere hat. Wir fühlten uns in unserer Umkleidekabine sicher, und diese Verletzung unserer Privatsphäre war so schwerwiegend, dass sich einige von uns bis heute in öffentlichen Duschen nicht sicher fühlen. Für mich ist dies kein ausreichend starkes Signal für etwas, das in unserer Gesellschaft nicht toleriert wird. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, da die Staatsanwaltschaft zusätzliche Zeit beantragt hat, um eine Berufung in Betracht zu ziehen.“
„Teilweise noch junge Mädchen“
Der Mann hatte zwischen 2020 und 2025 bei dem Verein gearbeitet, der in der höchsten Spielklasse Österreichs spielt. Laut Staatsanwaltschaft wurden auf den Aufnahmen und Bildern etwa 30 Spieler identifiziert. Während des Prozesses wurde eine Erklärung der Opfer verlesen, in der es hieß: „Wir sind junge Frauen, teilweise noch junge Mädchen. Was passiert ist, hat uns den Boden unter den Füßen weggezogen. Jahrelang hat er uns gesagt, dass die Umkleidekabine unser Zuhause sei, aber dieses Zuhause wurde dann von jemandem zerstört, den wir für einen Teil dieser Familie gehalten haben.“