Es ist eine weitere Statistik, die keinen Anlass zur Freude bietet: Mehr als 800.000 Menschen haben sich im Vorjahr in Österreich bei Unfällen so schwer verletzt, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten. Das sind um drei Prozent mehr als 2023, wie das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) und der Versicherungsverband in einer Pressekonferenz am Montag mitteilten. Die meisten Unfälle passierten im Haushalt. Etwa 335.000 Menschen haben sich in den eigenen vier Wänden verletzt.
Das kostet auch viel Geld. Allein die Behandlungskosten im Sozialsystem belaufen sich in diesem Bereich auf 2,74 Milliarden Euro, ein Anstieg um 5 Prozent. Eine besonders traurige Entwicklung gibt es bei den Kindern im Alter von 0 bis 14 Jahren, denn dort ist die Anzahl der Verletzten überproportional stark um 5 Prozent auf fast 122.000 gestiegen.
„Was viele Eltern nicht wissen, ist, dass Kinder erst mit dem letzten Kindergartenjahr oder mit Schulbeginn gesetzlich unfallversichert sind – und das auch nur am Weg dorthin und nach Hause. Und freilich in den Bildungseinrichtungen selbst“, sagte Ralph Müller, Vizepräsident des österreichischen Versicherungsverbandes.
Gestiegen ist zuletzt ist auch die Zahl der Unfalltoten im ersten Quartal, die Kleine Zeitung berichtete im Zuge des Horrorunfalls auf der A2. In den Jahren zuvor lag der Wert noch deutlich unter 3000 Opfern. Im Jahr 2023 - Zahlen aus dem vergangenen Jahr stehen noch nicht zur Verfügung - lag die Zahl der bei Unfällen Getöteten bei 3094.
„Das wichtigste Werkzeug ist die Prävention“, sagte KFV-Direktor Christian Schimanofsky. Im Verkehr retten niedrigere Tempolimits Leben. Im Haushalt reiche schon manchmal eine bessere Beleuchtung, Brandschutzmaßnahmen, oder das sichere Verwahren von Putzmitteln, um das Leben sicherer zu machen.
In der Steiermark haben sich im Vorjahr rund 20.000 Menschen verletzt, ein Plus von drei Prozent gegenüber 2023. Einen deutlichen Anstieg gab es hier bei den Sportunfällen: 40.500 Freizeitunfälle bedeuten rund 1.400 mehr als 2023. Das heißt, 110 Menschen verletzten sich pro Tag in der Steiermark in ihrer Freizeit. In Kärnten wurden im Vorjahr insgesamt 55.700 Verletzte gezählt, die sich im Spital behandeln lassen mussten.