In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 zwingen SS-Männer David Herzog, den Landesrabbiner für Steiermark und Kärnten, aus seiner Wohnung in der Radetzkystraße, treiben ihn durch die Straßen zur Zeremonienhalle des jüdischen Friedhofs in Wetzelsdorf. Herzog, zwei Tage zuvor 69 Jahre alt geworden, wird von den Nazipeinigern verprügelt, in die Mur geworfen, schwer verletzt liegen gelassen. Die Zeremonienhalle steht in Brand. Auch die Synagoge an der Mur, der Platz davor trägt heute den Namen von David Herzog. Nach Augenzeugenberichten wirft Julius Kaspar, der kommissarische Chef der Grazer Stadtverwaltung und wenige Monate später Oberbürgermeister, die erste brennende Fackel auf die Synagoge.
Novemberpogrom 1938
Die Nacht des braunen Mobs
Wieder werden im Land jüdische Friedhöfe geschändet. Vor 85 Jahren brannten Nazihorden Synagogen nieder, plünderten, misshandelten und ermordeten jüdische Bürger.
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