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Ed. Hauswirth über die Rhetorik und mediale Resonanz nach der Wahl in Graz.

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PK KPOe GRAZ: 'ERSTE ERGEBNISSE DER GESPRAeCHE MIT PARTEIEN NACH GRAZ-WAHL': KAHR
© APA/ERWIN SCHERIAU
 

"Internationale Konzerne warnen vor Graz." „Die Verwechslung von Politik und Sozialarbeit“. „Das Letzte, was Nagl verdient hat“. „Niemand hätte sich in seinen bösesten Träumen so ein Ergebnis vorgestellt“. An den Tagen nach der Wahl waren das die bestimmenden Headlines.
Als Bühnenregisseur bin ich immer damit beschäftigt, wie etwas erzählt wird und welchen Effekt es auf ein Publikum haben kann. Die plakative Katastrophenrhetorik und die überschießende Resonanz in den Echokammern der sozialen Medien gerieten miteinander in Wallung.
Im Blatt wurden trauernde Politikergesichter auf die Titelseite gepackt und breit die Gefühle der Wahlverlierer beschrieben. Die darunterliegenden Artikel und Interviews versuchten es zwar durchaus mit Abwägen und Differenzieren, aber wer nimmt das wahr, wenn das Stammhirn Katastrophe schreit?

Der Historiker Yuval Harari beschreibt als Merkmal der Menschheit, dass sie sich über Erzählungen organisiert. Die großen Narrative haben ganze Zivilisationen definiert und Individuen Zugehörigkeit gegeben; man muss hier nicht nur an die Bibel oder das Mahabharata denken. Die ökofeministische Theoretikerin Donna Haraway fordert im Angesicht der Klimakrise: Tell different Stories. Erzählt nicht mehr die maskulinen Heldengeschichten von Aufstieg und Fall, sondern Gefährt*innen-Geschichten von Solidarität über die Spezies hinweg und gewinnt dadurch eure Zuversicht zurück. Es ist von Gewicht, welche Geschichten Welten machen.

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Danke für Ihr Verständnis.

neuernickname
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Der einzige Grund, warum Kommunistische Parteien in Westeuropa nicht wie die nationalsozialistischen verboten worden sind

war der Kalte Krieg.
Man konnte Stalin und seinen Nachfolgern das nicht zumuten um die Balance der Kräfte nicht zu gefährden.

Wer ein Kommunist ist, weiß um die Parteigeschichte. So zu tun, als seien die ganzen Verbrechen nicht mit dem Kommunismus zu vereinbaren ist eine Lüge. Marx hat vom gewaltsamen Umsturz gesprochen und von der "Diktatur des Proletariats" und es ist so gekommen, wie Marx es propagiert hat.

Kommunismus ist eine menschenverachtende, totalitäre Ideologie, erfunden von ein paar philosophischen Wirrköpfen, die keine Ahnung von der Wirtschaft hatten und geglaubt haben, der Gewinn sei nur durch "Ausbeutung" erklärbar.
Eine saudumme Idee von jungen zornigen Männern, die zur echten Revolution (die damals 1848 stattfand) zu feig waren.

Der Kommunismus gehört auf den Müllplatz der Geschichte geworfen und nicht andauernd verharmlost.

Es gibt intelligente Alternativen: SPÖ, Grüne, Neos.

buspepi
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Rotes Graz

Diese - Ihnen unbenommene - Ansicht teilen viele Intellektuelle nicht. Eric Hobsbawm wusste Ideologie und Regime genauso differenziert zu betrachten wie zahlreiche Künstler es zu sehen im Stande waren.
Der von Ed Hauswirth angesprochene Yuval Noah Harari stellt Ideologien (Kapitalismus, Kommunismus, Nationalsozialismus, ...) von ihrer Faktenbasiertheit auf eine Stufe mit Religionen....
Dieser klare Blick des israelischen Historikers würde uns allen gut tun.
Ed Hauswirth bringt gut auf den Punkt, dass der Wahlerfolg der KPÖ Graz wohl keiner der Ideologie war. - das anzuerkennen statt "historische Schuld der Elke Kahr" zu konstruieren stünde Ihnen gut an.

neuernickname
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buspepi - Und wieder ein neuer Nick, der mich hier maßregeln will, Heike hatte keine Zeit?

Und der erfindet gleich ein Zitat, der brandneue buspepi
Nur weil man sich auf eine Stufe mit Künstlern stellt, muss man nicht gleich Fantasy-Romane schreiben.
Es stünde auch buspepis gut, nicht irgendwelche Zitate zu erfinden, in meinem Posting steht kein Wort von der Frau Kahr. Ich nenn das Unterstellung - ich fordere Sie auf, das hier richtigzustellen.
Warum macht man sowas eigentlich. Warum erfindet man Zitate, die in meinem Posting niemals dringestanden haben. Rot-weiß-Rot macht das auch andauernd. Ständig wirft er mir hier was vor, dass ich NIEMALS geschrieben habe. Was ist das? Ist das Psychoterror gegen mich?
Also - zeig mir gefälligst die Stelle wo ich "historische Schuld der Elke Kahr" geschrieben habe?
Wenn du die nicht findest - dann stünde es dir gut an mich in Zukunft nicht mehr zu belästigen.

buspepi
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Das ist kein Zitat

sondern eine Formulierung unter Anführungszeichen - quasi meine Interpretation des von Ihnen gesagten.
Aber eine beleidigte Leberwurst scheinen Sie zu sein.
Brauchns net untergriffig werden, bleiben Sie bei IhrerMeinung - aber für Unterhaltungen ist es nicht förderlich, wenn Sie andere Standpunkte nicht auch akzeptieren können und stattdessen gleich unterstellen, ich sei einer Ihrer offenbar zahlreichen Kritiker unter neuem Nick. ..
Nix für ungut, mir ist es ziemlich egal ob Sie din KPÖ - weil kommunistisch - für eine Verbrecherorganisation halten, wie Sie ja die kommunistischen Ideen offenbar für verbrecherisch halten..
Ich bin kein Kommunist, sondern praktizierender Katholik und muss meinen Glauben auch ständig rechtfertigen.
Daher plädiere ich generell für eine weniger hitzige Debattenkultur.

freeman666
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Kommunismus ist keine gute Idee, sondern ist eine menschenverachtende Ideologie

Kein einziges Land dieser Welt, das den Kommunismus „probiert“ hat stand am Schluss ohne Staatsterror und unzähligen Toten da.
China - Sowjetunion - Kambodscha - Nordkorea - DDR - Jugoslawien
Man hätte in Graz auch mit einer Namensliste antreten können, um Gutes zu tun und darüber zu sprechen. - ganz ohne den Mief einer blutigen und brutalen Ideologie.
Egal ob Linksaußen oder Rechtsaußen alle waren und sind unmenschlich.