Anfangs zeigte es nur seine unsympathischen Seiten, das Virus. Es trieb die Leute auseinander, spaltete die Gesellschaft, setzte Grundrechte vorübergehend außer Kraft, schloss Grenzen und strapazierte die Bereitschaft der Menschen zur Solidarität aufs Äußerste. Wie aber alles seine Kehrseite hat, so auch das düstere Coronajahr. Die schon vorher nicht geringe Großzügigkeit der Menschen, wenn es darum ging, in Not Geratenen zu helfen, ist heuer noch einmal sprunghaft angestiegen. „Steirer helfen Steirern“, die große Hilfsaktion der Kleinen Zeitung, meldet – schon wieder – einen Spendenrekord, mit dem niemand rechnen konnte.
Wäre nicht eigentlich das Gegenteil logisch gewesen? Das Jahr war schwierig, das kommende wird es wohl auch, sagen Wirtschaftsforscher voraus. Man muss nicht einmal Nationalökonomie studiert haben, um das zu vermuten. In Zeiten der Unsicherheit wäre es verständlich, würde jeder zuerst einmal auf sich und die Seinen schauen. Das ließe sich auch gut als Klugheit darstellen oder als Vorsicht.
So aber denken viele unserer Leserinnen und Leser offenbar nicht. Mehr als 1,6 Millionen Euro sind bisher in diesem Jahr zusammengekommen und der Dezember ist noch gar nicht zu Ende. Das sind gute Nachrichten für viele Menschen, denen ein Schicksalsschlag den Boden unter den Füßen weggezogen hat. Menschen, die sich direkt an uns wenden oder auf deren Los uns die Caritas Steiermark, die Diakonie, die Volkshilfe, das Rote Kreuz, Rainbows, die Krebshilfe oder der Hospizverein hinweisen und denen wir dann dank Ihrer großzügigen Spenden helfen können.
Unser Sozialstaat ist fein verästelt, sein Netz stark, aber eben doch nur ein Netz. Naturgemäß weisen Netze Lücken auf. Dort, wo die großen staatlichen Institutionen nicht hinreichen, weil sie aus irgendeinem vertrackten Grund unzuständig oder einfach zu langsam sind, um wirksam und sofort reagieren zu können, dort werden andere mithilfe Ihrer Gabe einspringen und vielen Menschen das Leben erleichtern können.
Das Schöne am Spenden ist, dass sich nicht nur ihr Nutznießer, sondern auch der Geber selbst daran freuen kann. Anders als bei den ebenfalls nützlichen Steuern, die kaum jemand mit Begeisterung entrichtet, ist die Spende ein freiwilliger, gezielter Akt, ein Verzicht zugunsten Dritter. Das Gefühl, ungezwungen einen Beitrag dazu geleistet zu haben, dass anderen aus Zwangslagen geholfen werden kann, beflügelt auch die Geber.
Corona wirkt auf beide, Geber und Empfänger. Die Pandemie befeuert offensichtlich die Großzügigkeit. Zugleich verschärft der aufwendige und aufreibende Kampf gegen sie Notlagen oder schafft sie erst. Deshalb ist Ihre Hilfe in diesem Jahr besonders wichtig und notwendig. Ein guter Grund, unseren Partnern und Ihnen, die Sie mit Ihrer Gabe „Steirer helfen Steirern“ die Arbeit erst ermöglichen, an dieser Stelle laut und deutlich Danke zu sagen.