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Nach Wien-WahlGrünes Elend: Der Riss und der Ausschuss

Der tägliche Morgenpost-Kommentar aus der Chefredaktion.

Als Michael Ludwig mit den Neos koalierte, wurde Birgit Hebein von ihrer eigenen Partei demontiert
Als Michael Ludwig mit den Neos koalierte, wurde Birgit Hebein von ihrer eigenen Partei demontiert © APA/Roland Schlager
 

Guten Morgen!

Eigentlich hätte man am Samstag auf der Landesversammlung der Wiener Grünen auf die erfolgreiche Verlängerung der Zusammenarbeit mit der SPÖ anstoßen wollen. Alles schien darauf hinauszulaufen. Die Konkurrenz der als gefährlich neoliberal verachteten Neos nahm niemand wirklich ernst. Der Bürgermeister, so dachte man, würde mit dem pinken Schmuddelkindern nur pokern, um am Ende die Grünen zu günstigeren Konditionen an Bord holen zu können, mehr nicht.

Es kam bekanntlich anders. Die Grünen versagten daraufhin ihrer Parteichefin alle Führungspositionen, die zu vergeben waren, Klubspitze und zwei nicht amtsführende Stadträte. Birgit Hebein verstand und schwieg. Gestern hörte man endlich ihre Deutung der Demontage: Ein Riss gehe durch die Partei, lange schon. Die Entscheidung, der eigenen Parteichefin sichtbare Funktionen zu verweigern, war nur das letzte Kapitel. Schon ihre Vorgängerin, Maria Vassilakou, war ja dem internen Streit zum Opfer gefallen, den man notdürftig als Auseinandersetzung zwischen Realos und Fundis bezeichnen könnte. Nun soll ein „Ausschuss“ den Riss kitten. Na dann.

Der Sieger vom 11. Oktober genießt indessen seine neue Freiheit und schießt aus allen Rohren gegen die Regierung. Endlich hält Michael Ludwig keine Rücksicht auf einen Koalitionspartner mehr davor zurück, auch den grünen Gesundheitsminister unter Feuer zu nehmen. Das große Interview mit dem entfesselten Wiener Bürgermeister – nachzulesen in unserer Sonntagsausgabe.

Einen geruhsamen Herbstsonntag wünscht Ihnen

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