Manuela Khom ist nicht nur eine Quotenfrau, sondern auch eine Krisenfrau. Als selbstbezeichnete „Quotenfrau“ verteidigte Khom bereits vor Jahren diese wesentliche politische Maßnahme, die darauf abzielt, den Anteil an kompetenten Frauen in Führungsebenen zu erhöhen. Nun ist sie auch noch Trümmerfrau, und soll die ÖVP aus dem Drexler-Dilemma in die neue Koalition führen. Sie hat also nicht nur die „gläserne Decke“ durchbrochen (= unsichtbare Barriere, die Frauen oftmals daran hindert, in Führungspositionen aufzusteigen). Sie steht jetzt direkt auf dem Felsvorsprung, der „gläsernen Klippe“.
Die gläserne Klippe ist ein durch Studien belegtes Phänomen, welches Frauen während Krisen überproportional häufig an die Spitze katapultiert. Das Risiko, unter diesem Umstand zu scheitern, ist nämlich überproportional hoch. Gleichzeitig wird, so eine Forschung der Universität Exeter, stereotyp weibliches Führungsverhalten in Notlagen positiver bewertet. Während in guten Zeiten meist Männer an der Spitze bevorzugt werden, wird – wenn ebensolche ihre Unternehmen in Schwierigkeiten manövrieren – plötzlich ein weiblicher Wechsel gewünscht.
Außensicht
Wenn die Trümmerfrauen übernehmen
© APA / Erwin Scheriau