Wenn sich die Blätter verfärben und die Nebel aufsteigen, bricht die Zeit des Buches an. Die Verleihung des Literaturnobelpreises, die Frankfurter Buchmesse, die Vergabe des Deutschen, Österreichischen und Schweizer Buchpreises, dann die Buch Wien, dazu Literaturbeilagen, Büchersendungen, die Empfehlungen der Redaktionen und die unvermeidliche Liste der besten 100 Bücher der letzten 100 Jahre: Für lesende Menschen sind das wunderbare Wochen, kein Tag vergeht, ohne dass man nicht auf ein Buch stoßen würde, das seiner Lektüre harrt, ein übersehener Klassiker, ein sensationelles Debüt, dazu überraschende und überraschte Preisträgerinnen. In jedem Herbst wird so getan, als hätten die Menschen nichts anderes zu tun, als zu lesen. Politiker halten ergreifende Reden, beschwören die Freiheit des Wortes und die Wichtigkeit der Literatur für die Rettung der Welt und für den Kampf gegen den rechten Populismus. Eigentlich schön, zumal es über den betrüblichen Befund hinweg hilft, nach dem der Analphabetismus zunimmt.