Die Geissens gehören seit langem zum Inventar der deutschen Reality-TV-Landschaft. Die Bestürzung bei ihren Fans war dementsprechend groß, als Carmen (60) und Robert (61) Geiss am Sonntag öffentlich machten, dass sie brutal in ihrer Villa in Saint-Tropez überfallen worden sind.

Seit mittlerweile 14 Jahren lassen die beiden Kölner die Öffentlichkeit in ihrer eigenen Sendung an ihrem Jetset-Leben teilhaben. Über 450 Folgen von „Die Geissens – Eine schrecklich glamouröse Familie“ wurden bereits produziert und ausgestrahlt. Doch wie kam die Millionärsfamilie, die mittlerweile in Dubai lebt, eigentlich zu ihrem Ruhm?

Robert Geiss baute erfolgreich ein Millionen-Unternehmen auf

Zu Geld kam Robert Geiss gemeinsam mit seinem Bruder Michael mit Unternehmergeist. 1986 gründeten die beiden die Sportbekleidungsfirma Uncle Sam. Zuvor arbeitete Robert Geiss, der der Schule nach seinem Hauptschulabschluss den Rücken gekehrt hat, im Loshandel der Familie und belieferte Schausteller mit Plüschtieren. „Ein hartes Geschäft“, sagte er einmal in einem Interview mit der „WirtschaftsWoche“. Er habe sich am „Fleiß und Ehrgeiz“ seiner Eltern orientiert.

Das Familiengeschäft wurde ihm aber bald zu wenig. Uncle Sam entwickelte sich schnell zu einem der führenden Anbieter für Sportbekleidung in Deutschland. Der Fokus lag auf Fitnessmode und Bekleidung für Bodybuilderinnen und Bodybuilder. Die passende Nische für die Fitnesstrainerin Carmen Schmitz, die die Frau an seiner Seite wurde. Schmitz arbeitete zeitweise als Verkäuferin bei Uncle Sam, 1994 heiratete sie Robert Geiss und nahm dessen Namen an. Ein Jahr danach verkauften die Geiss-Brüder die Marke Uncle Sam für 140 Millionen DM, 2004 kaufte sie sein Bruder Michael aber wieder zurück. Robert Geiss wurde vertraglich zugesichert, sechs Prozent der Jahreseinnahmen zu erhalten.

Die Geissens finden den Weg ins Fernsehen

Der Start ihrer Fernsehkarriere begann mit dem Format „Goodbye Deutschland“, in dem die Geissens 2009 und 2010 ihr schon damals pompöses Leben in Monaco, Saint-Tropez und Co präsentierten. Der Kontrast zu den anderen Teilnehmern in der Sendung, die sich ein neues Leben im Ausland aufbauen wollen, sei Robert Geiss aber dann zu groß gewesen. Das schüre Neid, sagte er im „OMR Podcast“, daher zog er einen Schlussstrich.

Motoryacht Indigo Star vor Anker vor Monaco. Die 38 Meter lange Yacht wurde 1995 von der italienischen Werft Siar & Moschine gebaut und gehört Robert und Carmen Geiss. Auf dem Rumpf Werbung und Totenkopf Logo des Modelabels Roberto Geissini. Die Yacht wird auch für Dreharbeiten der Reality-Soap Die Geissens - Eine schrecklich glamouröse Familie auf RTL II eingesetzt. *** Motor yacht Indigo Star before Anchor before Monaco the 38 Metres Length Yacht was 1995 from the Italian Shipyard Siar built and heard Robert and Carmen Geiss on the Hull Advertising and Skull emblem the Fashion labels Roberto the Yacht will too for Shooting the Reality Soap the Goats a terrible Glamour eyelet Family on RTL II used
Die 38 Meter lange Yacht der Geissens vor Monaco © IMAGO/Peter Seyfferth Finephotoart.org

RTLZWEI blieb das Potenzial der Geissens als Reality-TV-Familie aber nicht verborgen und so entstand die Idee zur eigenen Sendung. Seit 2015 produziert Robert Geiss selbst mit seiner Firma Geiss TV GmbH den Inhalt, pro Staffel – 22 gibt es bereits – soll er kolportierte 2,5 Millionen Euro verlangen.

Ikonische Teile der Sendung, die beinahe in jeder Folge vorkommen, sind Carmens langgezogenes Roooooobert, wenn sie ihren Ehemann ruft, und auch ihr Ausspruch: „Das ist ja voll der Burner!“

Kritik an den Geissens

Nicht alle heißen gut, was die Geissens im TV zeigen. Während die Familie und der Sender stets betonen, dass großteils ihr echtes Leben dokumentiert wird, stufen Kritiker die Sendung als Pseudo-Doku ein. Vieles wäre gestellt und es würde der Eindruck vermittelt werden, ihr Leben bestehe hauptsächlich aus Freizeit und Jetset.

Auch mit einigen Promi-Kollegen haben es sich die Millionäre bereits verscherzt. Hundeprofi Martin Rütter postete vergangenes Jahr auf Instagram einen Videomitschnitt aus der Serie, in dem Carmen Geiss einen „singenden Mops“ (eigentlich war es eine Bulldogge) anhimmelte. „Ja, auch Qualzucht, aber nicht ganz ein Mops“, kommentierte Rütter die Szene. Zu dem Beitrag schrieb er noch: „Einfach mal sacken lassen ...“.

Oliver Pocher stehe laut eigener Aussage ebenfalls im Clinch mit den Geissens. Grund sollen spitzzüngige Kommentare gegenüber den Töchtern Davina (22) und Shania (20) im Rahmen seines Formats „Bildschirmkontrolle“ sein. Eine Auseinandersetzung mit Kollegah endete sogar vor Gericht. Der Rapper hatte den beiden Geiss-Töchtern in einem seiner Songs mit Mord und Vergewaltigung gedroht – er wurde 2021 zu einer Schmerzensgeld-Zahlung von 100.000 Euro verurteilt.

In jüngerer Vergangenheit gab es immer wieder auch Gerüchte, dass die Geissens pleite wären. Steuerschulden in Millionenhöhe stehen im Raum, ihr Hotel in Saint-Tropez soll zwangsversteigert werden. Sie selbst dementierten die Gerüchte und sprachen von einem Steuerstreit.