Sie sieht gefährlich aus, bewegt sich flink über und unter Wasser und trägt Luftblasen mit sich herum – doch trotz ihres furchteinflößenden Äußeren ist sie für den Menschen völlig harmlos: Die gerandete Wasserspinne (Argyroneta aquatica) sorgt derzeit für Aufsehen, denn sie wird in heimischen Gewässern wieder häufiger gesichtet – auch in Österreich.

Einzige echte Wasserspinne der Welt

Die gerandete Wasserspinne ist eine zoologische Besonderheit: Sie ist die einzige Spinnenart weltweit, die ihr ganzes Leben unter Wasser verbringt. Möglich macht das eine Art selbstgebauter Mini-Tauchglocke – eine luftgefüllte Blase aus Spinnseide, die sie zwischen Wasserpflanzen befestigt. Dort jagt, ruht und vermehrt sich das Tier.
Ihr Körper ist etwa 1 bis 2 Zentimeter lang, schimmernd dunkelbraun bis schwarz, mit feinen Härchen, die unter Wasser silbrig glänzen. Trotz ihrer Rarität und dem exotischen Erscheinungsbild handelt es sich um eine einheimische Art, die vor allem in nährstoffreichen, pflanzenreichen Teichen, Altwässern und langsam fließenden Bächen vorkommt.

Galt lange als stark gefährdet

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Lange galt Argyroneta aquatica in vielen Regionen als stark gefährdet. Doch durch verbesserte Wasserqualität und naturnahe Ufergestaltung mehren sich zuletzt wieder Sichtungen – auch im Süden Österreichs. Forscher sprechen bereits von einer vorsichtigen Rückkehr der Wasserspinne, nachdem sie jahrzehntelang nahezu verschwunden war.

Was tun bei einer Sichtung?

Wer eine gerandete Wasserspinne in freier Wildbahn sieht, sollte sich freuen – und sie in Ruhe lassen. Für Menschen ist die Spinne ungefährlich. Zwar besitzt sie wie alle Spinnen Giftklauen, ihr Biss ist jedoch äußerst selten und in der Regel vergleichbar mit einem Mückenstich.

Die gerandete Wasserspinne ist ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems. Sie hält das Gleichgewicht im Teich, frisst Mückenlarven, Wasserasseln und andere Kleintiere. Als Indikator für sauberes Wasser gilt ihre Rückkehr vielen als positives Signal für die Umweltqualität.

Wer sie zu Gesicht bekommt, darf sich also glücklich schätzen – denn diese kleine Unterwasserkünstlerin ist nicht nur einzigartig, sondern auch ein Symbol für funktionierende Naturräume mitten in Österreich.