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Buch-SensationTudor-Trilogie: Ein "Pitt-Patt" für Queen Hilary

Genial vollendet, phänomenal vollbracht. Wie es Hilary Mantel gelang, mit ihrer nunmehr kompletten, literarisch grandiosen Tudor-Trilogie nicht nur den Olymp der Geschichtsromane zu erklimmen. Eine Fährtenlese.

Thomas Cromwell
Thomas Cromwell © imago/United Archives International (imago stock&people)
 

Ein Ratt-Tatt-Tatt zum Beginn, dem am Ende ein Pitt-Patt folgen wird. Kann man so ein Phänomen in Worte fassen? Vielleicht schon. Also: abwarten. Aber immer der Reihe nach. Es gab im Theater geraume Zeit ein Erweckungsritual, beherrscht von großen Bühnenmagiern auf faszinierende Weise. Sie tippten im dunklen Bühnenraum den starr stehenden, scheinbar leblosen Figuren sanft auf die Schulter. Ein Zeichen zum Erwachen, zur Verwandlung in Menschengestalten, mit oft unfassbarer Intensität.

Als die Britin Hilary Mantel im Jahr 2009 mit dem Roman „Wölfe“ ihre Tudor-Trilogie begann, war es ein gewagter Schritt in das große, reale Welttheater. Aber schon damals stellte sie ihre geniale Gabe unter Beweis, historischen Gestalten enorme Vitalität zu verleihen und all ihre historischen Figuren und Gedankenkinder ins Leben zu holen.
Sie tat dies im Wissen, risikoreiches historisches Terrain zu betreten, das von Dichtern, Dramatikern und Historikern öfter und emsiger beackert worden war als jede andere Epoche Englands. Auch Herr Shakespeare zählte bekanntlich dazu.

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