GriechenlandKreta kann weit mehr als Strand und Meer

Mit Chania beheimatet die Insel Kreta eine Stadt als multikulturelles Zentrum, umgeben von gelebter Tradition, die in den Weißen Bergen und der Kulinarik zu Hause ist.

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Das Küstendorf Loutro sprüht nur so vor griechischem Flair © Krzysztof/stock.adobe.com
 

Geschickt lenkt der Fahrer von „Uncharted Escapes“ den schwarzen Geländewagen die Weißen Berge Kretas hinauf, bis aus der asphaltierten Straße ein rumpliger Schotterweg wird. Die zerklüfteten Felsen auf der einen Seite und der steile Abgrund auf der anderen treiben den Adrenalinspiegel im Körper in die Höhe, doch das Ende der Reise ist noch nicht erreicht. Kurz unter einem der Gipfel des Gebirges, das die Landschaft im westlichen Teil Kretas prägt und seinen Namen dem hellen, staubigen Kalkgestein verdankt, aus dem es besteht, wartet auf einem Plateau eine atemberaubende Aussicht über die größte Insel Griechenlands, die die Vielfalt der Flora und Fauna offenbart.

Tief unten im Tal, an der Küste, zwischen Olivenplantagen, Ziegenfarmen und grün bewachsenen Berghängen, blitzen die Dächer der zweitgrößten Stadt der Insel hervor – Chania. Ein Ort als kultureller Schmelzpunkt, der mitten im Mittelmeer drei große Weltreligionen in sich vereint. Etwas mehr als 50.000 Einwohner leben in der Stadt, in der sich neben Kirchen auch Moscheen und eine Synagoge finden. „Seit 3400 vor Christus ist die Insel bewohnt. Chania selbst wurde immer wieder von unterschiedlichen Völkern besetzt, dadurch haben sich die Einflüsse im Laufe der Geschichte vermischt und es haben sich unterschiedliche Viertel gebildet“, erzählt Guide Souki Sevastiana.

Über unwegsame Wege geht’s mit dem Geländewagen in die Berge Foto © Rendl

Venezianer, Osmanen und Deutsche beanspruchten Chania auf der historischen Zeitleiste für sich und hinterließen ihre Spuren sichtbar in der Architektur der Stadt. Vom venezianischen Hafen über das türkische Viertel mit den teils leuchtend blauen Fensterrahmen und Türen bis hin zur großen Kirche der Jungfrau Maria auf einem der größten Plätze Chanias zeichnen sich Stücke der Zeitgeschichte ab. Auf dem Kastelli-Hügel, der sich über dem Hafen erhebt, finden sich zwischen Wohnhäusern und kleinen Hotels freigelegte Ruinen aus der minoischen Zeit.

In Chania vereinen sich mehrere Kulturen auf engstem Raum Foto © Freesurf/stock.adobe.com

Fernab des Trubels der Stadt, eingebettet in die kretische Landschaft, haben Giannis Bouleros und Julien Andras mit „The Olive Farm“ ein Refugium für sich, ihre Hühner und Ziegen geschaffen. Beinahe autark lebt das Paar auf ihrem Stück Land und lässt Besucher mit Kochkursen und Yogastunden unter dem kretischen Himmel an der Tradition und dem Lebensgefühl der Insel teilhaben.

Andras, die ursprünglich aus Amerika stammt, hat sich vor einigen Jahren nicht nur in die Insel, sondern auch in ihren Partner Bouleros verliebt – und blieb. „Durch Corona konnte ich auch gar nicht mehr zurück“, schmunzelt sie, während Bouleros noch mehr Olivenöl in den Topf gießt, in dem der selbst gemachte Feta köchelt. Ganz langsam muss die Milch für die griechische Spezialität erhitzt werden, Kräuter aus dem eigenen Garten verfeinern den Geschmack des würzigen Käses.

In Handarbeit werden die Oliven auf Kreta geerntet Foto © GIORGOS/stock.adobe.com

Ein landschaftlich völlig anderes Bild zeichnet sich im Süden der Weißen Berge, eineinhalb Stunden von Chania. Eine verwinkelte Straße führt durch die Berge hindurch nach Sfakia. Mit dem Boot geht es vom Hafen über das türkisblaue Wasser hinweg nach Loutro, eine winzige Ansammlung schneeweißer Häuser, hineingebaut in das rote Gestein am Fuß des Gebirges. Auch der sogenannte „Sweet Water Beach“ befindet sich am Weg dorthin, das Süßwasser aus den Weißen Bergen fließt an dem schmalen Strandabschnitt ins salzige Mittelmeer.

Vom Boot aus ist an guten Tagen der geografisch südlichste Punkt Europas zu erkennen, die griechische Insel Gavdos. In der Nebensaison ist es ruhiger im Küstenort, die Abwesenheit der Touristen und der Charme und die Gastfreundschaft der Griechen lassen mit dem Gedanken spielen, einfach zu bleiben – wie Julien Andras.

Unterstützt wurde die Reise von Discover Greece, Aegean Airlines, Kydon Hotel, Winery Dourakis, Notos Mare - Marine Adventures, Melissakis Oil Mill und Ntourountous Bakery.

Kommentare (2)
ichbindermeinung
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lieber vielleicht besser Werbung für Österreich machen

lieber vielleicht besser gratis Werbung für den Urlaub in Ö machen, damit das Geld im Land bleibt, da Ö wirtschaftlich schwerst getroffen wurde

paulrandig
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Frage

Ich dachte immer, grammatikalisch stünde "können" mit einem Verb. Seit einiger Zeit wird es auch mit Substantiven verwendet. Ist das eigentlich korrekt oder nur schludrig?