Camping in der CoronakriseZwei österreichische Firmen starten mit neuen Konzepten

Zwei österreichische Start-ups wollen die Campingbranche aufmischen – nicht trotz, sondern gerade in Zeiten von Corona.

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© pikselstock/stock.adobe.com
 

Es wird ein Sommer wie kein anderer – so viel ist sicher. Denn neben der Aussicht auf erholsame Urlaubstage stellt sich für viele Reisende die Frage, wo man möglichst ohne Abstriche Abstand halten kann. In den letzten Jahren ohnehin im steilen Aufwärtstrend, bietet Camping wie kaum eine andere Form des Urlaubs Raum für soziale Distanz. Schließlich hat man sein eigenes „Haus“ immer mit dabei. Campingplätze dürfen ab dem 29. Mai wieder öffnen – unter welchen Auflagen, das steht allerdings noch nicht fest.

Ursprünglich mit dem Gedanken des nachhaltigeren Reisens gegründet, ist ein steirisches Start-up ins Netz gegangen. Die Plattform „Schau aufs Land“ soll ab Juni Camper mit Wohnmobil und -wagen mit Landwirten zusammenbringen, die ihnen für 24 Stunden idyllische Plätze auf ihren Höfen anbieten. „Dafür bezahlen die Reisenden eine Jahresmitgliedschaft von 35 Euro, die Bauern, Imker oder Winzer können sich auf der Homepage kostenlos registrieren“, sagt Gründer Leonard Röser. Einzige Bedingung: Der Betrieb muss nachhaltig geführt werden.

Leonard Röser, Karin und Christian Griber-Steffner vermitteln über "Schau auf’s Land" einzigartige Stellplätze Foto © KK

„Wir wollen ökologisch denkende Menschen zusammenbringen. Ähnliche Konzepte sind in Frankreich und Deutschland bereits erfolgreich“, sagt der Umweltsystemwissenschaftler. Die Landwirte müssen keine Infrastruktur stellen, können aber Wasser oder WLAN gegen eine Entschädigung anbieten. Und natürlich Zusatzpakete wie Kräuterwanderungen, Produkte aus dem Hofladen oder ein Picknick im Weingarten. Hauptsache erdig und einzigartig.

Reisetipp

Die Initiative „Schau aufs Land“ will nachhaltig geführte Bauernhöfe und Camper
zusammenbringen. Angebote findet man ab Juni unter: www.schauaufsland.at
Bei „Myvanture“ kann man Campingbusse mieten und damit einen Roadtrip machen. www.myvanture.com

Einen anderen Weg hat Vinzenz Eder von „Myvanture" eingeschlagen. Der Kärntner vermietet an Standorten in Klagenfurt, Wolfsberg und Wien voll ausgerüstete VW-California-Campingbusse, mit denen Urlauber auf einen Roadtrip aufbrechen können.

Es ist die erste Saison des jungen Unternehmens, das seine Chance in der Krise sieht: „Auch wenn unsere Reisefreiheit eingeschränkt ist, muss das nicht bedeuten, dass man auf besondere Erlebnisse verzichten muss“, sagt der Gründer, der selbst mit Camping groß geworden ist und andere auf den Geschmack bringen will.

Vinzenz Eder vermietet Campingbusse für Roadtrips Foto © KK

„Wir bieten ein Gesamtpaket für Menschen, die bisher so noch nicht gereist sind und es einmal ausprobieren wollen.“ Neben den Reisemobilen kann man gegen Gebühr auch Zubehör wie Hängematten, Kindersitze, E-Bikes oder Gepäckboxen ausleihen oder ab Juni ganze Abenteuerpakete buchen.

Kommentare (1)
sonniboy
1
4
Lesenswert?

Heißt neuerdings jede Firmengründung "Start-up"?

Ich bin von 40 Jahren schon mit gemietetn Wohnmobilen umhergefahren, was ist an dieser Idee neu oder gar revolutionär?