Die große Vergangenheit als Insel der Seefahrer sieht man in Andros-Stadt: Reiche Reeder und Kapitäne haben sich in den marmorgepflasterten Gassen der Chora elegante Villen im neoklassizistischen Stil und prächtige Herrenhäuser erbauen lassen. Kein Wunder, liegt der Hauptort der zweitgrößten Kykladeninsel doch pittoresk auf einer Landzunge, die in die Ägäis ragt, links und rechts von Meer und Stränden umgeben. Rund um den zentralen Platz Platia Kairis reihen sich Cafés und Geschäfte, es lohnt auch ein Blick in die Museen für Archäologie und zeitgenössische Kunst, die von wohlhabenden Bürgern gestiftet wurden.

An der Spitze der Halbinsel steht die Statue des Unbekannten Matrosen auf dem Riva-Platz vor dem Schifffahrtsmuseum. Von dort aus hat man drei Wahrzeichen von Andros-Stadt im Blick: Die Reste der venezianischen Festung aus dem 13. Jahrhundert, die Kirche Panagia Thalassini und den Leuchtturm Tourlitis, die fotogen auf Felsen vor der Chora liegen.

Die venezianische Festung, die Kirche Panagia Thalassini und der Leuchtturm Tourlitis
Die venezianische Festung, die Kirche Panagia Thalassini und der Leuchtturm Tourlitis © Dreamstime/Proslgn/Imago

Die schönsten Strände auf Andros: Von Zorkos bis Tis Grias to Pidima

Dieses Video könnte Sie auch interessieren

Von bewirtschafteten Stränden für Familien wie Zorkos oder Chrissi Ammos, bis zur abgelegenen Bucht für Ruhesuchende wie Vitali oder Syneti – auf Andros gibt es auf 176 Kilometern Küste das volle Repertoire. Am markantesten ist der Strand Tis Grias to Pidima, der in einer kleinen Bucht liegt, wo eine Felssäule aus dem Meer ragt. Nur mit dem Boot oder über eine unbefestigte Straße zu erreichen ist der idyllische Strand von Achla mit Leuchtturm, kleiner Kapelle und üppiger Vegetation.

„Tis Grias to Pidima“ ist der meistfotografierte Strand von Andros
„Tis Grias to Pidima“ ist der meistfotografierte Strand von Andros © Adobe Stock

Bergdörfer auf Andros: Tradition, Kapitänshäuser und historische Brücken

Andros ist eine der bergigsten Inseln der Kykladen, auf den bewaldeten Hängen gibt es zahlreiche Dörfer, die einen Besuch lohnen: Stenies und Lamyra etwa sind bekannt für ihre noblen Kapitänshäuser, in Aladinou führt ein Weg über die steinerne Bogenbrücke aus dem 15. Jahrhundert zur Tropfsteinhöhle von Foros und in Pitrofos zeigt das Olivenölmuseum in der historischen Mühle, wie das flüssige Gold einst gewonnen wurde.

Das Bergdorf Stenies
Das Bergdorf Stenies © Dreamstime/Konstanti/Imago

Inselküche: Regionale Spezialitäten, Pasteli und Weine

Das üppige Grün, die vielen Berge schlagen sich auch in der andriotischen Küche nieder. Sie ist gehaltvoll wie Froutalia, das typische Omelette mit Kartoffeln, lokalen Wurstsorten wie Louzes und Kräutern oder Lampriatis, mit mehreren Käsesorten, Dill und Minze gefülltes Lamm. Eine Spezialität sind die süßen Pasteli, ein Gebäck aus Sesam, Honig, Walnüssen und Pinienkernen. Nicht nur genießen, sondern auch lernen, wie man die Gerichte zubereitet, kann man bei Kochkursen, wie sie Harikleia Daniolou in Livadia anbietet. Und natürlich wird auf Andros auch Wein angebaut: Verkosten kann man den Rebensaft der Insel inklusive tollem Blick über Andros-Stadt auf dem Gut Kourtesis, wo unter anderem die heimische Rebsorte Potamisi kultiviert wird.

Froutalia und Co.: Köstlichkeiten der Insel
Froutalia und Co.: Köstlichkeiten der Insel © Explore Andros

Natur auf Andros: Wasserfälle, Schluchten und Ausflüge ins Inselinnere

Von satter Vegetation umgeben sind die leicht erreichbaren Pytharas-Wasserfälle in der Nähe von Apoikia, die im Frühjahr besonders beeindruckend dahinrauschen. Der Fluss Dipotamata hat in der Nähe des Dorfs Syneti eine tiefe Schlucht gegraben, die man – vorbei an zahlreichen historischen Wassermühlen – durchwandern kann. Besonders zu Sonnenuntergang lohnt ein Abstecher zu den Ruinen der Burg Faneromeni, die auf einem 600 Meter hohen Plateau liegen.

Die Pytharas-Wasserfälle erreicht man mit einem Spaziergang
Die Pytharas-Wasserfälle erreicht man mit einem Spaziergang © Adobe Stock

Die schönsten Küstenorte auf Andros: Gavrio, Batsi und Korthi

Gavrio ist der erste Eindruck, den Besucher von Andros erhaschen. Denn dort liegt der Fährhafen, der aus dem Fischerdorf einen geschäftigen Ort mit Lokalen, Geschäften und Unterkünften machte. Wegen seines Charmes und des eigenen Strands als Ferienort beliebt ist das lebhafte Batsi, ebenfalls an der Westküste gelegen. Ruhiger geht es im von Bergen umrahmten Korthi an der Ostküste zu, weshalb es bei Naturliebhabern hoch im Kurs steht.

Batsi ist ein beliebter Ferienort
Batsi ist ein beliebter Ferienort © Adobe Stock

Wandern auf Andros: Über 150 Kilometer Inselpfade

Duftende Macchia, alte Bogenbrücken, dichte Wälder, windschiefe Trockensteinmauern: Daran kommt man vorbei, wenn man das dichte Netz der Wanderwege auf Andros auskostet. Es umfasst mehr als 150 Kilometer und basiert zum Teil auf Kalderimia, alten gepflasterten Maultierpfaden. Ob ambitionierter Spaziergang oder lange Wanderung, die Abschnitte lassen sich nach Gusto und Kondition kombinieren.

Auf Andros gibt es ein großes Netz von Wanderwegen
Auf Andros gibt es ein großes Netz von Wanderwegen © Adobe Stock

Quellen auf Andros: Warum die Kykladeninsel so grün ist

Dass Andros so grün ist, hat einen Grund – auf der Insel sprudeln viele Quellen. Im Dorf Menites etwa fließt das Wasser aus steinernen Löwenköpfen. Der Legende nach soll es einst Wein gewesen sein, weshalb man die Speier auch „Quellen des Dionysos“ nennt. Mineralisch schmeckt das Wasser der „Quelle von Sariza“ in Apoikia, das als heilsam gilt. Erfrischen kann man sich am Brunnen mitten im Ort, aber auch das abgefüllte Wasser kaufen.

Die „Quellen des Dionysos“ in Menites
Die „Quellen des Dionysos“ in Menites © Dreamstime/Gestiafot/Imago

Klöster auf Andros: Panachrantou und spirituelle Orte der Insel

Wie eine Festung des Glaubens thront das orthodoxe Kloster Panachrantou an der Flanke des Berges Gerakones. Die Anlage wurde im 10. Jahrhundert in den Felsen gebaut und beherbergt eine Ikone der Jungfrau Maria, von der man sagt, der Apostel Lukas habe sie geschaffen. Nicht minder trutzig wirken auch die Klöster Zoodochos Pigi und Agios Nikolaos, hinter deren hohen Mauern sich ebenfalls Kirchenschätze verbergen. Das Kloster der Heiligen Irene ist nicht mehr bewohnt, wurde aber von einer Reederfamilie restauriert und kann besichtigt werden.

Das orthodoxe Kloster Panachrantou
Das orthodoxe Kloster Panachrantou © IMAGO/imageBROKER/Ralf Adler