Rund 4800 Besucher hätten sich am 1. Mai erfolgreich auf der Onlineplattform registriert, um die berühmte Blaue Lagune auf der maltesischen Insel Comino zu sehen, wie die Malta Tourism Authority (MTA) berichtete. Sie gehört zu den meistbesuchten Attraktionen Maltas. Im Sommer 2024 wurden dort zu Spitzenzeiten bis zu 12.000 Besucher gleichzeitig gezählt. Zu viel für die als Natura-2000-Gebiet geschützte Bildbuchbucht, weshalb die Behörden in diesem Sommer die Zahl der Besucher limitieren wollten.

Doch schon wenige Stunden nach dem erfolgreichen Anlauf musste das Anmeldesystem vorläufig aus dem Internet genommen werden. Bootsbetreiber hatten vor Gericht eine einstweilige Verfügung erwirkt, wie die Times of Malta berichtet. Sie sehen ihre wirtschaftliche Zukunft gefährdet. Bis zu einer Entscheidung des Gerichts ist der Zugang zur Blauen Lagune also wieder ohne vorherige Anmeldung möglich.

So funktioniert das Anmeldesystem

Mit dem 1. Mai startete ein digitales Anmeldesystem, welches die Zahl der Tagesausflügler auf maximal 4000 gleichzeitig reguliert. Besucher – ob Einzelpersonen oder Gruppen, die mit privaten oder kommerziellen Booten anreisen – müssen sich vorab kostenlos auf der Website bluelagooncomino.mt registrieren. Sie können aus drei verfügbaren Zeitfenstern wählen: 8 bis 13 Uhr, 13.30 bis 17.30 sowie 18 bis 22 Uhr. Nach Eingabe der notwendigen Daten wird ein QR-Code zur einmaligen Nutzung generiert, der an den Küsten- und Landzugangspunkten vorgezeigt werden muss.

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Vor Ort erhalten die Besucher ein individuelles Armband, das den Zugang für die gebuchte Zeitspanne ermöglicht. Der Aufenthalt, das Betreten oder das Befahren des ausgewiesenen Gebiets ohne gültige Buchung ist nicht gestattet. Verstöße können mit einer Geldstrafe geahndet werden. In den ersten Wochen werden die Behörden Mitarbeiter vor Ort einsetzen, die den Gästen bei der Einführung des neuen Prozesses behilflich sind.

Das neue Buchungssystem ist Teil eines zweijährigen Projekts zum Schutz der Blauen Lagune. Im Sommer 2025 umfasst die erste Phase weitere folgende Maßnahmen: Sicherere und erweiterte Schwimmbereiche, verbesserte Abfallentsorgung, zusätzliche sanitäre Einrichtungen, verstärkte Überwachung. Die vollständige Umsetzung ist bis Sommer 2026 geplant.