Die Borromäischen Inseln im Lago Maggiore sind berühmt. Die im italienischen Teil des Sees liegenden fünf Eilande zwischen Verbania und Stresa liegenden Eilande standen seit dem 12. Jahrhundert im Besitz der Adelsfamilie Borromeo. Sie ließ die Isola Bella im 17. Jahrhundert als Architektur- und Parkensemble in barocker Pracht gestalten, die Isola Madre präsentiert sich bis heute als englischer Landschaftspark.

Die geheimnisvolle Ruine

Zu den Borromäischen Ländereien gehört auch die Castelli di Cannero, Ruinen einer Burg auf zwei kleinen Inseln, die im See zu versinken scheinen. Viele Jahre drehte sich über den verfallenen Festungsmauern ein Baukran, nun scheint die Eröffnung als multimediales Museum für Besucher nach einer aufwändigen Restaurierung in greifbarer Nähe. Auch ein Audioguide auf dem Smartphone erzählt die spannende Geschichte der Seefestung.

Lange vor den Borromeo hatten bereits andere Adelsfamilien auf der Miniinsel vor Cannero eine trutzige Festung errichten lassen, die erste vermutlich im 13. Jahrhundert. Gegen das Ende des 14. Jahrhunderts verschanzten sich dort die fünf Brüder Mazzardi, die den Ort Cannobio beherrschten und die Bevölkerung an der Küste des oberen Lago Maggiore terrorisierten. Schließlich schickte der Mailänder Herzog Filippo Maria Visconti ein Heer von 500 Soldaten, die das Kastell dem Erdboden gleichmachten.

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1441 wurde die Insel Lehen der Borromeo und Ludovico ließ die Rocca Vitaliana zur Verteidigung gegen eidgenössische Truppen errichten, die immer wieder in die Lombardei einfielen. Danach fiel die Festung in einen Dornröschenschlaf und die Castelli di Cannero wurden zeitweilig eine Unterkunft für Soldaten, Priester und Fischer. Sogar als Zitrusplantage und Kaninchenstall nutzte die Familie Borromeo das einstige Bollwerk im See. 

Queen Victoria war entzückt, Turner malte

Im 19. Jahrhundert war die Seefestung zur Ruine verfallen. Solche Orte trafen den Nerv der Zeit, inspirierten Künstler und Schriftsteller. Im Jahr 1879 schwärmte die britische Königin Victoria während ihres Urlaubs am Lago Maggiore von der geheimnisvollen Ruine. Der Verfall der Türme und Mauern, die steil aus dem Wasser ragen, verstärkte auch in ihren Augen die romantische Schönheit des Ortes und seine Anziehungskraft. Ein Aquarell des englischen Malers William Turner aus dem Jahr 1843 zeigt Castelli di Cannero als einen mystischen Ort, der jeden Moment im See versinken könnte. 

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