Wer in den piemontesischen Weinbergen unterwegs ist, denkt vermutlich an Barolo – aber kaum an Vicoforte. Doch genau dort, am Rand der Seealpen, wo weltberühmter Rotwein wächst, verbirgt sich ein architektonisches Wunder: eine Basilika mit der größten elliptischen Kuppel der Welt. Wer, wie der Autor dieser Zeilen, zufällig in den 3000 Einwohner zählenden Ort stolpert, wird nicht schlecht staunen. Vier barocke Türme rahmen eine monumentale Kuppel ein, die sich aus dem Ortsbild erhebt wie ein architektonischer Fremdkörper – und genau deshalb so monumental und faszinierend wirkt.

Die Wallfahrtskirche Regina Montis Regalis, 1935 von Papst Pius XI. zur „Basilica minor“ geweiht, ziert eine gewaltige Kuppel mit 75 Metern Höhe und 35 Metern Durchmesser. Errichtet wurde die Basilika ab 1592 zu Ehren der Jungfrau Maria, wobei der Rohbau knapp unter der Kuppel 67 Jahre lang bis 1682 stillstand. Erst 1732 wurde der Bau fertig. Seit Dezember 2017 ist das sakrale Bauwerk die Ruhestätte des dritten italienischen Königs Viktor Emanuel III. und seiner Gemahlin Elena von Montenegro.

Im Inneren erstarrt der Nacken. Die monumentale Decke ist reich mit Fresken geschmückt, die vielen Details lassen den Blick kaum senken. Auf über 6000 Quadratmetern hat der venezianische Maler Mattia Bortoloni zwischen 1746 und 1748 ein barockes Bilderuniversum erschaffen, das selbst kunstverwöhnte Besucher staunen lässt.

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