In regelmäßigen Abständen wird Facebook für tot erklärt. Es hat sich angeblich bereits in die Ahnengalerie der sozialen Netzwerke zusammen mit StudiVZ oder MySpace eingereiht. Auch ich nutze das blaue Gesichtsbuch kaum mehr. Wären da nicht zwei unglaublich sinnvolle Gruppen.

Zum einen die Murmetropolen-Foodie-Plattform „Essen in Graz“. Und zum anderen „Steinpilze in der Steiermark“. Auf letzterer begannen vor einigen Wochen die ersten stolz ihre Steinpilzfunde zu teilen. Spätestens dann beginnt sich alle Jahre wieder auch in mir eine innere Unruhe breit zu machen.

Dann gibt es kein Halten mehr und ich muss in den Wald. Ich kann es ehrlich gesagt auch nicht genau erklären. Aber der Moment, wenn man dann so einen kernigen, putzig kleinen Steinpilz entdeckt, der sich gerade mit höchster Anstrengung durch den Waldboden gekämpft hat, ist einfach unbeschreiblich.

Die besten Steinpilzstandorte finden sich übrigens in den Fichtenwäldern unserer Berghänge. Der Stein- oder Herrenpilz schätzt zwar den Schatten alter Nadelhölzer, mag es aber auch nicht allzu dunkel. Gerne wächst er an lichteren Stellen, am Rande von Wegen, Schneisen oder kleinen Bächlein. Hohe Luftfeuchtigkeit ist ihm aber wichtig und lange direkte Sonne ein Gräuel. Deshalb geht dann spätestens im Frühherbst allen Wald- und Wiesenwesen vor lauter Freude der Hut hoch.

Christian Cabalier brät einen Teil der Steinpilze bei hoher Hitze an und serviert sie zusammen mit einem Salat aus Radicchio als Topping
© Thomas Hude

Voller Freude kam ich unlängst auch bei Christian Cabaliers Kochwerkstatt in Klagenfurt an. Denn beim Weg aus Graz über die Pack blieb noch kurz Zeit am Packsattel in den Wald zu laufen. Acht herrliche Steinpilze in 20 Minuten. Mehr als genug also, damit der Klagenfurter Koch ein herrliches Risotto zubereiten konnte.

Der erste Tipp des Profis: „Verschmutzungen am besten mit einer Pilzbürste oder Küchenpapier entfernen. Nach Möglichkeit sollte man Wasser vermeiden, da sonst ein deutlicher Qualitätsverlust eintreten kann.“ Ist gerade keine Saison, kann man getrost auch getrocknete Steinpilze verwenden. Diese schmecken intensiver und müssen vor der Zubereitung in Wasser eingelegt und gründlich abgespült werden.

Dieses einfache Steinpilzrisotto ist eine Offenbarung!
© Thomas Hude

Und noch einen heißen Tipp hat Cabalier: „Man kann getrocknete Steinpilze zu einem Mehl verarbeiten. Dann fügt man noch einen Teil hochwertiges Kakaopulver hinzu. Gibt man diese Mischung in ein Risotto, ist eine regelrechte Geschmacksexplosion am Gaumen vorprogrammiert.