Ein sonntägliches Essensexperiment mit der Familie kann gut gehen – oder auch nicht. Denn wenn der Großteil eher die gutbürgerliche Küche bevorzugt, stellt sich im Vorfeld unweigerlich die Frage: Wird es allen schmecken? Der möglichen „Gefahr“ bewusst, stürzen wir uns dennoch ins Abenteuer und entscheiden uns für das koreanische BBQ-Restaurant „Kogi & Coals“ in Klagenfurt, das erst seit Anfang des Jahres geöffnet hat.
Der Empfang ist herzlich, das goldfarbene Besteck auf den Tischen verleiht dem Interieur zusätzlichen Glanz. Zu Beginn werden wir darauf hingewiesen, dass der im Tisch eingebaute Grill aufgrund eines technischen Problems leider nicht genutzt werden kann. Uns wird ein Tablet gereicht, über das sowohl Getränke als auch Speisen bestellt werden können – das Konzept basiert auf einem All-you-can-eat-Menü.
Wir entscheiden uns am Anfang für eine Kimchi-Jjigae-Suppe, Frühlingsrollen mit koreanischen Dipsaucen und ein Lachstartar. Die koreanischen „Tapas“ werden zügig an den Tisch gebracht. Die Kimchi-Suppe – Kimchi ist ein traditionelles Gericht aus fermentiertem Gemüse, etwa Chinakohl – ist heiß und geschmackvoll, aufgrund ihrer Schärfe allerdings nichts für Zartbesaitete. Die Frühlingsrollen überzeugen durch ihre Knusprigkeit, und auch das Lachstartar lässt keine Wünsche offen.
Weiter geht es unter anderem mit „Classic Korean Fried Chicken“, Udon-Nudeln mit Gemüse, hauchdünn geschnittenem Rumpsteak und „Yukhoe“. Die panierten Hähnchenflügel sind ebenfalls fein knusprig, die Udon-Nudeln „zum Schlürfen gut“ und harmonieren mit dem knackigen Gemüse.
Das Rumpsteak ist zwar zart, jedoch nicht angebraten, sondern eher gedünstet – was nicht jedermanns Geschmack trifft. Hier wäre der Kohlegrill am Tisch zum Selbstgrillen ein klarer Vorteil gewesen. Das „Yukhoe“, ein koreanisch inspiriertes Beef Tatar mit Eigelb, ist geschmacklich interessant, allerdings fehlt uns hier das üblicherweise dazu gereichte Brot.
In der nächsten Bestellrunde folgen Torpedo-Garnelen, frittierte Teigtaschen mit Schweinefleisch, ein Pfannkuchen mit Frühlingszwiebeln und marinierte, gebratene Hühnerspieße. Die Auswahl an Vor- und Hauptspeisen ist wirklich vielfältig. Etwas weniger einfallsreich zeigt man sich bei den Nachspeisen. Den süßen Abschluss bilden Mochi- und Sesam-Eis, ein Schokopudding sowie eine gebackene Banane.
Ein Familienexperiment, das am Ende alle glücklich macht und sich bei der Bewertung interessant-geschmackvolle 3,5 Punkte verdient hat.