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Küchenwissen mit BissIst Manukahonig wirklich so gesund?

Honigfälschungen und Trendprodukte aus Neuseeland: In der dritten Folge von "Küchenwissen mit Biss" gibt Molekularbiologe Fritz Treiber von der Universität Graz wieder Antworten auf spannende Fragen zur Ernährung rund um Lifestyleprodukte und Lebensmittel.

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Molekularbiologe Fritz Treiber leitet Kurse im Geschmackslabor der Universität Graz © geschmackslabor.at
 

Honiggrüße aus Beijing

Honig ist auf Platz 3 der am meisten gefälschten Lebensmittel weltweit! Und die meisten Honigfälschungen kommen aus China. Dort wird Honig mit billigem Reissirup gestreckt und mit Blütenpollen versehen um „echter“ zu wirken.

Manche Honigfälschungen sind sehr gut gemacht und nur von SpezialistInnen im Labor mit sehr viel Aufwand zu entdecken. Warum wird Honig gefälscht? Einer großen Nachfrage steht wenig echter Honig gegenüber. Strecke ich diesen – so ist die Gewinnspanne enorm. Die kommunistische Partei Chinas freut sich über die positive Außenhandelsbilanz ohne Konsequenzen fürchten zu müssen.

Wie erkenne ich gefälschten bzw. gestreckten Honig? Ein Blick auf das Etikett ist hier hilfreich. Kommt der Honig aus EU- und Nicht-EU- Ländern, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass ein chinesischer „Honig“ mit dabei ist. Daher besser auf heimische Produkte setzen und so zugleich unsere Imkerinnen und Imker unterstützen. Zudem ist es eine Klimasünde Honig rund um den Erdball zu transportieren – da es diesen, in oft besserer Qualität auch bei uns gibt.

"Wunderhonig"

Die bringt uns zum nächsten „Wunderhonig“ aus Neuseeland – den Manukahonig. Diesen werden so viele positive Eigenschaften in Bezug auf unsere Gesundheit nachgesagt, dass dies fast schon unheimlich klingt. Unheimlich ist er auf jeden Fall für die Geldbörse, den 100g werden oft um die 25 Euro verkauft!

Was steckt wirklich drinnen? Viel Marketing und normaler Bienenhonig. Nur dass diese Bienen sich eben am Manukastrauch (Leptospermum scoparium) laben. Es wird auch mehr Manukahonig aus Neuseeland exportiert als produziert. Da schau her! Die Gewinnspannen sind hier astronomisch - die wissenschaftliche Wirkung nur für Medizinalhonig erwiesen, der speziell aufgereinigt wird und bei Wundverbänden zum Einsatz kommt.

Zur Person

Fritz Treiber (43) wurde im US Bundesstaat Virginia geboren. Er studierte Molekularbiologie an der Karl Franzens Universität Graz, ist Kursleiter im Geschmackslabor und Koordinator für den Studiengang Ernährung, Gesundheit und Konsum.

Details zu den Kursen: geschmackslabor.at

Sprich: Der Manukahonig MGO 250 am Butterbrot schmeckt gut, hat aber keine nachgewiesene, gesundheitsfördernde Wirkung auf den Körper.

Je höher der UMF Wert ist (eine Firmenerfindung) welche für den Unique Manuka Factor steht und je größer auch die Methylglyoxalkonzentration (MGO) im Manuka Honig ist, desto tiefer müssen sie für ein Glas in die Tasche greifen. Ach ja und das Methylglyoxal (MGO) gibt es auch in heimischen Honigen, in annähernd gleiche Konzentrationen, aber damit wird bei uns nicht geworben.

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Honig und Gesundheit

Was die gesundheitsförderliche Wirkung von Honig betrifft, muss gleich vorweggesagt werden, es handelt sich um flüssigen Zucker. Zuviel davon genossen schadet unseren Körper auch. Was besagen weitere wissenschaftliche Studien dazu? Kinder die bei Reizhusten Honig zu sich nehmen, haben einen ruhigeren Schlaf als andere die keinen zu sich nahmen oder auf Medizinalprodukte aus der Apotheke setzten. Daher ist bei Husten laut wissenschaftlichen Studien Honiggenuss zu empfehlen. Auch hier reicht der heimische Honig.

Honig mit Gelee Royal hilft nur den weiblichen Bienen um zur Königin zu werden – auf den Menschen hat es keine Wirkung außer wie die schon vorhin beschriebene auf die Geldbörse. Und es klingt eben „royal“ als würde man ein Tässchen Tee bei der Queen in England trinken.