In Kärnten ist Stefan Lastin der einzige Koch, der sich über einen der neu vergebenen Sterne freuen darf. In der Gamskogelhütte am Katschberg ist sein Stil klar: reduziert, präzise, produktgetrieben. Alpine Zutaten bilden die Basis, aber gedacht wird darüber hinaus. Kein Überladen, keine Effekthascherei – sondern saubere Aromen, feine Säure, punktgenaue Garzeiten. In Lienz hat es David Senfter mit seinem Ansitz 12 gleich im ersten Jahr zu einem Stern gebracht.
Die bisherigen vier Sterneköche Kärntens haben ihren Stern verteidigt:
• Forelle, Weissensee
• Moritz, Grafenstein
• Hubert Wallner, Maria Wörth
• Rouge Noir, Weissensee
Die Grünen Sterne des Guide Michelin heben Verantwortungsbewusstsein in der Gastronomie hervor. Darüber dürfen sich gleich zwei Kärntner Restaurants in diesem Jahr freuen: Die Stiftsschmiede Fischrestaurant in Ossiach und das Im Garten in Velden am Wörthersee. Gewinner des MICHELIN Service Award ist Monika Müller aus dem mit einem Stern ausgezeichneten Restaurant
Die Forelle in Weissensee.
Zwei Sterne für die Steiermark
Der einzige neue Zwei-Sterne-Betrieb in ganz Österreich wiederum kommt aus der Steiermark – und damit ein seltener Sprung in jene Kategorie, die laut Guide „einen Umweg wert ist“. Das ist keine bloße Aufwertung, das ist ein Signal. Für die Region. Für die Handschrift. Und für eine Küche, die nie laut war – aber immer präzise.
Auch in Ehrenhausen wird jetzt anders gezählt. Nicht mehr nur „ein Stern plus“, sondern zwei. Fuchs, der seine Küche stets aus Produkt, Saison und Intuition denkt, hebt „Die Weinbank“ endgültig in die nationale Spitzenliga. Dass dies der einzige neue Zwei-Sterne-Zugang Österreichs 2026 ist, macht die Sache noch klarer: Hier ist keine Breitenbewegung, hier ist ein Solitär. Einer, der nicht fragt, ob er kann – sondern einfach macht.
„Schon geil – mit dem jungen Team und dem alten Sommelier“, sagt Gerhard Fuchs und lacht. Der zweite Stern ist für ihn mehr als eine Auszeichnung: „Eine coole Bestätigung, den eigenen Weg zu gehen.“ Zum Saisonstart kommt das Ganze zur rechten Zeit – „eine sensationelle Werbung“. Und vielleicht ist genau das der Punkt: „Es zahlt sich aus, Ecken und Kanten zu zeigen und zu bewahren, sich nicht an Trends anzupassen.“
Die Steiermark legt nach. Vier neue Ein-Stern-Adressen erweitern das Feld – ein deutliches Zeichen dafür, dass die Breite hinter der Spitze stimmt.
• Lilli Fine Dining, Fehring
• Genießerei am Markt - Steiermark(t)dinner by Alexander Posch, Graz
• Zur goldenen Birn, Graz
• Broadmoar, St. Josef
Damit wächst ein ohnehin dichtes Gefüge weiter. Bereits bisher standen 12 steirische Ein-Stern-Restaurants im Guide, darunter:
• Thaller Restaurant, St. Veit am Vogau
• Harald Irka am Pfarrhof, St. Andrä i. Sausal
• Sattlerhof, Gamlitz
• Die Weinbank, Ehrenhausen
• ZeitRAUM, St. Kathrein a. Offenegg
• Geschwister Rauch, Bad Gleichenberg
• Geiger Alm, Altaussee
• Saziani, Straden
• Wörgötter Fine Dining, Ligist
• Schlosskeller Gourmetstube, Leibnitz
• Lieperts, Leutschach
• Artis, Graz
Am Ende bleibt ein Bild, das sich leicht zuspitzen lässt: Die Steiermark sammelt Sterne, Kärnten hält Anschluss und Gerhard Fuchs setzt das Ausrufezeichen. Oder anders gesagt: Zwei Sterne sind selten. Aber manchmal fallen sie genau dorthin, wo sie längst hingehören.