Der einzige neue Zwei-Sterne-Betrieb des Landes – und damit ein seltener Sprung in jene Kategorie, die laut Guide Michelin 2026 „einen Umweg wert ist“. Das ist keine bloße Aufwertung, das ist ein Signal. Für die Region. Für die Handschrift. Und für eine Küche, die nie laut war – aber immer präzise.
In Ehrenhausen wird jetzt anders gezählt. Nicht mehr nur „ein Stern plus“, sondern zwei. Fuchs, der seine Küche stets aus Produkt, Saison und Intuition denkt, hebt „Die Weinbank“ endgültig in die nationale Spitzenliga. Dass dies der einzige neue Zwei-Sterne-Zugang Österreichs 2026 ist, macht die Sache noch klarer: Hier ist keine Breitenbewegung, hier ist ein Solitär. Einer, der nicht fragt, ob er kann – sondern einfach macht.
Doch dem nicht genug: Mit dem MICHELIN Sommelier Award gewürdigt wird die beeindruckende Weinexpertise von Christian Zach, der sich in Ehrenhausen mit seinem Fachwissen zu einer internationalen Weingröße entwickelt hat.
„Schon geil – mit dem jungen Team und dem alten Sommelier“, sagt Gerhard Fuchs und lacht. Der zweite Stern ist für ihn mehr als eine Auszeichnung: „Eine coole Bestätigung, den eigenen Weg zu gehen.“ Zum Saisonstart kommt das Ganze zur rechten Zeit – „eine sensationelle Werbung“. Und vielleicht ist genau das der Punkt: „Es zahlt sich aus, Ecken und Kanten zu zeigen und zu bewahren, sich nicht an Trends anzupassen.“
Die Steiermark legt nach. Vier neue Ein-Stern-Adressen erweitern das Feld – ein deutliches Zeichen dafür, dass die Breite hinter der Spitze stimmt.
• Lilli Fine Dining, Fehring
• Genießerei am Markt - Steiermark(t)dinner by Alexander Posch, Graz
• Zur goldenen Birn, Graz
• Broadmoar, St. Josef
Damit wächst ein ohnehin dichtes Gefüge weiter. Bereits bisher standen 12 steirische Ein-Stern-Restaurants im Guide, darunter:
• Thaller Restaurant, St. Veit am Vogau
• Harald Irka am Pfarrhof, St. Andrä i. Sausal
• Sattlerhof, Gamlitz
• Die Weinbank, Ehrenhausen
• ZeitRAUM, St. Kathrein a. Offenegg
• Geschwister Rauch, Bad Gleichenberg
• Geiger Alm, Altaussee
• Saziani, Straden
• Wörgötter Fine Dining, Ligist
• Schlosskeller Gourmetstube, Leibnitz
• Lieperts, Leutschach
• Artis, Graz
Grüne Sterne
Seit 2020 weist der Grüne Stern auf zukunftsweisende Konzepte in der Gastronomie hin. Das sind Restaurants, die sich durch respektvollen Umgang mit Natur und Ressourcen hervortun und ebenso auf die Sensibilisierung der Mitarbeiter*innen sowie auf die Information der Gäste Wert legen. Für diese verantwortungsvollen Initiativen werden in der diesjährigen österreichischen Selektion 41 Restaurants mit dem Grünen Stern gewürdigt, darunter zwei neue in der Steiermark. Diese sind folgende: KABUFF in Graz und die Schankkuchl in Turnau.
Kärntner Sternenhimmel
In Kärnten ist Stefan Lastin der einzige Koch, der sich über einen der neu vergebenen Sterne freuen darf. In der Gamskogelhütte am Katschberg ist sein Stil klar: reduziert, präzise, produktgetrieben. Alpine Zutaten bilden die Basis, aber gedacht wird darüber hinaus. Kein Überladen, keine Effekthascherei – sondern saubere Aromen, feine Säure, punktgenaue Garzeiten. In Lienz hat es David Senfter mit seinem Ansitz 12 gleich im ersten Jahr zu einem Stern gebracht.
Die bisherigen vier Sterneköche Kärntens haben ihren Stern verteidigt:
• Forelle, Weissensee
• Moritz, Grafenstein
• Hubert Wallner, Maria Wörth
• Rouge Noir, Weissensee
Am Ende bleibt ein Bild, das sich leicht zuspitzen lässt: Die Steiermark sammelt Sterne, Kärnten hält Anschluss und Gerhard Fuchs setzt das Ausrufezeichen. Oder anders gesagt: Zwei Sterne sind selten. Aber manchmal fallen sie genau dorthin, wo sie längst hingehören.