Florian Krammer im InterviewWenn der Covid-Impfstoff aus dem Hühnerei kommt

Florian Krammer ist Virologe und Impfstoffforscher. Als solcher plädiert er dafür, die Impfstoffe weltweit endlich gerechter zu verteilen. Gemeinsam mit anderen Fachleuten entwickelt er zudem einen eigenen Impfstoff, den Länder selbst herstellen können.

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COVID-19
Florian Krammer © (c) © Claudia Paul - www.claudiapau (Claudia Paul Productions)
 

Ist die unfaire Verteilung der Corona-Impfstoffe auf der Welt der Grund dafür, wieso wir nun Omikron haben?
FLORIAN KRAMMER: Bei einigen Varianten, und eben auch bei Omikron, besteht die Vermutung, dass sie über einen längeren Zeitraum in Menschen mit geschwächtem bzw. unterdrückten Immunsystem entstanden sind. Ob man das verhindern hätte können, ist eine gute Frage. Aber grundsätzlich: Umso weniger Menschen geschützt sind, umso mehr Chancen gebe ich dem Virus, zu mutieren. Es hätte sein können, dass mit einer gerechteren Impfstoffverteilung Omikron verhindert hätte werden können.

Kommentare (10)
romagnolo
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Ein wirklich gscheiter Mann und ein sehr gutes Interview.

Bitte öfter einladen

excalibur
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Warum berichtet niemand von der geplanten Änderung des Gentechnikgesetzes?

Im Oktober 2021 war Herr Mückstein noch gegen den Einsatz von Gentherapie in der Landwirtschaft und für strenge Regeln bei Lebensmitteln bzgl. Genmanipulation.
Jetzt ist geplant das Gentechnikgesetz erheblich aufzuweichen, um gentechnisch hergestellten Wirkstoffen in der Medizin Tür und Tor zu öffnen und Haftungen für die Pharmaindustrie auf Kosten der Patienten erheblich einzuschränken.
Hier ist ein kleiner Auszug:
> Die Anwendung von genetisch veränderten Organismen soll in Zukunft zu therapeutischen und experimentellen Zwecken am Menschen ohne klinische Prüfung und Meldepflichten durchgeführt werden können.
> Streichung der Kontrollen bei Gentherapien am Menschen! D.h. dass das Gesundheitsamt keine nicht mehr kontrollieren kann, wenn an Menschen genverändertes Material angewandt wird.
> Streichungen der Bekanntgabe eines „Sponsors“ aus der Pharmaindustrie bei klinischen Arzneimittelprüfungen.
> Starke Einschränkung bei Haftung von Behandlungsschäden: Streichung der Auflagen zum Schutz von Schwangeren und ungeborenen Kindern und Minderjährigen. D.h. es kann ohne bestimmte Auflagen an Schwangeren und Menschen unter 18 Jahren experimentiert und therapiert werden.
Künftig soll nur mehr eine Ethikkommission weisungsfrei entscheiden.
Wird diese Novelle beschlossen, wird es möglich sein, mit genveränderten Organismen zu experimentieren und zu therapieren - ohne Meldepflicht, ohne Kontrollinstanz, ohne Grenzen.

X22
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Nennen sie bitte das Medium. wo sie dies gefunden haben?

Ich glaube ihren Worten nicht und ein kleiner Blick auf die Seite, wo die Gesetzesanpassung erläutert wird, steht es so wie sie es beschreiben nicht drinn.

excalibur
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Homepage Parlament, Republik Österreich

Arzneimittelgesetz, Gentechnikgesetz, Änderung (1289 d.B.)
Zu finden auf der Homepage unter: Parlament aktiv >Regierungsvorlagen und Gesetzesinitiativen Nationalrat - XXVII. GPRegierungsvorlagen (Gesetze) 1289 d.B.

X22
1
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Tja, aber da steht nicht drinnen was sie so als Schlüsse ziehen, meiner Meinnung wird nichts so aufgeweicht wie sie es behaupten.

Hochwertige klinische Prüfungen sind in mehrfacher Hinsicht bedeutsam: Einerseits eröffnen sie den Prüfungsteilnehmerinnen/Prüfungsteilnehmern einen raschen Zugang zu innovativen Arzneimitteln und sind damit für die Gesundheitsversorgung wichtig; andererseits sind sie ein Beitrag zur Sicherung des Forschungsstandorts Österreich, was sowohl im Interesse der forschenden pharmazeutischen Industrie gelegen ist als auch im Interesse der Ärzteschaft, die auf diesem Weg mit der Entwicklung der medizinischen Wissenschaft Schritt halten kann.

Daher verfolgt die nationale Gesetzgebung das Ziel, ein effektives Genehmigungsverfahren zu etablieren, um damit zur Attraktivierung des Forschungsstandorts beizutragen. Darüber hinaus besteht im AMG punktuell Anpassungsbedarf auf Grund von Erfahrungen aus der Praxis. Im AMG sollen die erforderlichen Regelungen getroffen werden, um die Zuständigkeiten und nationalen Verfahren im Rahmen der in der Verordnung (EU) Nr. 536/2014 vorgegebenen europäischen Verfahren zu regeln. Dies betrifft insbesondere die Gestaltung des Zusammenwirkens der nationalen Arzneimittelbehörde (des Bundesamtes für Sicherheit im Gesundheitswesen) mit den relevanten Ethikkommissionen. Daneben sollen besondere Schutzvorschriften für bestimmte besonders vulnerable Gruppen als Prüfungsteilnehmerinnen/Prüfungsteilnehmer (z.B. nicht einwilligungsfähige Personen und Personen, die auf behördliche oder gerichtliche Anordnung angehalten werden) aufrechterhalten werden.

excalibur
3
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Homepage Parlament, Republik Österreich

https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXVII/I/I_01289/index.shtml

X22
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Die Textgegenüberstellung findens auf https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXVII/I/I_01289/imfname_1038033.pdf

Und in der Erläuterung (https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXVII/I/I_01289/fname_1038032.pdf), wird erklärt warum was geändert wir, sprich man will die eigene Gesetzgebung EU-konform umsetzen,
"Dies erfordert Anpassungen der Regelungen über klinische Prüfungen im
AMG, sowie einzelner bezughabender Bestimmungen im Gentechnikgesetz (GTG). So sind alle
Bestimmungen aufzuheben, soweit deren Gegenstand bereits durch die EU-Verordnung erfasst wird. Darüber hinaus sind Regelungen dort erforderlich bzw. können Regelungen dort getroffen werden, wo die EU-Verordnung dem nationalen Gesetzgeber Gestaltungsspielräume einräumt.
Hochwertige klinische Prüfungen sind in mehrfacher Hinsicht bedeutsam: Einerseits eröffnen sie den Prüfungsteilnehmern einen raschen Zugang zu innovativen Arzneimitteln und sind damit für die Gesundheitsversorgung wichtig, andererseits sind sie ein Beitrag zur Sicherung des Forschungsstandorts Österreich, was sowohl im Interesse der forschenden pharmazeutischen Industrie gelegen ist als auch im Interesse der Ärzteschaft, die auf diesem Weg mit der Entwicklung der medizinischen Wissenschaft Schritt halten kann. Daher verfolgt die nationale Gesetzgebung das Ziel, ein effektives Genehmigungsverfahren zu etablieren, um damit zur Attraktivierung des Forschungsstandorts beizutragen"

Ihre Bedenken sind ok, die Schlussfolgerungen jedoch nicht, zB. keine Prüfung bzw. Zulassung wo lesen sie dies heraus, bzw. auf welchem Medium haben sie diese Behauptungen gefunden?

aposch
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Entwicklungsarbeit

Welcher Pharmakonzern ist schon bereit, nach einer Menge Entwicklungsarbeit die Produktion von Medikamenten an Aussenstehende gratis weiterzugeben. Es gelte dann auch der Spruch: Was nichts kostet, ist auch nichts wert. Wer aber kann garantieren, mit welcher Qualität extern eine Produktion laufen würde.

8230HB
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Wenn es um Pandemien geht…

…muss das weltweite beenden der Pandemie im Vordergrund stehen und nicht die Margen von Pharmakonzernen, die noch dazu mit unzähligen Millionen für die Entwicklung gefördert wurden.

JL55
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Etliche Staaten haben mit großen Summen die Impfstoffentwicklung unterstützt...

So gesehen, kann ich dem Vorschlag von Herrn Prof. Krammer doch einiges abgewinnen. Der Zeitraum der Freigabe kann ja mit einer Deadline begrenzt werden... Zu den Studien: Diese erfolgen nach genauen Rahmenbedingungen.