Schutz gegen OmikronKrammer: Angepasster Booster "sehr wahrscheinlich" nötig

Trotzdem ist für den in New York forschenden Experten "jetzt eine gute Zeit", um sich die Auffrischungsimpfung zu holen. Es gibt erste Hinweise, dass Genesene und doppelt Geimpfte gegen schwere Verläufe geschützt sind.

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Auffrischungsimpfung, Omikron
Der Booster wirkt - auch jetzt, mit den noch nicht angepassten Impfstoffen © (c) AFP (THOMAS KIENZLE)
 

Wenig optimistisch blickt der Virologe Florian Krammer von der Icahn School of Medicine at Mount Sinai in New York auf die ersten Daten zur Omikron-Variante. "Es breitet sich schnell aus" und scheine eine gute Fluchtvariante zu sein. "Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass es einen Omikron-spezifischen Booster brauchen wird." Es gebe aber Hinweise, dass Genesene und doppelt Geimpfte zumindest weiter gegen schwere Verläufe geschützt sind.

Es sehe danach aus, dass der neue Erregertyp einer gegen frühere Sars-CoV-2-Varianten gebildeten Antikörperantwort relativ gut entkommen könnte. Auch Therapien mit monoklonalen Antikörpern scheinen bei der neuen Variante weniger wirksam zu sein. Der durch das AstraZeneca-Vakzin aufgebaute Schutz könne wahrscheinlich sehr wenig gegen symptomatische Verläufe ausrichten, wie neue Daten aus Großbritannien zeigen würden. Nach erhaltener Boosterimpfung mit einem mRNA-Impfstoff liege der Schutz jedoch bei rund 70 Prozent, so Krammer.

Der Booster steigert den Schutz

"Nicht viel besser" sehe es für einfach Geimpfte mit dem Pfizer/Biontech-Vakzin aus. Mit dem dritten Stich gehe der Schutz vor symptomatischen Erkrankungen aber wieder in Richtung 75 Prozent. "Es gibt also etwas Hoffnung für Menschen, die sich die Booster-Dosen holen", sagte der Wissenschaftler in einem von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) organisierten Online-Vortrag am Montagabend.

Es ist jetzt eine gute Zeit, um sich den Booster zu holen, wenn die letzte Impfung vier bis sechs Monate zurückliegt.

Florian Krammer

Eine große Frage sei, wann die ersten angepassten mRNA-Impfstoffe verfügbar sein werden. Eine weitere Impfung mit dem angepassten Impfstoff sollte man sich Krammers Dafürhalten nach jedoch nicht früher als vier Monate nach dem vorangegangenen Stich holen. Länger mit einem dritten oder vierten Stich zu warten, sei auch nicht problematisch: "Der Booster wirkt trotzdem." Wenn man sich nun aber ansehe, wie rasch Omikron sich in vielen Ländern bereits ausbreitet, "ist jetzt eine gute Zeit, um sich den Booster zu holen, wenn die letzte Impfung vier bis sechs Monate zurückliegt", sagt Krammer, der auch auf Twitter regelmäßig neueste Erkenntnisse teilt und erklärt.

Bei Kindern gebe es noch keine Empfehlung zur Auffrischungsimpfung. "Ich würde hier noch auf die offizielle Empfehlung warten", sagte Krammer. Kinder hätten weiter eine niedrigere Wahrscheinlichkeit auf schwerere Verläufe und in der Regel eine starke Immunantwort auf die ersten beiden Impfungen.

Eine britische Expertin sieht Anzeichen dafür, dass sich die Omikron-Variante des Coronavirus noch schneller verbreiten könnte als bisher angenommen. Zunächst sei man davon ausgegangen, dass sich die Zahl der Infektionen mit der Variante innerhalb von zwei bis drei Tagen verdoppelt, sagte die medizinische Chef-Beraterin der britischen Gesundheitsbehörde (UKHSA), Susan Hopkins. "Es scheint im Moment, als sei diese Wachstumsrate eher noch kürzer als länger."

Richard Neher, der Leiter der Forschungsgruppe Evolution von Viren und Bakterien am Biozentrum der Universität Basel, warnte auf Twitter vor zu schnellen Schlussfolgerungen, sollten die Omikron-Fallzahlen in einem Land vermeintlich nicht mehr so schnell ansteigen wie zunächst. Es sei angesichts sehr hoher Fallzahlen wahrscheinlich, dass Test-Kapazitäten an ihre Grenzen kämen und es zu Verzögerungen bei der Meldung von Fällen komme, schrieb er.

In einem am Montag von seiner Universität veröffentlichten Interview hatte Neher gesagt, dass Omikron andere Varianten wie Delta schon in Kürze europaweit verdrängt haben dürfte. Wenn die Entwicklung so weitergehe wie bisher, werde Omikron in etwa zwei bis vier Wochen in Europa vorherrschend sein. Die Übertragungsrate sei dreimal so hoch wie bei Delta. Grund dafür sei, dass sich sowohl Geimpfte als auch Ungeimpfte infizieren. Gegen eine Ansteckung seien Geimpfte bei der Delta-Variante besser geschützt gewesen als nun bei Omikron.

Kommentare (15)
Billy S.
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Booster, Booster.........

Ergo:

Impfen, impfen bis ich die Rüben von unten anschaue.

Cui bono?

feringo
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Verdacht macht Angst

Ich rate allen zur Impfung und bin selber bereits geboostert. Jedoch sind in diesem Artikel schon wieder so viele Konjunktive zu Omikron, die sauer aufstoßen. Es wird nur von Infektionen berichtet aber nichts von der Schwere der Krankheitsverläufe. Irgendwie wird induziert, als sei eine Infektion bereits die Krankheit. Es wurde doch von Anfang an aufgeklärt, dass eine Impfung nicht vor Infektion schützt, sondern lediglich vor Ausbruch schwerer Krankheitsverläufe.
Wer, bitte, versteht das Zustandekommen solcher Berichte?

owlet123
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Mir kommt es vor, als würde bei Omikron tatsächlich Panik gemacht werden

Vor nicht mal zwei Wochen war noch zu lesen, dass die Variante zwar ansteckender, aber nicht unbedingt gefährlicher sei und heute könnte man fast schon interpretieren, dass wir alle verloren sind...

gab65
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ich hoffe

das am ende des tages alle verantwortlichen zur rechenschaft gezogen werden.

KVKG
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Gab65

Wen willst zur Rechenschaft ziehen? Das Virus? Due Chinesen?

MiKu34
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Falls du

auf dem laufenden bleiben willst, schau dir Dr. Fauci an. Es gibt ein Video vom Oktober 2019, wo die Pandemie geplant wird

samro
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was sagen sie zu den impfgegnern in telegramchannels?

kleiner auszug von meinem posting das ich in einem anderen artikel gepostet habe:

wie weit sind wir schon?

**** "holt sie raus. und dann muessen sie sich erklaeren.." "nicht erklaeren. auf der stelle inhaftieren" " und kastrieren" "kastrieren....fast schon zu milde"

**********"alle regierungen muessen weg dann hoert der spuk auf..die luegenmedien gehoeren entsorgt"

*****( geht um kirche): "der und sein krankes pack gehoeren abgeschlachtet"

*****: " haengt ihn hoeher"

ich frag mich eher: was ist in diesen channels geplant?

HASENADI
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Das klingt interessant,

bitte um den Link!

Ogolius
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Und…

seit gestern kannst du fliegen (welcher Stoff?)

pippo1988
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alles nur mehr wirtschaftlicher Background

Vermute die haben alle Aktien von den betroffenen Pharma´´´´ Firmen gekauft weil man jetzt dann schon fast wöchentlich impfen gehen soll/MUSS

iMissionar
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Erklärt er gut

Danke für die Arbeit!

RonaldMessics
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Das Impfen...

.....wird ein Dauerzustand werden.

hfg
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Soweit ich gelesen

habe sind auch Genesene gut, wenn nicht besser vor schweren Verläufen geschützt. Die Strategie sollte und muss geändert werden - impfen alleine wird nicht genügen - man wird das anstecken und Gesunden miteinbeziehen müssen. Bei Geimpften, die auch Corona hatten und überhaupt für Genesene ist anscheinend die Immunität am stärksten. Irgendwann wird sich ohnehin fast jeder angesteckt haben - in Österreich jetzt schon über 1141000 Genese. Der Großteil mit harmlosen Symptomen. Außer für ältere und gefährdete Personen wird der Verlauf durchaus, natürlich mit Ausnahmen eher harmlos verlaufen., besonders wenn auch bald Medikamente zur Verfügung stehen werden. Wie gesagt die Ansteckung wird nicht zu verhindern sein. Diese Viren verschwinden nicht mehr, egal was man versucht

GanzObjektivGesehen
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Es wird weiter geforscht werden.

An Impfstoffen und Medikamenten. Ein Restrisiko bleibt so oder so. Wenn ich mir aber anschaue, wie viele Menschen dieses Restrisiko mit Nikotin- und Alkoholmissbrauch oder überhöhter Geschwindigkeit im Straßenverkehr wissentlich in Kauf nehmen, so glaube ich schon, das auch das Impfthema kein Dauerthema bleiben wird….

RonaldMessics
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@GanzObjektivGesehen

Ist ja auch die Grippeimpfung ein Dauerthema, aber halt nicht so hochdramatisch in der medialen Welt